Kategorie: Lauschangriff und Lesestoff

Lauschangriff und Lesestoff vom 15.1.2021

So, hier ist dann nun auch endgültig die Weihnachtsferien-Stimmung vorbei. Meine Zweijährige sagte mir am Dienstag in aller Deutlichkeit: „ICH WILL MEINE KITA“ Tja, so kriegt jeder von uns mal den Lagerkoller. Meine bisherige Pandemie-Überlebensstrategie lautete: nicht zu viel Zeitung lesen, nicht zu viel Fernsehen wenn es um Corona geht. Mir wird da viel zu viel geredet und diskutiert, das ertrage ich nicht so gut. (Ich sage es aber auch gleich mal dazu: Ich gucke mir auch keine Action- und schon gar keine Horrorfilme an. Wenn ich Fernsehen gucke, dann muss ganz klar sein, dass in dem Film nicht besonders viel passiert. Schon gar nichts Schlimmes.) Aber die Sendung Sternstunde Philosophie auf SRF, dem Schweizer Fernsehen, habe ich mir angeschaut. Dass sie mich so fasziniert hat, mag auch an der ruhigen und besonnenen Art von Philipp Blom gelegen habe, aber vor allem fand ich das was er gesagt hat, einfach wahnsinnig wichtig, spannend und weitsichtig. Auch erschreckend und etwas … perspektivlos. Er hat beispielsweise gesagt, dass wir akzeptieren müssten, dass diese Pandemie womöglich nicht ein einzigartiges Ereignis sei, sondern sie eine Konsequenz desselben  Phänomens wie die Klimakatastrophe, nämlich aus der Tatsache entstanden sei, dass wir immer tiefer in die Natur eingreifen. Systeme verändern und so weiter.

Der Planet braucht uns nicht so sehr …

Er sagte auch: „Wir glauben eigentlich instinktiv wir stehen über der Natur. Wir sind etwas anderes. Wir sind schon etwas unangenehm berührt, wenn wir als Säugetiere angesprochen werden.“ Ich habe so etwas wie eine Corona-Pandemie niemals kommen sehen, natürlich nicht. Aber das, was Blom sagt, habe ich schon oft gedacht. Wieso denken wir eigentlich, uns Menschen stehe alles zu? Wieso vergiften wir Nahrungsmittel, um noch mehr davon produzieren zu können? Beispielsweise. Wieso behandeln wir Tiere wie Scheiße, nur weil wir denken, wir müssten sie essen, um zu überleben. Und wieso schreiben wir Völkern vor, wir wüssten, wie sie zu leben haben? „Der Mensch ist für den Planeten nicht so besonders wichtig“, sagte Blom. Lange beispielsweise nicht so wichtig wie Ameisen … Think about it! Menschen sind vor allem für Menschen wichtig.

Ob Blom Recht hat oder nicht mit seiner Vermutung, dass wir in den nächsten Jahrzehnten noch weitere Pandemien erleben werden oder nicht, wer weiß es schon? Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob unsere Kinder in 20 Jahren darüber lachen, dass wir uns heute in unserer Freiheit eingeschränkt fühlen, weil wir manchmal dazu angehalten sind, einen Mundschutz zu tragen … Und ob sie ganz andere Probleme mit sich herumtragen müssen …

Scheitern darf sein

Wahnsinnig gut getan hat mir mal wieder die kluge Claudia Schaumann. Du kennst sie natürlich. Ihren Blog Wasfürmich lesen 50.000 Leser. Und bevor sie sich in ihre Winterpause verabschiedete, schrieb sie diesen Artikel, der vermutlich all meinen Freundinnen aus der Seele spricht. Und während ich ihn las, dachte ich natürlich: Und mir besonders! 😉

Nur Zeit zum Atmen

Gehört habe ich in dieser Woche nur einen Podcast. Es blieb einfach für keine Zeit für mehr. Dafür war der aber auch auf Englisch, ich musste also ganz genau zuhören – da konnte ich nicht nebenbei noch Kochtöpfe spülen! Es ging um ein Thema, dass nicht einfach nur so nebenbei abgehandelt werden konnte. Wie es der Zufall so will bin ich auf den Podcast von wemove.world aufmerksam geworden. Es geht da nämlich um Bewegung und Atmung, wichtige Dinge! Das Interview mit Patrick McKeowne, dem Atemexperten unserer Zeit, ist zwar schon fast ein Jahr alt, hat mich aber sehr gefesselt. Der Titel dieser Podcastepisode lautete: „Is the way you breathe holding you back?“ Jetzt will ich unbedingt McKeownes Bücher lesen!

Veganes Ei – der Crashkurs

Vielleicht hast du auch schon vom Veganuary gehört. Eine britische Organisation hat ihn 2014 zum ersten Mal ins Leben gerufen. Da das neue Jahr ja oft und gerne zum Anlass genommen wird, Vorsätze anzugehen und derjenige, weniger Fleisch zu essen, mittlerweile in jedes Hirn vorgedrungen sein sollte, ist das doch eine gute Sache. Viele Prominente, Blogger, und Influenzier machen mit und sogar Lebensmittelhersteller nehmen das zum Anlass ihre veganen Produkte zu bewerben – wenn’s das Ziel, Menschen dazu zu animieren, weniger Fleisch zu essen, unterstützt – super! Deswegen gibt es heute hier den aktuellen Blogbeitrag von Natalie von yayfortoday. Ich liebe veganes Rührei. Wahrscheinlich weil ich finde, dass es so gar nicht nach Rührei schmeckt. 

Lauschangriff und Lesestoff vom 8.1.2021

Bis zum Dreikönigstag fühlte sich der Lockdown hier noch nicht so richtig wie ein Lockdown an. Nicht etwa, weil wir die Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten hätten, nee, nee. Es fühlte sich einfach an wie ein verlängerter Weihnachtsurlaub und die Kinder fanden es ganz gut, dass wir zuhause in unserer Adventswelt lebten. Sind die erst mal drinnen am Spielen, haben sie eigentlich gar keine große Lust hinaus in die Welt zu gehen.

2021 bringt jetzt auch nicht die Erleuchtung, oder?

Mir war auch vorher schon klar, dass das Leben am 10. Januar nicht normal weitergehen würde. Dass Silvester und der Jahreswechsel nicht die Erleuchtung und schon gar nicht die Vernichtung der Corona-Pandemie bringen würden. Auch keinen Frieden auf Erden. Das hat man ja am Königstag schön an den USA gesehen. Nichtsdestotrotz musste auch ich einmal tief durchatmen, nachdem ich die neuen Bestimmungen zur Eindämmung des Corona-Virus am Dienstagabend vernommen hatte. Aber so ist es dann eben auch: atmen, einmal den Kopf durchschütteln und weitermachen. Damit ich nicht ganz in meiner Mama-Blase verblöde, tragen mich Podcasts durch die Zeit. Sie begleiten mich beim Aufräumen und Kochen, abends höre ich sie, statt in die Glotze zu gucken. Und so habe ich mich besonders über den Artikel von Sheila Ilzhöfer auf FuckLuckyGoHappy gefreut, die dort ihre liebsten Podcasts vorgestellt hat. Musst du unbedingt lesen, denn dann weißt du auch, was du in den nächsten Wochen des Wahnsinns-Lockdown auf die Ohren packen kannst.

Besser leben – weniger Müll

Ich habe nicht viele Vorsätze für das neue Jahr. Aber mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, wie viel Müll hier bei uns immer durch die Haustüre getragen wird. Ich hatte Anfang des Jahres 2020 noch zwei Kinder zu wickeln und beim Gedanken an die Müllberge, die Windeln, Nasstücher und Co. produzierten, habe ich manchmal einfach die Augen verschlossen. Nun werden die Kinder größer und ich habe mir vorgenommen, die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch in die Erziehung mit einzubauen. Dazu werde ich in den kommenden Monaten sicher auch häufiger etwas schreiben. Bei der Reduktion von Müll kann man da glaube ich ganz gut anfangen, vor allem wenn man so nahe am Meer lebt wie wir. Einen neuen Podcast zum Thema Nachhaltigkeit gibt es vom Bayrischen Rundfunk seit Anfang Dezember. Er heißt „Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar“ und in der aktuellen Folge geht es um die Vermeidung von Mikroplastik in der Kosmetik.

Glaube ist kein Leistungssport

Einen Text, der mich sehr berührt hat, habe ich bereits vor Weihnachten gelesen. Weil er mich lange beschäftigt hat, will ich ihn hier gerne erwähnen. Das Interview mit dem Münchener Pfarrer Rainer Maria Schießler in der Süddeutschen Zeitung vom 21. Dezember hat mich über die Weihnachtstage zum Nachdenken gebracht. Yoga und Glaube – egal welcher, passen für mich sehr gut zusammen. Dazu werde ich in diesem Jahr wahrscheinlich auch noch etwas schreiben. Die erste Frage des Interviews lautete: „Ein Satz, den man immer wieder hört: »Ich würde ja gern an Gott glauben, aber ich schaffe es nicht.« So kurz vor Weihnachten – was raten Sie solchen Menschen?“ Und nachdem ich die Antwort auf die Frage gelesen hatte, war mir klar, dass ich dieses Interview auf jeden Fall in seiner ganzen Länge lesen würde. „Ich rate ihnen: Lass dich aufs Leben ein. Und hör auf damit, den Glauben unter einem Leistungsaspekt zu sehen. Setz dich nicht unter Druck. Glauben kann man nicht messen, man kann nicht besser oder schlechter, mehr oder weniger glauben“, sagte der Pfarrer. Den Glauben nicht unter einem Leistungsaspekt sehen – das ist ein schöner Satz, egal was und/oder an wen wir glauben, oder? Was mir besonders gut gefallen hat, ist Schießlers Einstellung zum Thema Tod. Wer Angst davor habe, dem würde er sagen: „Du brauchst keine Angst zu haben. Vor dir sind so viele gestorben, das schaffst du auch.“ Herrlich. Und egal was wir glauben, am Ende geht es immer um das, was auch Patanjali rät: Lebe bewusst. Lebe hier. Lebe jetzt. In diesem Interview sind noch viele weitere sehr kluge Sätze gefallen. Und dann, ganz zum Schluß kam die Aussage, die mich durch die Weihnachtstage getragen hat. In der Frage ging es natürlich um Corona, darum, dass wir jetzt dann ja endlich mal besinnlich feiern könnten, wo alles verboten wäre. Und da antwortete Schießler: „So ein Unsinn, Corona ist kein Glücksfall, ich hätte gern darauf verzichtet. Und ganz ehrlich, ich wäre auch gern mit ein paar Freunden zum Glühweintrinken gegangen. Wissen Sie was, die Leute reden immer von einem harmonischen Weihnachtsfest. Warum eigentlich? Als Jesus geboren wurde, war nichts harmonisch: Volkszählung, Militärtruppen, Wucherpreise, Guerilla-Anschläge, das war ein riesiges Durcheinander, und dann wird in einem Stall dieses Kind geboren, ein Wunder im Chaos, das ist Weihnachten.“ Ich glaube, davon mache ich mir ein Poster für den nächsten Adventskalender: „Ein Wunder im Chaos. Das ist Weihnachten“. 

Ein Wunder im Chaos …

Weniger Vorsätze, mehr Gefühle und immer genug Topinambur

Neu entdeckt habe ich den Blog ichmachdannmalsport von Nina-Carissima Schönrock. In dem Artikel „Gute Vorsätze 2021: Warum sie scheitern und wie sie gelingen“, schreibt sie darüber, warum wir unsere Ziele nicht zu hoch setzen sollen und uns nicht zu viel für das neue Jahr vornehmen sollen. Das ist genau meine Strategie: weniger Vorsätze, mehr Gefühle. 

Auf meine Podcast-Liste hat es übrigens nun auch der TCM-Podcast von Anna Reschreiter geschafft. TCM – dafür interessierte ich mich vor allem weil es beim Frühstücksbuffet im Hotel Alpenressort Schwarz – dort habe ich vor zwei Jahren meinen Yogaretreat „Fit in den Frühling“ angeboten – ein Müsli gibt, das auf dem Prinzip der 5-Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert. Es ist wirklich das beste Müsli, das ich jemals gegessen habe. Also dachte ich: TCM – muss in meine Küche. Und deswegen – also eigentlich nur wegen diesem einen bestimmten Müsli – höre ich jetzt TCM-Podcasts …

So kommt das Rezept diese Woche natürlich von Anna Reschreiters Blog. Topinambur hat sich schon im vergangenen Winter zu meinem liebsten Wintergemüse entwickelt. Wenn in meinem Gemüsefach kein Topinambur mehr liegt, ist irgendwas falsch gelaufen. Oder es ist Markttag.

Lauschangriff und Lesestoff vom 18.12.2020

Seit zwei Tagen befinden wir uns im Lockdown und die Stimmung zuhause ist großartig. Das war beim ersten Lockdown am Anfang auch so; ich erinnere mich daran, dass meinen Kindern das Gefühl vom „Runterfahren“, von „Ferien auf unbestimmte Zeit“ wohl gutgetan hat. Diesmal fühle ich mich gestärkter, gleichsam auch deutlich müder, aber ist es nicht ein bisschen so, dass wir jetzt irgendwie ja auch schon wissen, wie „Lockdown“ geht?

Vielleicht liegt auch das am Lockdown: Ich habe in dieser Woche tatsächlich mehr Empfehlungen für Podcasts als fürs Lesen. Wie praktisch. Ich habe im Lockdown 1 die Strategie entwickelt, Podcasts immer dann zu hören, wenn ich in der Küche beschäftigt war: Beim Kochen, beim Abwasch, beim Aufräumen. Das habe ich so beibehalten.

Jedem die Nase, die er sich wünscht

Den ersten Podcast dieser Woche hörte ich, während ich das völlig im Chaos versunkene Kinderzimmer aufräumte. Da schlief der Rest der Familie bereits. Und ich hörte Sandra von Zabiensky zu, wie sie für ihren Podcast House of Grace mit dem plastischen Chirurg Dr. Jan Nebendahl sprach. Das war wahnsinnig unterhaltsam. Das Thema war: „Wie verändert sich der Blick auf die Menschen, wenn Schönheit der Beruf ist?“ Ich habe sehr viel gelernt. Was für ein spannendes Gespräch! Ich hatte mir um das Thema Schönheitschirurgie bislang nicht viele Gedanken gemacht – obwohl es bei mir sicher jede Menge zu verbessern gäbe. Mir war schon immer klar, dass jeder frei entscheiden darf, was er mit sich und seinem Körper machen möchte und ich habe auch schon vorher verstanden, dass plastische Chirurgie Menschen unheimlich viel Lebensqualität schenken kann. Sandra hat mir da allerdings noch mehr die Augen geöffnet. Jegliche Vorurteile weggeblasen. Jeder soll so sein dürfen wie er will – wir überschlagen uns ja förmlich dabei, unseren Kindern diesen Grundsatz glaubwürdig zu vermitteln. Ich hatte mir bislang aber noch nie überlegt, dass das Thema Aussehen da natürlich mit einbegriffen ist. Dabei liegt das auf der Hand. Und dazu gehört dann eben auch, dass jeder die Nase haben darf, die er sich wünscht (trotzdem an der Stelle bitte gut zuhören, was Dr. Nebendahl zum Thema Nasenoperationen sagt ;-))

Wie willst du dein Weihnachten?

Einen Tag später schrieb meine beste Freundin mir, ich solle mir den aktuellen Podcast von „Die friedliche Geburt“ anhören. Ich war erst mal ein bisschen stutzig. Ich bin nämlich nicht schwanger. Zum Glück höre ich meistens auf meine Freundin. Ich habe mich gleich in die Stimme von Kristin Graf verliebt. Sie ist Mentaltrainerin und Hypnose-Coach für Frauen in der Geburtsvorbereitung. Der aktuelle Podcast heißt „Weihnachten planen“. Wie passend. Mich hat diese Podcast-Folge sehr inspiriert. Kristin Graf empfiehlt darin, unter anderem, dass wir uns vor Weihnachten Gedanken darüber machen sollen, was für uns – wenn wir das Fest feiern – wichtig ist, welche Vorstellungen wir haben und sie gibt auch Tipps, wie diese Vorstellungen umsetzbar werden. Außerdem berichtet sie darüber, wie das Fest in ihrer Familie nachhaltiger geworden ist. Ich kann dir diesen Podcast wirklich wärmstens an Herz legen, wenn du Lust auf Weihnachten hast und keine Lust auf Enttäuschungen. Am besten hörst du ihn bei einer Tasse Tee und Weihnachtsplätzchen.

Was ist eigentlich Spiritualität?

Spannend ist auch das Interview von Kristin Rübsamen mit dem Jesuiten und Professor an der Hochschule für Philosophie in München Michael Bordt im YogaEasy Podcast „Besser leben mit Yoga“. Sie spricht mit ihm darüber, woher die Sehnsucht nach Spiritualität kommt, was das überhaupt ist und warum Yogastudios – außerhalb von Corona-Zeiten zumindest – voll und die Kirchen leer sind. Das Wort Spiritualität ist heute einerseits negativ behaftet – viele denken an „räucherstäbchenselige Sinnfindungsinstitute“, wie es die Journalistin Hania Luczak einmal im Magazin Geo so schön nannte. Sogar in der Yogaszene gibt es manchmal eine gewisse „Genervtheit“ von der spirituellen Szene. Der Philosoph erklärt sehr schön, dass wir uns von den gängigen Klischees freimachen können und warum uns Spiritualität besonders in der aktuellen Zeit helfen kann. Er erklärt, warum Spazieren im Wald schon spirituell ist und weshalb sich Yoga und auch unsere Religion wunderbar miteinander verbinden lassen.

Perfektionismus kann draussen bleiben

Mit Lockdown-Start postete ich auf meinen sozialen Netzwerk-Kanälen ein Foto, auf dem ich einen Pullover mit der Aufschrift: „Never perfect. Always awesome“ trage. Als Erinnerung an alle, die sich die nächsten Tage und Nächte im Vorweihnachtsstress um die Ohren schlagen, weil sie alles perfekt machen wollen, im Homeoffice gefangen sind, während Kinder um sie herumspringen und dann auch noch den Anspruch haben, die Wohnung müsse immer aufgeräumt sein, die Worte immer achtsam gewählt. Im Interview mit dem Süddeutsche Magazin spricht die Psychotherapeutin Friederike Potreck darüber, wie wichtig es ist, dass wir die Ansprüche an uns selbst auf ein Maß reduzieren, dass sie auch erfüllbar sind. Sie erklärt, wie wichtig Selbstwert ist und dass wir mit Achtsamkeit zu Selbstakzeptanz finden. Dabei meint sie nicht die buddhistische Meditation, sondern das achtsame Wahrnehmen und Annehmen von dem was ist und wie wir sind. Sie nennt das: „achtsames Sich-Akzeptieren“. Sie erklärt auch, was ich Anfang November genau so an einem Vormittag einmal fühlte, als meine Kinder in der Kita waren und in dem Blogbeitrag „Guet gnueg“ beschrieben habe: „Wenn Sie drei Viertel Ihrer To-do-Liste abgearbeitet haben, müssen Sie nicht mit sich hadern, dass noch ein Viertel übrig ist, sondern können sich darüber freuen, dass Sie drei Viertel erledigt haben.“ Außerdem macht sich deutlich, wie wichtig Muße und Nichtstun für uns sind. Das Interview sollte also wirklich jeder – gerade jetzt vor den Feiertagen – noch lesen.

Zum Schluss noch den Hinweis darauf, was ich in den letzten Wochen ab und zu gekocht habe …Vielleicht hast du dich auch schon lange gefragt, wie man Tofu so zubereiten kann, dass er wirklich richtig gut schmeckt. Wenn du das Rezept von Heavenlynn Healthy noch nicht kennst, probier es aus. Was soll ich sagen. Es ist wirklich der Weltbeste Tofu …

Der nächste Lauschangriff und Lesestoff erscheint hier am 8. Januar 2021.

Lauschangriff und Lesestoff vom 11.12.2020

Diesmal brauche ich deine Hilfe. Denn diese Woche lief überhaupt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich habe kaum gelesen, kaum mitbekommen, welche Podcasts veröffentlicht wurden. Nachrichten? Was ist das? Daher freue ich mich, wenn du mir diesmal sagst, was ich verpasst habe. Von Sonntag an war ich damit beschäftigt, die Temperatur meiner hochfiebernden Fünfjährigen zu senken und habe – ehrlich gesagt – auch sonst nicht viel hinbekommen. Das hohe Fieber dauerte vier Tage und lies sich kaum regulieren. Der kleine kluge Körper machte, was er für nötig hielt – das ist ja eigentlich eine gute Sache, kann aber ein bisschen beängstigend sein. Vor allem dann, wenn alle fiebersenkenden Maßnahmen nicht funktionieren … Nun springen hier wieder zwei gesunde Kinder durch die Wohnung. Meine Güte, bin ich dankbar.

Kindergarten-Aktivismus

Vor ein paar Wochen habe ich der Kitaleitung meiner Tochter eine Mail geschrieben, in der ich fragte, ob in diesem Jahr irgendjemand auch mal gesagt hätte, was die Erzieher der Einrichtung alles gut machten. Oder ob immer nur gemeckert würde? Ich habe geschrieben, dass ich das auch gerne mal bei nächster Gelegenheit unter den anderen Eltern ansprechen möchte. Denn ich bin ein bisschen müde von dem „Kindergarten-Aktivismus“, der mir in diesem Jahr häufiger begegnete, obwohl doch allen klar sein muss, wie schwer das Jahr auch für Erzieher war. Die Einrichtung, in die meine Tochter geht, ist eine kleine Einrichtung, die sich sehr viel Mühe gibt. Meine Tochter geht gerne hin und vielleicht habe ich deswegen auch leicht reden. Aber wenn Eltern anfangen, zu maulen, dass sie sich mehr Aktionen wünschen, dass die Kinder zu viel freie Spielzeiten hätten und zu wenig gebastelt, trompetet oder was auch immer getan wird, sich dies und das gewünscht wird, kriege ich angesichts der Probleme, die es auf dieser Welt wirklich zu lösen gäbe, graue Haare. Und dann stolperte ich über diesen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Es ist ein Bericht, der beschreibt, wie überlastet die Erzieher/innen in Deutschland sind und welch hohem Stresspegel sie sich im Vergleich zu anderen Ländern ausgesetzt fühlen. Im Artikel von Edeltraud Rattenhuber geht es vor allen Dingen um die Ergebnisse der Studie „Talis Starting Strong“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Befragt wurde Kita-Personal in insgesamt neun Ländern, neben Deutschland auch in Dänemark, Norwegen, Island, der Türkei, Israel, Chile, Südkorea und Japan. Wir haben in unserem Land einen massiven Mangel an Fachkräften und auch Einrichtungen. Und obwohl Deutschland zu den Ländern zählt, deren Fachkräfte besonders gut ausgebildet sind, fühlten sich die Erzieher/innen hierzulande häufig nicht ausreichend gerüstet. Zum Glück hat die Pandemie dem ganzen Land vor Augen geführt, wie wichtig Einrichtungen sind und ich hoffe, dass auch deutlich geworden ist, was Erzieher so alles leisten. Denn wenn Eltern die eigenen Kinder schon nervig finden, könnte man sich ja manchmal fragen, wie anstrengend es für andere sein muss, auf diese Kinder aufzupassen …

Frohe Weihnachten??!!

Wenn ich zu nicht viel komme, dann lese ich – das ist ja sicher schon bekannt – vor allen Dingen zwei deutschsprachige Blogs besonders gern. Den einen, weil er sich eben mit dem Leben mit Kindern beschäftigt, den anderen, weil er so wunderbar auf die schönen und wichtigen Dinge des Lebens aufmerksam macht. Da klicke ich dann rein, während ich über Haare streiche, dem Atmen lausche oder einfach noch mal kurz bevor ich selbst die Augen zumachen möchte. Auf ohhhmhhh gab es in dieser Woche einen Beitrag von der fantastischen Autorin Mirna Funk, die uns Christen vorschlägt, mal nicht jedem Frohe Weihnachten zu wünschen, sondern stattdessen vielleicht die Frage: „Hey, was machst du eigentlich während der kommenden christlichen Feiertage?“ zu stellen. Als ich in den USA lebte, war meine engste Freundin dort eine Jüdin. Es war die Person, die uns als erstes fragte, wo wir Thanksgiving feiern würden und ob wir Lust hätten, gemeinsam mit ihrer Familie bei ihren Eltern zu sein. So feierten wir ein sehr besonderes Fest in Calabasas mit Menschen, die uns aufnahmen, als gehörten wir seit vielen Jahren zur Familie. Wenige Wochen später sassen wir bei meiner Freundin auf der Couch und durften Chanukka, das jüdische Lichterfest, miterleben. Wenn ich mit den Freunden von mir spreche, mit denen ich zur Schule gegangen bin, reden wir oft über die Vor- und Nachteile davon, an vielen verschiedenen Orten gelebt zu haben. Ich finde nämlich nicht alles daran besonders vorteilhaft. Viel mehr sehe ich in den letzten Jahren die Vorteile davon, wenn Menschen immer am selben Ort leben (Aber es ist ja immer leicht, in genau dem das Positive zu sehen, was man nicht hatte). Aber wenn ich eines daran besonders gut fand, viel Zeit in verschiedenen Ländern verbracht zu haben, dann dass man plötzlich eine Sichtweise dafür bekommt, wie sich Ausländer sein oder „aus einer anderen Kultur kommend“ eigentlich anfühlt. Und wie wohltuend es ist, wenn man mit Herzlichkeit Einblicke in eine Kultur erhält, die einem gerade noch fremd war. Das hat jetzt vielleicht nicht unbedingt direkt etwas mit dem Text von Mirna Funk zu tun, trotzdem verstehe ich ihren Anstoss und werde in den nächsten zwei Wochen darauf achten, was ich zu wem bezüglich der Weihnachtsfeiertage sagen werde.

Die beste Botschaft des Jahres: Iß Weihnachtskekse!

Wenn ich dir einen Podcast aus dieser wilden Woche ans Herz legen kann, dann ist es Prana up your Life. Dein Podcast für mehr Lebensenergie von Jasmin und Josephine Jeß. Weil: die Botschaft lautet: Iß Weihnachtskekse! Und das ist genau das, was ich in diesem Jahr hören will. Auch wenn du nach ayurvedischen Grundprinzipien leben möchtest, musst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich in der Weihnachtsbäckerei austobst. Was will man mehr? Nächste Woche gibt es hier auf dem Blog übrigens mein Last-Minute-Weihnachtsgebäck-Rezept, vegan, glutenfrei, superschnell und unfassbar gut.

Zuerst aber will ich Dir noch dieses Rezept von Daniela und Glücksgenuss zeigen. Ich wollte es eigentlich diese Woche ausprobieren. Es lacht mich seit Tagen an und die Medjool-Datteln stehen schon in den Startlöchern … aber tja, dann bin ich einfach nicht zum Backen gekommen.

Lichterwelle … machst du mit?

Zuletzt noch: Am kommenden Sonntag (immer am zweiten Sonntag im Dezember) ist das weltweite Kerzenleuchten. Dann werden weltweit um 19 Uhr Ortszeit Kerzen für verstorbene Kinder aufgestellt. Die Kerzen werden von außen gut sichtbar an ein Fenster gestellt. Die Idee ist, eine Lichterwelle entstehen zu lassen, die in 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert. Damit den Kindern, aber auch den Betroffenen weltweit zu gedenken, finde ich eine sehr schöne Sache. Ich habe keinen einzigen vernünftigen aktuellen Text dazu gefunden, vielleicht kommen die noch, aber ich wollte es hier nicht unerwähnt lassen. Auch in meinem engeren Familienkreis gab es im letzten Jahr ein Sternenkind. Vielleicht machst du ja auch bei der Lichteraktion mit. Und schickst du mir auch noch deine Leseempfehlung, damit ich aufholen kann, was ich diese Woche verpasst habe?

Lauschangriff und Lesestoff vom 4.12.2020

Schon am vergangenen Freitag bin ich durch den Newsletter von ohhhmhhh über den Artikel in der New York Times gestolpert, den Meghan Markle geschrieben hat. Er trägt den Titel „The losses we share“ (deutsch: Die Verluste, die wir miteinander teilen“) und erinnert uns daran, dass wir die Frage „Are you okay?“ – „Geht es dir gut?“, häufiger stellen sollten. Es ist ein sehr schöner und emotionaler Text der Herzogin, die darin erzählt, wie sie die Fehlgeburt ihres zweiten Kindes erlebt hat und warum es so wichtig ist, andere zu fragen, ob sie okay sind. „Geht es dir gut?“ – ich glaube, gerade in diesem Jahr hat diese Frage eine neue Bedeutung bekommen. Gerade weil wir uns nicht so viel drücken dürfen: Zuhören ist und war stets erlaubt.

Einen wichtigen Beitrag zum Thema Homosexualität habe ich in dieser Woche im Süddeutsche Magazin gelesen. Dabei ist mir aus dem Interview mit der Forscherin und Psychologin Dr. Claudia Krell und der Beraterin Irmengard Niedl besonders diese Aussage von Frau Dr. Krell in Erinnerung geblieben: „Wir sind noch nicht an diesem Punkt, aber eigentlich geht es doch um die Frage, wie man eine Gesellschaft so fit machen kann, dass ein Coming-out kein Drama mehr sein muss. Schließlich gibt es auch Jugendliche, die erzählen, dass sie einfach nebenbei mal erwähnt haben, dass sie nun eine Freundin haben und dass ihre Mama es sich eh schon gedacht hatte. In der Regel kennen Eltern ihr Kind ganz gut.“ Die Gesellschaft fit zu machen, damit ein Coming-Out – egal von wem – kein Drama mehr ist. Das klingt sehr schön. Fast so wie ein guter Neujahrswunsch.

Per Zufall gefunden und mit Erschüttern beäugt, habe ich diesen Beitrag auf Spiegel.de. Es ist ausnahmsweise weder ein Text noch ein Podcast sondern ein Video. Wer Kinder hat, sollte sich das anschauen. Spitzensport kann wunderbar sein, aber tiefe emotionale Verletzungen wie sie die Schäfer-Schwestern und mit ihnen viele andere Kinder immer noch tagtäglich erleben – und das ausgerechnet bei einem Hobby, das doch eigentlich Spaß bringen sollte – sind all den Ruhm, alle Reisen, allen Erfolg niemals wert. Übrigens ist es häufig so, dass Kinder, die Talent im Sport mitbringen, mehrere Wege gehen können. Es muss nicht dieser Sport sein. Es muss nicht dieser Trainer sein. Manchmal eröffnen sich neue Wege, neue Sportarten, wie das Beispiel meiner Freundin Katharina Bauer zeigt, die einst eine sehr talentierte Turnerin war, deren Mutter aber zum Glück irgendwann merkte, dass die Tochter lustlos zum Sport ging, und sie daraufhin ermutigte, etwas Neues auszuprobieren. Heute zählt Katharina zu Deutschlands besten Stabhochspringerinnen. Fragt eure Kinder, ob es ihnen gut geht.

Einen schönen, ausführlichen und äußerst informativen Beitrag zum Thema ökologische Landwirtschaft und was es eigentlich mit der biologischen Kreislaufwirtschaft auf sich hat, gab es diese Woche auf peppermynta.de zu lesen.

Seit heute gibt es einen neuen Podcast von Köchin, Autorin und Aktivistin Sophia Hoffmann. Er heißt Hoffmanns Küche und es ist ein „kulinarisch-politischer“ Podcast. In der ersten Folge spricht Sophia mit Monika Kanokova und Maximilian Mauracher vom New Standard Studio, die Nachhaltigkeit in Unternehmen umsetzen möchten. Dabei geht es den beiden darum, wirklich nachhaltiges Handeln in die Köpfe der Menschen zu bringen. Definitiv ein Thema, dass ich mir für das neue Jahr ganz besonders vorgenommen habe. Hoffmann lädt ihre Gäste übrigens in die eigene Küche ein und kocht für sie. Wie gerne würde ich mich mal von Sophia Hoffmann bekochen lassen … Hach … Aber jetzt möchte ich gerade in einer riesigen Dose gefüllt mir dieser veganen Lebkuchenvariante von ihr versinken.

Lauschangriff und Lesestoff vom 27.11.2020

Wir rauschen mit Vollgas der Adventszeit entgegen. Noch nie gab es in meiner Wohnung so früh geschmückte Tannenzweige, noch nie stand der Adventskranz so lange auf den 1. Advent wartend einfach nur so rum, noch nie lief bei uns schon im November Weihnachtsmusik. Jetzt schon. Wenn ich auch das Gefühl habe, auf absolut nichts sonst vorbereitet sein zu können: auf die Adventszeit bin ich es – aber so was von! Auf Instagram habe ich gesehen, dass bei Familie Lewandowski sogar der Weihnachtsbaum bereits in der vorletzten Novemberwoche stand, und ich gebe Anna Lewandowska recht: Why not? Es ist ja vieles anders in diesem Jahr. Ich habe ein großes Bedürfnis nach Gemütlichkeit. Und mal ehrlich: Wenn Rolf Zuckowski hier „Dezemberträume“ trällert, sind meine Kinder auch irgendwie entspannter.

Ich mag die Adventszeit gerne. Für mich bedeutet Advent auch gleichzeitig, dass wir noch mal so etwas wie Vorfreude erleben. Worauf eigentlich? Geschenke gibt es eigentlich für uns Erwachsene an Weihnachten schon lange nicht mehr so richtig. Die Vorfreude ist trotzdem da. Sie sitzt ganz tief in meinem Bauch. Ein Gefühl, das wir doch heute fast nicht mehr kennen. Wir kaufen uns so ziemlich alles dann, wenn wir meinen, es zu brauchen. Auf etwas Warten? Darin sind wir schlecht geworden. Vielleicht mag ich den Advent deswegen auch so gerne. Genau wie den Geruch von Lebkuchengewürz und zu viel Zimt. Leuchtende Kinderaugen vor geschmückten Tannenbäumen und Lichterketten. Bücher vorlesen, die Weihnachtszauber versprühen, ich mag auch warmen Kakao und Keksdosen. Und dann ist da ja auch immer das Ende eines Jahres und der Anfang eines neuen, was irgendwie etwas Magisches hat. Vermutlich wird das neue Jahr diesmal von vielen mit besonders viel Euphorie erwartet – ich bin mir da noch nicht so sicher.  Auf jeden Fall bin ich auf Zeit online über diesen Beitrag von Christian Bangel zum Thema Silvesterknaller gestolpert. Alleine der Titel gefällt mir schon: Baller, Baller. Brauchen wir eigentlich Silvesterknaller? Ganz ehrlich: Silvester könnte sehr gut auch ohne Feuerwerk gefeiert werden. Silvesterknaller gehören für mich zu den besonders dekadenten Erfindungen dieser Welt. Wenn man sich kurz mal überlegt, was Sinnvolles mit dem Geld gemacht werden könnte, das da einfach so in die Luft gepulvert wird, wie viel Stress wir damit für Tiere verursachen, nicht nur für unsere Haustiere sondern auch all die anderen da draussen, und wie schädlich das alles für die Umwelt ist, wird mir fast schlecht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Silvester auch genauso schön ohne Knallerei gefeiert werden kann.

Ein anderes Thema: Heute ärgere ich mich sehr darüber, dass ich vor 20 Jahren (Oh Gott, es ist wirklich schon so lange her) begonnen habe, Sportwissenschaften auf Diplom zu studieren und nicht Lehramt. Journalistin hätte ich auch mit einem Lehramtsstudium locker werden können, Lehrerin ist nun etwas schwieriger. Trotz Lehrermangel. In Schleswig-Holstein sind sie da ziemlich streng. Auf jeden Fall – vielleicht nehmen die auf dem Ministerium mich deswegen auch nicht so ernst – würde ich dann natürlich im Sportunterricht auch Yoga einführen. Ist ja klar. Die Studie ist nicht ganz neu, Anfang November veröffentlichte der Bund Deutscher Yogalehrer ein Update dazu. Das habe ich in dieser Woche erst entdeckt und deswegen will ich es hier nicht vorenthalten.

Die durchgeführten Studien wurden zwar an zwei Berliner Berufsschulen gemacht, also mit jungen Erwachsenen, aber wir sollten auch nicht aufhören, dafür zu kämpfen, Kindern (und damit Schülerinnen und Schülern im Allgemeinen) die Möglichkeit zu geben, auf der Yogamatte Stress und Emotionen abbauen zu können …

Auch mit Vorfreude erwartet, habe ich den Wandaful Podcast – Yoga beyond the Asana mit Veit Lindau. Das war ein spannendes Gespräch, ich habe es gehört während ich das Süßkartoffel-Grünkohl-Curry für das Abendessen geköchelt habe. Lindaus Einstellung zum Thema Erleuchtung liegt mir sehr. Und generell habe ich aus diesem Gespräch sehr viel mitnehmen können …und das Curry mit absoluter Hingabe gekocht 😉

Am Mittwoch, den 25. November war der Tag der Gewalt gegen Frauen. Auf Deutschlandfunk Nova habe ich den Beitrag dazu gehört. Per Zufall habe ich dann ebenfalls auf dieser Seite den Beitrag „Warum verzeihen gut tut“ gefunden. Er ist aus dem Oktober 2020 – spielt aber keine Rolle, er ist zeitlos. Ein interessanter Bericht darüber was Verzeihen bringt, weshalb es auch ein bisschen egoistisch ist und dass das aber auch nicht schlimm ist. Wenn wir aber sowieso gerade schon dabei sind durch Deutschland Funk Novas Hielscher oder Haase-Programm zu stöbern, dann höre doch heute auch noch den Beitrag zum Black Friday und Nachhaltigkeit.

A propos Süßkartoffel-Grünkohl-Curry, vor ein paar Wochen habe ich ein Rezept für selbstgemachtes Naan auf dem Blog backenmachtglücklich gefunden. Jetzt backe ich das Indische Brot zu jedem Curry, das es hier bei uns zuhause gibt – das heißt, ziemlich oft. Und es ist – genau wie im Artikel von Kathrin Runge beschrieben – bei allen Familienmitgliedern sehr beliebt. Manchmal variiere ich mit dem Rezept ein bisschen, ich habe nämlich zuhause auch ein tolles Veganes indisches Kochbuch. Aber eigentlich gibt es daran nicht viel zu optimieren. Ich benutze Kokosöl, um das Naan in der Pfanne zu backen und am besten wird es, wenn die Teigfladen, die ich in die Pfanne gebe, nicht zu dick sind. Schönes Wochenende.

Lauschangriff und Lesestoff vom 20.11.2020

Diese Woche startete für mich mit dem Geburtstag unserer Tochter. Dem fünften. Das heißt, egal, wieviel Mühe man sich gibt, solche Geburtstage können so oder so ausgehen. Weil Geburtstage für Kinder ja immer mit besonders hohen Erwartungen verknüpft sind und mit Überfluss an Emotionen. Daher musste ich ein bisschen schmunzeln, als mir am Abend bewusst wurde, dass niemand aus unserer Familie an diesem Tag geweint hatte. Check! Alle waren froh. Irgendwann am frühen Abend hatte das Geburtstagskind allerdings leise gefragt: „Warum ist gar niemand gekommen, Mama?“ Ich habe es ihr erklärt. Für Kinder im Kindergartenalter ist ein Lockdown light schwer zu begreifen. Im Frühling hatte das besser geklappt. Wenn Kitas für die meisten Kinder unzugänglich, Spielplätze mit Absperrband dekoriert und Tische und Stühle von Cafés draussen mit schweren Ketten gesichert sind, ist „Corona“ auch für Kinder greifbar. Jetzt ist das etwas schwierig. Für meine Kinder ist Corona gerade sehr weit weg, für uns Erwachsene nicht so …

Ich habe diesen Artikel in der vergangenen Woche gefunden und bin nicht besonders überrascht. Ich kann mir wage vorstellen, wie es sich anfühlen könnte, wenn man Covid-19-positiv getestet wäre und sich schuldig fühlen würde, weil man potenziell Menschen angesteckt hat, die dann ernsthaft krank oder sogar sterben werden. Bereits aus dem Sommer ist der Bericht von Lara Keuthen vom Peppermyntha Magazin und vor kurzem gab es ein Update dazu, das ich besonders interessant finde.

Ich zelebriere meine wöchentlichen Gänge zum Wochenmarkt, wo wir den Großteil der Lebensmittel kaufen, die wir verbrauchen. Wir haben Glück; unser Wochenmarkt ist besonders attraktiv und dort gibt es auch einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb, den ich schon mehrfach besuchen konnte und von dessen Arbeit ich überzeugt bin. Dass ich für die Lebensmittel vielleicht etwas mehr Geld ausgebe, stört mich nicht, ich mache gerne anderswo Abstriche und investiere in das, was ich in mich reinstecke, also gesundes Obst und Gemüse. Dieser Bericht zeigt eines von vielen Problemen, die die Landwirtschaft heute hat. Und wenn es irgendwie geht, sollten wir versuchen, ökologisch und nachhaltig arbeitende landwirtschaftliche Betriebe zu retten. 

Sehr berührt hat mich diese Geschichte aus dem RosaMag. Es zählt jetzt zu meiner Pflichtlektüre.

Und dann, tja, wie so oft: wasfürmich. Diese Geschichte von Katharina Weck hat mir für einen kurzen Moment die Luft zum Atmen genommen: Dankbarkeit hat für mich in den vergangenen Jahren ohnehin schon eine neue Dimension erreicht – in diesem Jahr (wie für viele von uns) ist mir noch klarer geworden, wofür ich dankbar sein kann. Und dass mein Leben bislang ein Leben in Überfluss war. Und dann dieser Text. Er ist am 17. November erschienen, ich habe mir das Buch von Katharina Weck direkt bestellt und schon diese Woche angefangen zu lesen. In einer Rezension dazu habe ich gelesen: „…Sie besinnt sich auf das Wesentliche und gibt so allen Hoffnung, die sich ebenfalls in misslichen Situationen befinden. Alle anderen erinnert sie daran, wie belanglos die meisten Ärgernisse im Alltag sind.“ Das Buch muss also jeder lesen. 

Zum Schluss noch was Aufheiterndes. Auch dieses Interview hat mich beschäftigt und berührt. Ralph Caspers kennen Mütter und Väter vielleicht von der Sendung mit der Maus. Er hat jetzt auch ein Buch geschrieben, es heißt „99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“ und im Interview mit dem Süddeutsche Magazin erzählt er davon. Es ist wahnsinnig spannend und hat dazu geführt, dass ich mich gefragt habe, ob ich mich eigentlich achtsam mit meinen Kindern unterhalte. Belanglosigkeiten und Floskeln, oberflächlichen Smalltalk und Fragen nur um gefragt zu haben, können wir uns wohl gerade in der Konversation mit unseren Kinder sparen, oder?

Und zum Lauschen? Da kann es diese Woche nur eine Empfehlung geben: Stefanie Luxat im Endlich Om-Podcast interviewt Bestseller-Autorin und Aktivistin Glennon Doyle. Da muss man nicht viel zu sagen. Einfach zuhören. 

Hab ein schönes Wochenende.

Lauschangriff und Lesestoff vom 13.11.2020

Es gibt eine neue Rubrik auf diesem Blog. Sie heißt „Lauschangriff und Lesestoff“. Das hatte ich schon lange vor. Der Lockdown light (he, das mit der doppelten Alliteration ist aber jetzt Zufall!) spielte mir da in die Karten: Ich habe ein bisschen mehr Zeit, mich um meinen Blog zu kümmern. Die Idee dazu hatte ich schon lange. Sie hat auch ein bisschen etwas mit meinem früheren Beruf als Journalistin zu tun. In „Lauschangriff und Lesestoff“ gebe ich euch Leseempfehlungen und Tipps für Podcastfolgen. Es geht dabei meistens um wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Ernährung, Gesundheit, Fitness und natürlich Yoga aber auch um solche Artikel und Interviews, die ich für besonders lesens- oder hörenswert halte, weil sie sich mit wirklich wichtigen Themen aus diesen Bereichen beschäftigen. Das heißt auch, dass dieser in Zukunft jeden Freitag früh erscheinende Blogpost nicht immer nur gespickt ist mit Themen, die Jubel, Trubel, Heiterkeit verkörpern. Aber manchmal halt auch. Und auf jeden Fall immer zum Schluss mit einem veganen Rezept, das dich hoffentlich so glücklich macht wie mich. „Lauschangriff und Lesestoff“ beschäftigt sich wirklich mit den Texten, Interviews und Beiträgen, die mich selbst beschäftigt haben und die ich für wichtig oder sehr informativ halte. 

Ausgerechnet in der vergangenen Woche machte dann die Yogaszene in den nationalen Medien mit einem unschönen Thema von sich reden. Vielleicht ahnst du schon, um was es geht. Der Artikel „Was ans Licht kommt“ der Journalistin Marlene Halser, die sehr lange und hartnäckig zum Thema Machtmissbrauch in der Yogaszene recherchiert hat, ist am vergangenen Freitag im SZ-Magazin erschienen und hat mich natürlich sehr berührt. Die Geschichte macht zunächst sprachlos. Dabei ist Swami Vishnu ja nicht der erste und bestimmt auch nicht der letzte Yogalehrer gewesen, der seine Position missbraucht hat. Was ich besonders makaber an der ganzen Story finde, ist, dass unter der Prämisse der Überwindung des Egos nahezu alles erlaubt scheint, also auch „Missbrauch zu einem notwendigen Mittel zur spirituellen Entwicklung umgedeutet“ wird, wie Halser schreibt. Bei all der Lust und Freude an Spiritualität ist es immer auch ganz praktisch, wenn beide Füße ganz fest auf dem Boden bleiben. Dass es in der Yogaszene nicht nur ehrliche und gewaltfreie Menschen gibt, ist klar. Und Macht wird leider sehr häufig da mißbraucht, wo sie zu groß wird. Marlene Halser hat über dasselbe Thema auch einen Radiobeitrag unter br.de/podcast veröffentlicht. Machtmissbrauch in der Yogaszene ist nicht neu: Vor vielen Jahren habe ich einen Artikel gelesen, der mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Das war bereits 2013 – vor einer halben Ewigkeit also. Der Text ist – wie die Geschichte um Swami Vishnu zeigt – sehr wichtig und ewig aktuell: Kimberly Lo schrieb auf elephantjournal.com einen klugen Text zum Fall Bikram Choudhury. 

Ein anderes Thema, ebenso wichtig, hat die deutsche Yogalehrerin Wanda Badwal diese Woche in ihrem Podcast Wandaful Podcast – Yoga beyond the Asana thematisiert. Es geht um den verantwortungsbewussten Umgang mit Kindern auf Social Media. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Einerseits weil ich selbst Mutter bin und durch mein Studium der Medienwissenschaften immer einen kritischen Blick auf den Umgang mit Social Media werfe. Weil ich mit Sorge in eine Zukunft blicke, in der Social Media einen immer größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft einnimmt. Schon jetzt sehe ich, dass junge Mädchen für Likes alles machen würden. Und andererseits weil ich selbst die Sozialen Medien enorm nutze. Da eine gesunde Balance zu finden, ist wirklich schwierig. Zu dem Thema passt übrigens der Text von Julia Hofgartner „Wo ist das echte Yoga auf Social Media“, den sie bereits im September auf happymnindmagazine veröffentlicht hat.

Dieser Podcast ist nicht lang und vielleicht hast du am Wochenende die 16 Minuten, um reinzuhören und dir eine Meditation zu gönnen. Die Meditation passt gut zur aktuellen Zeit und das, was Samarpan P. Powels von findyournose.com zu dem Begriff Vertrauen sagt, was das eigentlich ist, wie wir es häufig missverstehen und warum wir auch hier mal wieder von unseren Kindern lernen können, finde ich sehr inspirierend.

Und jetzt schreit es nach Soul Food. Das Rezept, das ich hier heute mit dir teilen möchte, muss natürlich von der Frau kommen, die mich eigentlich zu diesem Beitrag inspiriert hat. Als ich 2013 und 2014 in Kalifornien lebte, war ihr Blog einer der ersten, die ich regelmäßig gelesen habe. Damals hieß er noch Choosing Raw und jeden Sonntag postet Gena Hamshaw einen Artikel der „Weekend Reading“ hieß. Die Themen drehten sich meistens um gesunde Ernährung, und Veganismus sowie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu. Tolle Rezepte waren auch immer dabei. Heute heißt ihr Blog thefullhelping.com. Weekend Reading gibt es immer noch aber in unregelmäßigen Abschnitten. Ich hab auf jeden Fall große Lust dazu, ihre „Apricot, Almond and Vanille Snack-bars“ auszuprobieren. Hab ein schönes Wochenende.