Kategorie: Lauschangriff und Lesestoff

Lauschangriff – kaum Lesestoff – vom 9. April 2021

Die Woche war kurz – und kalt. Ging dir das auch so? Ich hatte einen gewaltigen Auftrag Arbeit, der bis zum 9. April erledigt sein sollte und dachte dummerweise am Mittwoch, es sei noch Dienstag. Deswegen habe ich in dieser Woche hier auch nicht so viel zu sagen. 

Der längste Winter der Welt

Stattdessen haue ich in die Tasten und schiebe den Gedanken beiseite, dass kommende Woche ja auch schon Lockdown Nummer 3 beginnen könnte. Gefreut habe ich mich in dieser kurzen April-Woche allerdings darüber, dass ich obwohl ich es vorhatte, doch noch nicht die Winterjacken verräumt habe. Ist der Winter 2020/21 nicht irgendwie der längste, den wir je hatten? 

Die Angst vor dem Nichts und die Liebe für das Spiegelbild

Ich habe zwei Podcast-Empfehlungen. Die eine, weil ich am vergangenen Samstag einen Artikel zum Thema „Yoga und (christlicher) Glaube“ veröffentlicht habe. Vielleicht kennst du ja schon den Podcast „Unter Pfarrerstöchtern“. Die Schwestern Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT, und Johanna Haberer, Theologieprofessorin, sprechen über die Bibel. Sie räumen dabei auch gewaltig mit Klischees auf. Die aktuelle Folge heißt Protest gegen den Tod und beschäftigt sich mit den vielen Anstrengungen der Menschen, den Tod zu überwinden und dabei auch mit der Frage: Warum fürchten wir uns eigentlich vor dem „Nichts“? Spannend! Im Yogaeasy Podcast sprechen Kristin Rübesamen und Yogalehrerin Nina Heitmann, die ich persönlich für eine unfassbar schöne Goddess halte, über das Thema Body Positivity. Dass sie 1,58 Meter groß ist und damit „nur“ beziehungsweise „immer noch“ ganze fünf Zentimeter größer als ich, habe ich übrigens gar nicht gewusst. In dem Gespräch beschreibt Nina Heitmann einen schönen Trick, den sie ihrer achtjährigen Tochter beigebracht hat, wie man sich im eigenen Körper wohlfühlen kann …

Einfache Physik, schnelle Gnocchi

Hab ich eigentlich irgendwas gelesen diese Woche? Ich glaube kaum. Vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich. Ich habe mir Zeit für ein einziges Interview genommen, das ist allerdings schon von Anfang März. Mit Schrot & Korn spricht Meeresphysiker Stefan Rahmstorf über die Zusammenhänge von Grönlandeis, Golfstrom und Korallen und was wir tun müssen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten.

Eine schöne Rezeptidee kommt heute mal wieder von Bianca Zapatka. Weil eben alles so unheimlich schnell gehen musste, habe ich auf dieses Rezept zurückgegriffen. Und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich das gekocht habe.

Lauschangriff und Lesestoff vom 2. April 2021

Die Woche begann mit Sonne. Ich startete mit einer tiefen Yogapraxis am Montagmorgen in diese verrückte letzte März-Woche. Der März fühlt sich neuerdings unendlich lang an, oder? Schon der letztjährige hatte ja etwa 60 Tage. Zurück zu Montag, 29. März 2021: Ich konnte mich via Zoom zum Unterricht meiner früheren Lehrerin aus der Schweiz zuschalten. Jedes Mal ist Yoga üben mit ihr besonders; nie fühlt sich mein Körper so wie nach dieser Praxis. Früher sagte ich immer: Wenn sie in den Raum kommt, geht die Sonne auf. Sie ist auch der Grund, weshalb ich vor vielen Jahren beschlossen hatte, beim Yoga zu bleiben: Ich empfand pures Glück … und damals auch immer Muskelkater. Zoom-Yoga über 1400 Kilometer Entfernung hinweg also – ein schwacher Trost als Outcome einer Pandemie … Wie heilsam, denn diese Woche war auch geprägt von Déjà-vu Momenten anderer Art: Wann immer ich durch Nachrichten scrollte um zu lesen, was es aus dem Bundesland, in dem ich lebe, für Neuigkeiten gab, hätte ich mich am liebsten unter dem riesigen Berg Decken versteckt, mit dem meine Kinder Höhle spielen. Ich traf wieder die Entscheidung – genau wie Ende März 2020 – Nachrichten lieber nicht mehr täglich zu lesen. Stattdessen im Flow zu bleiben. Jeden Tag aufs neue beginnen, ohne zu wissen, was der nächste bringt. 

Ich weiß, dass ich hier in der letzten Woche den Podcast von Veit Lindau empfohlen habe, in dem er mit dem Autor und Lifecoach Lars Amend über die Liebe spricht. Die beiden haben den Spieß umgedreht: Nun hat Lars Amend in seinem Podcast „Auf einen Espresso mit Lars Amend“ den Lifecoach und Autor Veit Lindau interviewt. Auch das lohnt sich. Diesmal geht es vor allem um Schubladendenken, Persönlichkeitsentwicklung und die Geschlechter. Auch in diesem Gespräch geht es um die Macht der Worte. Veit Lindau erklärt, warum er glaubt, dass jetzt die Zeit gekommen ist, in der Männer und Frauen sich neu begegnen müssen und sich die Geschlechter endlich von den Fesseln ihrer Vergangenheit lösen sollen.

Von Sprache und wie sie Stereotypen entstehen lässt, erzählt auch Sprachwissenschaftlerin Susanne Olschewski in diesem Interview auf www.zeitpunkt.ch.

Und dann empfehle ich dringend den Podcast von Sophia Hoffmann und die Folge von Hoffmanns Küche, in der die vegane Köchin und Aktivistin mit Peter Duran, dem Betreiber des Berliner Cafés Isla Coffee, spricht. Es geht darin unter anderem auch um Kaffee. Ja genau. Das ist besonders wichtig, weil wir Kaffeetrinker beginnen müssen, zu verstehen, dass Kaffee ein Luxusprodukt ist. Wie erkennen wir, welche Unternehmen tatsächlich fair handeln, welche Unternehmen tatsächlich den Kaffeebauer nicht ausbeuten, was nötig ist, um Kaffee überhaupt auf unseren Tisch zu bringen und was wir selbst tun können, um dieses Luxusgut tatsächlich als solches wertzuschätzen. 

Am Mittwoch entschied ich mich dazu, die Kinder nicht in die Betreuung zu bringen, sondern mit ihnen zum Strand zu fahren. Wer weiß, wann wir hier oben wieder Temperaturen um die 20 Grad haben … im Mai? Es war ein wahnsinnig schöner Tag. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir stundenlang am Stück so viel Freiheit, so viel Spaß, so viel positive Energie aufgesaugt hatten. Alle waren glücklich. Die Kinder tobten durch den Sand. Stundenlang. Ich weiß, dass viele Menschen besonders in dieser Pandemie das Meer vermissen. Mir war nicht immer so schlüssig, warum. Denn das Bild von vollgestopften Stränden und Sonnenbaden war auch vor Corona nicht mein Ding. Aber diese Weite zu spüren, den Wind auf der Haut, den Sand unter den Füßen, das Wasser, dessen stechende Kühle sich bis in den hintersten Winkel meiner Muskulatur zog – das alles war so wohltuend. Wie Pranayama Praxis. Ich konnte meinen Kindern ansehen, wie sehr sie im Moment lebten. Abends spannte die Haut in meinem Gesicht, übermorgen habe ich bestimmt ein paar Falten mehr – egal. Der Tag war es wert. Ich habe natürlich auch schon im vergangenen Jahr die Nähe zum Meer schätzen gelernt. Diese Nähe zum Meer wiederum führt auch dazu, dass ich Opfer bringen muss. Meine Familie ist weit weg. Manchmal hätte ich in den letzten Jahren lieber in einem Haus in der Nähe meines Elternhauses gesessen und den Garten gejätet statt zum Meer fahren zu können … Ich wünsche mir, dass meine Kinder diese Nähe zum Wasser als besondere Erinnerungen ihrer Kindheit abspeichern. Und wenn das Meer gerade nicht in deiner Nähe ist, dann hilft dir vielleicht auch Yoga – mit einem besonders guten Lehrer – in den Bliss-Moment zu kommen …

In der Zeit habe ich diesen Bericht zum Thema Leben ohne Glauben gelesen. Es geht dabei um die Frage, ob der Mensch ohne Glauben leben kann. Wie die Suche nach dem Sinn des Daseins aussieht, wenn Religion keine Rolle mehr spielt. Um Glauben geht es übrigens auch am Samstag in meinem Beitrag hier auf dem Blog.

Mit dem wärmeren Wetter kommt bei mir wieder die Lust auf Overnight Oats. Dieses Rezept von greenkitchenstories.com hat mich dabei besonders überzeugt. Himmlisch, oder?

Wie auch immer – komm gut in dieses verrückte Osterwochenende.

Lauschangriff und Lesestoff vom 26. März 2021

Als es am Montagmorgen still in der Wohnung geworden war, dachte ich an den Frühling und daran, dass ein nächster Lockdown nur leichter werden könne … Weil ich ihn einfach zum größten Teil im Garten und draussen verbringen würde. Ich höre jedenfalls schon die Vögel singen. Das rettete mich über den Tag. Und ich fragte mich, ob ich so wie jetzt, während dieser Pandemie, in Krisenzeiten immer handeln würde? Ob der Mensch immer versucht, sein Leben möglichst normal weiterzuführen? Wie ist das, wenn man in einem Kriegsgebiet lebt, fragte ich mich. Bringt man auch dann die Kinder jeden Morgen zur Kita und in die Schule und die Hunde raus? Freut man sich über die Entwicklungsschritte des Babys, fährt man zur Arbeit, macht man einfach weiter? Wahrscheinlich schon. Ich weiß es nicht. Das besonders Verrückte an dieser Pandemie ist ja, dass wir nicht wissen, was danach ist. Bleibt das Leben „anders“? Ich finde gar nicht, dass es darum geht über richtig und falsch zu diskutieren, über zu wenig Impfstoff oder gar keine Impfung, über unsinnige, vernünftige oder nicht faire Beschlüsse der Regierung. Ich glaube, es geht darum, zu überlegen, was wir alle anders machen können, damit es überhaupt nicht mehr so weit kommt. „Man kann nicht alles haben“, ist ein blöder Spruch aber ich finde ihn je mehr ich darüber nachdenke, ziemlich gut. Irgendwann haben Menschen angefangen, zu glauben, sie könnten eben doch alles haben. Aber das stimmt nicht. Hier liegt das Problem. Irgendwas und somit auch wer bleibt immer auf der Strecke. Und so gilt es, für sich selbst festzulegen, was wirklich wichtig ist …

Auf der Internetseite https://www.zukunftsinstitut.de beschreiben Forscher vier mögliche verschiedene Szenarien, wie ein Leben nach der Pandemie aussehen könnte. Es ist interessant zu lesen und sich dann vielleicht ein Wunschszenario auszusuchen oder auch selbst auszumalen …

Pandemüde oder schlapp?

Das Süddeutsche Magazin hat ein Thema aufgegriffen, auf das ich vor zwei Wochen bereits hier in meiner Lauschangriff-und Lesestoff-Serie hingewiesen hatte. Da ging es um den Podcast mit Dr. Anne Fleck. Nun erzählt sie auch im Süddeutsche Magazin, ab wann wir bei Müdigkeit die Notbremse ziehen müssen. Sie sagt beispielsweise: „Wer sich pausenlos durch den Tag snackt, kommt nie in den wichtigen Prozess der Autophagie, in der der Körper Zellschrott recycelt. Wer dauernd isst, fordert Leber und Magen-Darm-Trakt zur ständigen Arbeit heraus. Der Körper kriegt keine Ruhe, es fehlt die Zeit der Regeneration.“ Das gilt übrigens auch für Kinder …

Unter Männern …

Dieser Podcast beinhaltet ein interessantes Gespräch unter Männern: Veit Lindau und Bestseller-Autor und Coach Lars Amend sprechen eineinhalb Stunden lang sehr offen und ehrlich über die Liebe, über Männer und darüber, wie die Liebe bleibt (vor allem was Veit Lindau dazu zu sagen hat, ist schön: Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber Liebe ist, wenn man das ehrliche Interesse daran nicht verliert, zu erfahren, warum die Meinung des anderen so ist, wie sie ist …) Lars Atmend stellt darüberhinaus die interessante Frage (ungefähr ab Minute 50), wie Männer in der heutigen Zeit eigentlich ihre männliche Energie beibehalten können, „ohne dass es gegen die Frau geht“. Ein aufschlussreiches Gespräch – bestimmt nicht nur für Männer. 

Auch dieses Gespräch ist eins unter Männern. Es geht um Rassismus. Die ehemaligen Nationalspieler Erwin Kostedde und Gerald Asamoah im Interview mit dem Zeit Magazin. Wichtig und berührend.

Exklusiv-Zeit

Jetzt kommt ein Bericht über zwei Mädels. Was Katja Kröger in ihrem aktuellen Artikel auf wasfürmich schreibt, kann ich gut nachvollziehen und diese Exklusiv-Zeit mit Mama ist für die Kinder wahnsinnig wichtig. Für meine Fünfjährige gibt es Exklusiv-Zeit in Nicht-Lockdown-Zeiten jeden Montag Mittag ab viertel nach eins. Da habe ich keine Termine, das Date mit ihr ist fest im Kalender eingetragen. Es tut ihr so gut. Und mir auch. Kürzlich war das Wetter mal besonders schlecht und wir haben einfach zusammen einen Film geschaut. Ich schaue kaum fern. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, dachte, das sei pädagogisch bestimmt jetzt totaler Mist – es war wunderbar. 

Wichtig aber nicht systemrelevant

Das hier ist nicht neu, sondern aus dem Februar, aber ich wollte es als kleine Erinnerung noch einmal hier erwähnen. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass manche Leute sich von dem Begriff „systemrelevant“ triggern lassen. Dabei heißt „nicht systemrelevant“ überhaupt nicht, dass der Job nicht wichtig oder gut ist. Kristin Rübesamen erklärt das sehr schön.

Ist Yoga systemrelevant? Nein, ist es nicht. Wir Yogalehrer können niemanden retten, bei dem die Lunge versagt.

Kristin Rübesamen, YogaEasy

Darum geht es bei diesem Begriff. Um nichts anderes. Und damit weiterhin Menschen gerettet werden können – übrigens nicht nur die, bei denen die Lunge versagt, sondern alle, die in ein Krankenhaus müssen, dort liegen oder Gefahr laufen, dort zu landen, sind auch beispielsweise Erzieher/innen systemrelavent, denn die Kinder der Menschen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten, müssen schliesslich betreut werden. Dann brauchen wir auch noch was zu essen, sonst läuft gar nichts. Punkt. Das ist es eigentlich. Ziemlich simpel. Das heißt aber nicht, dass deine Arbeit oder du nicht wichtig (b)ist. 

Quinoa-Eier?!?

Und jetzt kommt das, worauf ich mich schon freue, wenn die Osterfeiertage, neudeutsch: Ruhetage, äh oder jetzt doch nicht, eintreten. Danke Lynn, das Rezept kommt wie gerufen und ist endlich mal was anderes als all die Rezepte über vegane Osterideen, die es sonst so gibt. Ich habe gepoppten Buchweizen zuhause, klappt damit bestimmt auch. 

https://de.heavenlynnhealthy.com/knusprige-ostereier-mit-quinoa/

In den nächsten Tagen werde ich viel aufschreiben, Yoga üben, Gewichte stemmen (weil mir das gerade so gut tut) und Over Night Oats vorbeireiten. Und das Rezept dazu verlinke ich dann nächste Woche.

Lauschangriff und Lesestoff vom 19. März 2021

In der vergangenen Woche habe ich das Interview gelesen, das Teresa Bücker mit der Psychologin Taniesha Burke für das SZ-Magazin geführt hat. Das Thema: Wie können wir unsere Kinder bestmöglich durch diese Pandemie begleiten? Das Gute im Schlechten suchen – das ist ein Gedanke, den ich mir Ende des vergangenen Jahres ganz bewusst vorgenommen habe. Ich hätte auch gut ohne Covid-19 leben können, na klar, aber es gibt ganz bestimmt auch Dinge, die ich ohne diese Pandemie nicht so intensiv erfahren hätte. Dazu zählt auch Nähe. Zeit für und mit meinen Kindern.

Immer wieder treffe ich (fremde) Menschen, die mir beim Anblick meiner (noch kleinen) Kinder sagen: »Ach, sie werden so schnell groß!« Und deswegen bin ich dankbar für die intensive gemeinsame Zeit. »Wenn wir uns jetzt auf die Beziehung zu unseren Kindern konzentrieren, werden sie in ein paar Jahren oder Jahrzehnten an die Pandemie zurückdenken und sich ganz besonders und gern an die Zeit erinnern, die sie mit ihren Eltern verbracht haben«, sagt Taniesha Burke in diesem Interview. Ach, sie spricht mir so aus der Seele …

Die Richtung ändern …

In dieser Woche bin ich über drei Blogartikel gestolpert. Der eine ist von Lisa, sie macht gerade eine Yogalehrer-Ausbildung und schreibt darin sehr schön und durchaus unterhaltsam von ihren Erfahrungen. Da kommen alte Erinnerungen an die erste Yogalehrer-Ausbildung tatsächlich wieder auf. Wie Lisa, Anfang 30, viel gearbeitet, Karriereträumen und -erwartungen hinterhergehetzt, geht es ja vielen, die plötzlich den tieferen Sinn des Lebens suchen und sich dann in einer Yogalehrer-Ausbildung wiederfinden. Wir ändern häufig die Richtung in unserem Leben und das ist auch gut so. Dass ich mit 24 andere Vorstellungen von meinem Leben hatte als jetzt mit fast 42 ist irgendwie logisch. Ich weiß nicht wieso, aber immer noch werden Kinder so erzogen, dass sie spätestens zum Ende ihrer Schulzeit wissen sollen, was sie mal werden wollen und wohin die Reise gehen soll. Ich habe schon häufig junge Menschen getroffen, die völlig zerrissen kurz vor Beginn ihres Berufslebens nach der richten Entscheidung lechzten: Doch lieber eine Ausbildung? Ein Studium? Erst mal reisen? Oder ist Geld verdienen doch wichtiger? Ich kann da nur empfehlen: höre einfach mal auf das Bauchgefühl. Wofür brennst du? Und wenn du jetzt in eine Richtung gehst und irgendwann in eine andere ist das völlig in Ordnung. Denn das bist dann DU.

Mama- und Montagmorgen-Liebe

Ich bin dankbar für jeden Schritt meines Lebens. Mit sechs Jahren dachte ich, ich würde Romane schreiben wenn ich groß bin – ich bin weder groß geworden, noch habe ich einen einzigen Roman geschrieben. Mit zwölf war ich dann bei Journalistin angekommen. Diesen Weg habe ich sogar verfolgt und dabei viele besonders schöne und einzigartige Erfahrungen gemacht. Mit Ende 20 wusste ich, dass ich, obwohl ich das gerne gewollt hätte, nicht die Eier in der Hose habe, um richtigen investigativen Journalismus zu betreiben, sprich dahin zu gehen, wo es wehtut, wo ich unangenehme Fragen stellen und unangenehme Antworten bekommen muss. Das war eine Erkenntnis, die ich ganz klar so treffen konnte. Es hat nicht mal besonders wehgetan. Ich wollte aber auch keinen Kuscheljournalismus und so ist jeder Schritt meines Lebenslaufs eigentlich nachvollziehbar. Ich verabschiedete mich mehr und mehr vom Journalismus und wurde zur Texterin und Autorin. Und eben auch zur Yogalehrerin. Und alles passt zusammen. Das absolvierte Studium der Sportwissenschaften hilft mir heute ungemein beim Yogaunterricht. Die journalistische Erfahrung hat mich zur Buchautorin gemacht. Und dann kamen die Kinder und der klare Gedanke: Karriere ist mir wirklich nicht so wichtig. Ich liebe es, Mama zu sein. Dabei liebe ich aber auch jeden Montagmorgen, wenn ich hier alle aus dem Haus schicken kann und endlich alleine bin. Zeit habe, kreativ zu sein …

Graue Haare

Ich habe einen weiteren Blogartikel gefunden, der sich mit einem ganz anderen Thema beschäftigt, aber mich dann wieder zu dem von Lisa hingeführt hat. Nämlich den von Iris. Sie beschäftigte sich mit der Frage: Killen graue Haare das Business von Frauen? Graue Haare habe ich auch schon. Ich kann sie fast noch zählen, es werden mehr und ich habe leider nicht so Lust auf Färben. Dafür bin ich schon zu sehr Ökotante. Vielleicht hast du einen Tipp für mich. Vielleicht färb ich irgendwann mal wieder. Egal. Gerade ist es nicht so wichtig, denn es sieht mich ja kaum jemand. Generell behaupte ich ja, dass ich in dem letzten Jahr gefühlt um fünf Jahre gealtert bin. Optisch trifft das doch garantiert zu. Diese Pandemüdigkeit hat jedenfalls nichts zu meiner Schönheit beigetragen. Ich bin dann aber natürlich sofort auf den Podcast von Greta Silver gehüpft. In der aktuellen Folge geht es nämlich darum: „Welche Arbeit passt zu dir?“ Und während ich dem Podcast lauschte, dachte ich, „Manno Mann, ich muss doch mal wieder Momo lesen. Da sind all die Weisheiten vereint, die wir uns heute mühselig aus dem Yoga Sutra raussuchen …“

Und dann war da natürlich noch der hier. In dem Beitrag „Happy Birthday, Corona“ schreibt Judith sehr persönlich und ehrlich, wie sie die letzten 365 Tage erlebt hat. Was gut war, was schlecht war und weshalb Rückzug und Abstand Dinge sind, die sie künftig gerne wieder freiwillig planen würde.

Und nun die Frage des Tages: Werde ich drumherum kommen, am Wochenende diese veganen und glutenfreien Brownies auszuprobieren …oder zumindest eine Variante davon? Hmmmm, lass mich mal raten …

Lauschangriff und Lesestoff vom 11. März 2021

Am vergangenen Mittwoch war ich seit langem mal wieder mutig. Ich habe mich bei der DKMS als Stammzellenspenderin registrieren lassen. Das wollte ich schon lange machen, habe es, wie so vieles, was man eigentlich tun sollte, stets vor mir hergeschoben und dann durch einen Impuls aus dem Bekanntenkreis endlich die Internetseite aufgerufen. 2014 habe ich eine Freundin durch Blutkrebs verloren. Spätestens da war das Thema Stammzellenspende in meinem Leben immer wieder präsent. Blut spenden kann ich nicht – ich bringe das Mindestgewicht nicht auf die Waage. Bei der Stammzellenspende ist das allerdings anders. Ich habe trotzdem jahrelang die blödesten Ausreden gefunden, um das Thema vor mir herzuschieben. Diesen Winter habe ich das Buch „Der Chemoritter am Küchentisch“ gelesen. Es erzählt die wahre Geschichte einer Mutter, deren Sohn im Alter von fünf Jahren an Blutkrebs erkrankt. Da war es dann wieder ganz präsent. Vielleicht auch weil meine Tochter im gleichen Alter ist. Ich bin nicht immer mutig. Aber nun war ich es irgendwie leid, mir stets nur vorzunehmen, Gutes zu tun, um mich dann wieder in meinem geschützten Raum zu verkriechen und es auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.  Ich habe noch etwa 13 Jahre lang Zeit, einem Menschen durch eine Stammzellenspende das Leben zu retten. Dann bin ich zu alt dafür. Ich gehe davon aus, falls ein Anruf kommt und ich für eine Spende in Frage kommen würde, tut es auch nicht weh, den letzten Schritt zu gehen. Ein neuer Podcast ist auf dem Markt: Do your thing beschäftigt sich – wie sich vermuten lässt – damit, wie man eben sein Ding machen kann. Dabei waren in den ersten Folgen beispielsweise Basketballstar Dirk Nowitzki, Model Sara Nuru und in der aktuellen Folge mein langjähriger Freund, Speaker, Motivator und Autor Balian Buschbaum zu Gast. Balian Buschbaum erklärt im Gespräch mit Moderatorin Lisa Augenthaler, wie Ängste bei uns im Kopf entstehen, wenn wir uns auf den Weg zu etwas machen. „Zweifel entstehen dann, wenn das Umfeld uns mit deren Ängsten konfrontiert.“ „Da könnte was schiefgehen …“, durch diesen Satz nehmen wir Ängste an, die gar nicht zu uns selbst gehören. Im Gespräch geht es auch darum, wie es ist, wenn man sich die Penisgröße aussuchen kann und warum Mut der Weg zur Freiheit ist …

Yoga intensiv …

Falls du wie ich, Yogalehrer bist, aber doch meistens vergisst, mal auf der Seite des BDY, dem Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V., vorbeizuschauen, kann ich dir diesen Text von Yvonne Thillmann empfehlen. Sie hat das Konzept „Yogaintensiv“ erarbeitet, in dem es darum geht, eine individuelle, zum Alltag passende Yoga-Praxis im Einzelunterricht zu entwickeln, die den Teilnehmenden stärkt und die Fähigkeiten entwickeln lässt, mit Krisen besser umgehen zu können. Auch und vor allem in Pandemie-Zeiten; es ist also ein Konzept, das du im Online-Einzelunterricht anwenden kannst.

Feminismus konstruktiv

Natürlich kam ich in dieser Woche nicht daran vorbei, mich mit dem Thema Feminismus zu beschäftigen. Du weißt ja, Weltfrauentag … Ich gehöre auch zu den Menschen, die es traurig finden, dass so etwas wie ein Weltfrauentag überhaupt existieren muss, schließlich gibt es ja auch keinen Weltmännertag, Oder habe ich das einfach nur verpasst? Jedenfalls ist mir sehr klar und bewusst, dass Feminismus wichtig ist und dass es auf dieser Welt viel zu viel Gewalt und Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen gibt. Ich weiß auch, dass, hätte es keine radikalen Feministinnen gegeben, es mir heute nicht so gut gehen würde. Vielleicht hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, ein Studium wie das der Sportwissenschaften, zu absolvieren. Wer weiß das schon? Aber ich finde es wichtig, sich selbst die Frage zu stellen, was man eigentlich für den Feminismus tut, bevor man sich mit dem Titel Feministin schmückt, weil er einfach schick geworden ist. Ich sehe das ähnlich wie die Autorin Beate Hausbichler, die in ihrem Buch „Der verkaufte Feminismus“ darüber schreibt, wie es ist, wenn aus einer politischen Bewegung eine schöne Idee für die Vermarktungsmaschinerie wird. Auf Deutschlandfunk Kultur gab es bereits am 25. Februar eine Buchkritik dazu, du kannst hier immer noch reinhören. Am diesjährigen Weltfrauentag berichtete rbb über das Buch. 

Hausbichler beginnt das Buch mit der Beschreibung einer Szene beim W20 Gipfel in Berlin, als Christine Lagarde, Ivanka Trump, Königin Máxima, Chrystia Freeland und Angela Merkel die Frage gestellt wurde, ob sie Feministinnen seien. Alle hoben wie selbstverständlich die Hand, nur eine nicht. Angela Merkel zögerte und sagte: „Also ich habe keine Angst. Wenn Sie finden, dass ich eine Feministin bin – stimmen Sie ab. Ich möchte mich nicht mit dieser Feder schmücken.“ Damit war sie die einzige, die eigentlich verstanden hatte, was es bedeutet, Feministin zu sein. Nämlich unangenehme Kämpfe auszutragen für eine bestimmte Sache, die dazu dienen soll, dass gleiche Lebensbedingungen für alle hergestellt werden können. 

Wenn sich also Ivanka Trump und Beyoncé als Feministinnen bezeichnen, muss man sich doch eigentlich fragen, ob sie da etwas falsch verstanden haben oder ob sie den Begriff einfach nutzen möchten, weil es offenbar für die erfolgreiche Frau zum guten Ton gehört. „Was genau war nochmal deren Dienst an der Sache der Gleichstellung?“, fragt Hausbichler. Besonders spannend und aufschlussreich ist übrigens auch der Bericht „Feministischer Kampftag: Was gibt es da zu feiern?“ auf derstandard.de

Achtsamkeit intuitiv …

Einen tollen Beitrag zum Thema Achtsamkeit hat Was-für-mich-Autorin Katia Kröger in dieser Woche geschrieben. Es ist wirklich spannend, was sie durch ihr MBSR-Training gelernt hat, nachdem sie während der Corona-Pandemie im Familiendschungel irgendwann kurz davor war, die Nerven zu verlieren. Tja, das Thema Multitasking kommt auch darin vor. Irgendwann in der Neuzeit hat es sich plötzlich gut angehört, wenn man sagen konnte, man sei „multitasking-fähig“. In Wahrheit ist „Multitasking“ das Gegenteil von achtsamkeits-fähig und ein Riesen-Problem unserer Gesellschaft … Aber lest selbst.

Letzte Woche habe ich wahrscheinlich vor lauter Multitasking ganz vergessen, das Rezept zu verlinken. Hier gibt es eins von einer meiner liebsten Food-Bloggerinnen.

Lauschangriff und Lesestoff vom 5. März 2021

Meine Kinder sind seit etwa einer Woche wieder in der Kita. Was man alles schaffen kann, wenn man alleine in einem Homeoffice sitzt, ist schon Weltklasse. Weltklasse auch: die Menge an Tätigkeiten, die ich mir vorgenommen und mal wieder nicht geschafft habe. Ha! Ich habe tatsächlich auch was für meine innere Schönheit gemacht, wie ich es nenne. Das war angenehm. Dazu gehörte mit einer besonderen Frau einen Kaffee zu trinken, Yoga zu üben und joggen zu gehen. Ich mache was gegen das Schlafdefizit, weil mein Schreibtisch abends endlich wieder sich selbst überlassen bleibt. Ich habe mir in den vergangenen sieben Tagen schon mehrfach die Freiheit genommen, direkt nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe, auch ins Bett zu gehen. War das schön!

Und ich habe, während ich mir mein Mittagessen zubereitete, Podcasts gehört. Unter anderem den von Dr. Anne Fleck – Gesundheit und Ernährung mit Brigitte Leben. Die aktuelle Folge zum Thema „Einfach mehr Energie“ habe ich gerne gehört – obwohl ich natürlich sehr genau weiß, warum ich müde bin. Ich habe zwei kleine Kinder in meinem Bett liegen. Und doch: müde sein nervt. Viele Menschen wissen nicht, warum sie sich dauermüde fühlen und wir können etwas dagegen tun. Mal wieder tauchen hier zwei gute alte Bekannte auf: Ernährung und Atmung. Es ist schön, dass beide Elemente immer ernster genommen werden in der Medizin. Dr. Anne Fleck gibt nicht nur Tipps gegen Müdigkeit, sie spricht hier übrigens auch darüber, was sich am Gesundheitssystem ändern müsste, damit wir alle wieder „gesünder“ werden können. 20 Minuten, die sich lohnen!

Weniger Babys, …

Madhavi Guemos ist wieder da. Nach einer längeren Blog- und Podcast-Pause liest sich der neueste Blogbeitrag wie Schokolade essen. Ich schreibe gar nicht mehr darüber. Einfach lesen!

Über diesen Artikel in der New York Times bin ich gestolpert und ich habe mich – ohne wirklich irgendeine Ahnung von Volkswirtschaft zu haben – gefragt, ob das nun wirklich ein Grund zum Jammern ist oder nicht vielleicht sogar: richtig gut. Haben wir nicht eine Überpopulation? Würde es nicht Sinn machen, wenn wir künftig weniger Wert auf Wirtschaftlichkeit legen würden und stattdessen auf Gesundheit, Klima und Menschlichkeit? Ich habe keine Ahnung von so etwas, deswegen: klärt mich ruhig auf. Auf jeden Fall ein interessanter Artikel. 

… mehr Hunde

Weniger Babys aber mehr Hunde – das ist die Devise in der Corona-Pandemie. In meiner Nachbarschaft ist mir das auch schon aufgefallen: Ein Hund macht ja irgendwie Sinn – wenn nicht jetzt, wann dann? Viel zu Hause, keine Chance auf Reisen, Langeweile, frische Luft. Eine Freundin von mir betreibt eine Hundeschule in Köln, sie schrieb mir schon im vergangenen Jahr, dass sie sich vor Anfragen kaum retten könne. Wenigstens das. Dieser Artikel beschreibt aber auch die Problematik. Und die Frage bleibt: was, wenn das Pandemie-freie Leben an Fahrt aufnimmt, wenn wir wieder Reisen planen können und Homeoffice  – wie früher – nur in Ausnahmesituationen genehmigt wird? Wo landen die Tiere, die jetzt ein Stück Langeweile nehmen sollen? I’m sorry. Ich bin ein Yogi. Deswegen denk’ ich auch manchmal an die Tiere.

Hören, Lesen, Fühlen, Schlafen

Wenn man mal darüber hinwegsieht, dass man das Gefühl hat, Biyon Kattilathu habe irgendein geiles Kraut zu sich genommen, bevor er diesen Podcast aufgenommen hat, dann ist die aktuelle Folge von Schokolade für die Seele wirklich süß. Der wichtigste Mensch ist der, der dir gerade gegenübersteht. Schön. Danke für die Erinnerung, Biyon, du Gute-Laune-Rakete. 

Und weißte was? Es ist Donnerstagabend, 21:41 Uhr.Viel zu spät! Ich gehe ins Bett. Und zwar sofort.

Lauschangriff und Lesestoff vom 19. Februar 2021

Ich überlegte kurz, ob ich die Woche unter das Motto „Hart aber herzlich“ setzen sollte – dann fand ich das ein bisschen übertrieben. Sie war definitiv anstrengend, ich hatte ein paar Aufträge, die mehr Zeit für sich in Anspruch nahmen, als erwartet, ich sass bis nachts am Schreibtisch, plötzlich gab es Termine einzuhalten und dann auch noch einen Geburtstag zu feiern. Zwischendurch immer wieder die Frage: Ist das unsere letzte gefühlte „Lockdown-Woche“ gewesen?

Regelbetrieb?!

Am Montag beginnt in Schleswig-Holstein der Regelbetrieb in den Kitas. Das ist definitiv ein Grund, aufzuatmen. Was ich mache, weiß ich noch nicht. Kita ja oder nein? Ich hatte dasselbe Gefühl schon beim ersten Lockdown. Plötzlich sollte alles wieder einigermaßen „normal“ ablaufen (dazu gleich mehr), und ich fragte mich, ob ich das schon aushalten würde … Sowohl meine Kinder als auch ich glauben, dass ein paar Stunden Kita in der Woche hier allen guttun würden. Also los. Ich bin gespannt, wie sich dieses halbwegs auf „normal“ getrimmte Leben dann wieder anfühlen wird. Und ob so etwas wie „normal“ überhaupt jemals wieder „normal“ sein wird. Und dann kam noch mal der Schnee. Total skurril. Wir haben hier oben lange auf ihn gewartet, während ganz Deutschland unter einer tiefen Schneedecke versunken war. Am Montag schneite es so, als wollte der Winter sich in all seiner Schönheit verabschieden. Es schneite und schneite. Von Montagnachmittag bis Dienstagmorgen. Den ganzen Dienstag war er da, der Schnee. Dann verabschiedete er sich. Und ich bin ganz sicher: Jetzt kommt der Frühling. Hier noch schnell ein paar wenige Lese- und Lauschtipps aus meiner Woche.

Wie definieren wir „sportlich“?

Schon am Samstag erschien der Artikel „Was ist ein sportlicher Körper“ von Sheila Ilzhöfer auf Fuck Lucky Go Happy und ich kann dazu nur sagen: Lest das. Sheila Ilzhöfer hat damit vielen aus der Seele gesprochen, sie hat ein Thema angestossen, dass mich als Sportwissenschaftlerin sehr beschäftigt. Ich weiß (noch) nicht, wie Sportunterricht heutzutage in Schulen abläuft, aber so wie das damals war, bringt es leider nichts. Würden sich Lehrer gegenteilig verhalten, könnten sie die Begeisterung für Bewegung bei nahezu allen Kindern wecken und somit einen massiven Beitrag zur Gesundheit leisten. Ich bin davon überzeugt, dass es für jeden Menschen eine Bewegungsform gibt, die ihr oder ihm Spaß macht. Auch als Sportwissenschaftlerin lese ich so einen Beitrag mit ganz viel Bauchschmerzen. Es ist unter anderem ein Grund dafür, warum ich jetzt Kinderyoga unterrichten will und Kindern vermitteln möchte, dass sie, wenn sie nur wollen, nahezu alles (sein) können. Allerdings finde ich grundsätzlich, dass Lehrer/innen Schüler/innen niemals bloßstellen dürfen. Egal in welchem Fach. Passiert das vor der Tafel, beginnen wir eine Angst vorm Sprechen vor Menschen zu entwickeln, passiert es im Sportunterricht, glauben wir, wir seien unsportlich. Pädagogisch kann das nicht wertvoll sein.

Yogis kennen Wanda Badwals Podcast Yoga beyond the Asana natürlich. Wandas Gespräche bleiben nie an der Oberfläche und in dieser Woche hat sie mit dem Erfolgstrainer und Speaker Maxim Mankevich gesprochen. Wandas Frage, wie wir eigentlich sensibler werden, mehr sehen, fühlen, feine Schwingungen wahrnehmen, ist mir dabei besonders aufgefallen. Die Antwort war einfach: In der Stille spricht das Universum zu uns. Aber auch: Wir brauchen Vorbilder, wir brauchen Inspiration. Traurig war die Antwort von Mankevich auf Wandas Frage, was wir brauchen, damit in unserer Gesellschaft ein Bewusstseinswandel stattfinden kann: Schmerz, sagte er.

Dazu passt dieser schöne Artikel, den der Schweizer Kolumnist und Bühnenkünstler Linard Bardill vergangene Woche in der Tageszeitung „Südostschweiz“ und auch auf seinem Blog veröffentlich hat. Alle wollen zurück zur Normalität, aber eigentlich doch nicht, oder? Denn die Normalität, war sie richtig?

Zurück zu „normal?“

Wie eine neue Normalität aussehen müsste, steht auch auf netzfrauen.org – der Artikel ist bereits im letzten Sommer erschienen. Darin erklärt Primatenforscherin Jane Goodell, was wir anders machen müssen, wenn wir aus der Corona-Krise lernen wollen. Sie sagt: „Wir haben uns das selbst zuzuschreiben, weil wir Tiere und Umwelt absolut nicht respektieren. Unsere Respektlosigkeit gegenüber wilden Tieren und unsere Respektlosigkeit gegenüber Nutztieren hat diese Situation geschaffen, in der Krankheiten auf den Menschen übergreifen und ihn infizieren können“.

Hier noch ein kurzer Text aus dem Zeit Magazin – ich bin nur darüber gestolpert, weil mir der erste Satz direkt ins Auge gesprungen ist: Wusstest du, dass der erste Unverpackt-Laden in Kiel eröffnet wurde?! Nun lebe ich ja seit knapp drei Jahren in Kiel und außer den Menschen, die ich wirklich hier sehr unaufgeregt und sympathisch finde, mag ich die Nähe zum Meer, meinen tollen Biomarkt und … dann fällt mir schon nicht mehr so viel ein, was andere Städte nicht auch zu bieten hätten. Und ich finde: das ist auch genug, um sich irgendwo wohlzufühlen. Aber jetzt also: Der erste Unverpackt-Laden! Ich war für zwei Sekunden tatsächlich ein bisschen stolz – dabei habe ich damit überhaupt nichts zu tun, das ist irgendwie lustig, oder? Und ich wette, Kiel hat noch viel mehr zu bieten – einen niedrigen Inzidenzwert auch übrigens. Aber trotzdem: Der erste Unverpackt-Laden in Deutschland! Knaller. Ich habe den ersten Unverpackt-Laden meines Lebens 2015 in San Francisco betreten. Unverpackt-Läden: ja, gerne mehr davon!

Her mit den Linsen!

Ich esse kein Fleisch, aber bei mir stehen mindestens einmal in der Woche Linsen auf dem Tisch – hier steht warum (inklusive Rezeptideen). Und dabei – ist ja klar – verlasse ich auch mal kurz das Regional-Prinzip. Aber auch das hat einen Grund: Hülsenfrüchte sind super-wichtig wenn es um die Bodenverbesserung geht. Über die Wurzeln binden sie Stickstoff im Boden, was den nächsten Kulturen in der Fruchtfolge zu Gute kommt. Und: sie zwingen den Landwirt zu einer abwechslungsreichen Fruchtfolge. Warum das so ist, steht hier. Und vielleicht werden sie ja auch irgendwann wieder zu einem regionalen Produkt.

Lauschangriff und Lesestoff vom 12. Februar 2021

Gerade übe ich wieder sehr viel Yoga in Form von Asanas, also Körperhaltungen. Das ist der Teil von Yoga, der bei uns im Westen ja auch am bekanntesten ist. In den vergangenen Jahren war das bei mir unterschiedlich. Manchmal übe ich viel auf der Matte, manchmal lese ich mehr, dann beschäftigt Yoga mich wieder fast ausschließlich im Kopf. Manchmal atme ich einfach besser und manchmal versuche ich zu lernen, Weisheiten einer Philosophie in meinen wilden Alltag mit zwei kleinen Kindern zu integrieren. Und dann stehe ich plötzlich wieder auf den Händen oder balanciere auf einem Bein. Im vergangenen November wollte ich am liebsten auf der Matte nur atmen. Und jetzt bin ich gerade wieder so richtig heiß auf Power Yoga. Vielleicht liegt es daran, dass die Asana-Praxis wirklich eine praktische Erfindung ist, wenn man viel Zeit auf wenig Raum verbringt. Und während ich noch im Herbst dachte, die Yoga-Praxis muss doch gerade nicht anstrengend sein, denk ich jetzt: Warum eigentlich nicht? Schließlich können wir noch so viele 7-Minuten-Workouts zuhause machen, wir bewegen uns trotzdem zu wenig. Yoga habe sich immer in das verwandelt, was die Menschen gerade brauchten, sagte der Yogahistoriker Mark Singleton einmal im Interview mit dem Magazin GEO ( Mark Singleton im Interview mit G. Gottschalk: Yoga? In: GEO Wissen Gesundheit. Yoga & Meditation. Nr. 13. Hamburg: Gruner & Jahr GmbH. S. 116). Deswegen: Warum also nicht in körperliches Training in einer Zeit, in der der menschliche Körper von 99 Prozent unserer Gesellschaft nicht mehr dafür genutzt wird, wofür er eigentlich mal konstruiert wurde, nämlich die Bewegung. 

Durchs Wohnzimmer turnen

In der Pandemie nehmen alle zu, vor allem die Kinder. Kein Wunder. Die dürfen ja auch nicht mehr Turnen gehen und Fußball spielen und wer will schon als Fünfjähriger im Park joggen? Da sind mal wieder die Eltern gefragt, aber die wollen ja gerne, dass die Politiker ihnen alles abnehmen. Aber auch Frau Merkel hat nun leider keine Zeit, meine Kinder an der Hand zu nehmen und mit ihnen durch mein Wohnzimmer zu turnen. Das muss ich schon selber tun. Mache ich auch. Heute habe ich sie als „böses Monster“ ungefähr 27 Runden durch die Wohnung gejagt. Sie juchzten und sind dabei fast an ihrem eigenen Lachen erstickt. Sie wären gerne noch 27 weitere Runden gerannt, aber ich musste (glücklicherweise) dann meinen Zoom-Yogakurs unterrichten. Als ich bei Google die Begriffe „Gewichtszunahme“ und „Pandemie“ eingab, spuckte die Suchmaschine reihenweise Texte aus. Vermutlich ist dieser hier der, den ich empfehlen kann. Traurig machte mich der Beitrag auf ndr.de am vergangenen Mittwoch. Auch das ist natürlich keine überraschende Entwicklung. Kinder kriegen es doppelt und dreifach ab, wenn niemand da ist, der das alles für sie auffangen kann. 

Momentan mache ich gerade eine Fortbildung zur Kinderyoga-Lehrerin. Ich glaube nämlich, dass man nicht früh genug damit anfangen kann, die Yogamatte zu entdecken. Und ich hoffe, dass ich irgendwann, wenn es dann wieder möglich ist, Kindern etwas geben kann, was sie wirklich brauchen. Nämlich ein stärkeres Selbstbewusstsein, den Spaß an der Bewegung und die Freude an diesem irre-schönen Leben. 

Den eigenen Weg gehen …

A propos schönes Leben – noch eine Leseempfehlung aus dem SZ-Magazin: Im Interview erzählt Trauerredner und Schauspieler Carl Achleitner was ein gutes und erfülltes Leben ausmacht. Unbedingt lesen. Von der SZ gibt es übrigens kostenlos jeden Montag den Newsletter „Einfach leben“. Der ist auch schon lesenswert. 

Falls du Lockdon-Langeweile hast und ziemlich genau 2 Stunden und 40 Minuten deiner Zeit für einen einzigen Podcast übrig hast, dann empfehle ich dir die aktuelle Folge von The Rich Roll Podcast mit Alexi Pappas, Olympiateilnehmerin über 10.000 Meter, preisgekrönte Autorin und Filmemacherin, die in diesem wahnsinnig tiefsinnigen Gespräch von ihren Talenten aber vor allem auch ihren Traumata erzählt und wie sie daraus die Kraft gezogen hat, ihre Träume zu verwirklichen und ihren ganz eigenen Weg zu gehen.

Und jetzt kommt ein Rezept, das angeblich einfach sein soll, gluten- und einfrei und natürlich vegan. Ich hab es noch nicht ausprobiert, aber das werde ich tun. Denn wenn das alles stimmt, klingt es wie ein Volltreffer. Ich wette, es schmeckt auch Kindern gut …

Lauschangriff und Lesestoff vom 5. Februar 2021

Am Sonntag ist etwas Eigenartiges passiert. Ich war im Yogastudio, um eine Stunde Zoom-Yoga zu drehen. Zum ersten Mal seit Lockdown-Yoga fühlte sich die Stunde so an, als seien meine Schüler physisch anwesend. Im Raum, meine ich – online waren sie ja zugeschaltet. Ich weiß nicht, woran das lag, vermutlich daran, dass ich mich so langsam daran gewöhne, während ich Asanas vormache, ins Mikro zu hecheln und gleichzeitig zu erläutern, wie dabei geatmet werden soll. Vielleicht weil es mir mittlerweile egal ist, wie viele Versprecher mir über die Lippen gehen, obwohl ich weiß, dass die Stunde auch aufgezeichnet wird. Voller Energie kam ich nach Hause. Das Gefühl trug mich durch den Sonntagabend. Ich war bereit für eine neue Lockdown-Woche.

So lonely

Montagmorgen kamen die dicken grauen Wolken. Ich fühlte mich schwer. Leer. Müde. Wie kann man sich eigentlich schwer und gleichzeitig leer fühlen? Ich wollte das natürlich nicht. Aber ich merkte, dass ich das Gefühl nicht abschütteln konnte. Zum Glück hatte ich vor kurzem irgendwo – ich weiß nicht mehr wo, vielleicht auf ohhhmhhh (?) gelesen, dass es auch völlig okay sei, wenn man mal alles scheiße finden würde. Ich nahm das Gefühl an, akzeptierte es und gab ihm Raum. Und dann konnte ich es benennen: Ich fühle mich einsam. Jetzt – knapp ein ganzes Jahr nach Beginn der Covid-19-Pandemie, im zweiten Lockdown, habe ich dieses Gefühl zum ersten Mal so deutlich gespürt. Ich dachte an das „Gefühle“-Buch meiner Kinder, in dem Traurigkeit mit grauen Wolken über den Köpfen dargestellt wird. Graue Wolken über meinem Kopf. Dabei fing es hier in Kiel zum ersten Mal in diesem Winter richtig an zu schneien. Eine Woche früher wäre ich alleine aufgrund dieser Tatsache durch den Schnee getanzt. Tja, letzte Woche. Letzte Woche hatte ich ja auch noch geglaubt, ich müsse nicht auf bessere Zeiten warten. Da war ich so überzeugt davon, dieser Pandemie den Stinkefinger zeigen zu können, ich steckte voller Energie und Ideen …

Alle gemeinsam einsam

Ich bin natürlich nicht einsam. Den ganzen Tag springen hier zwei Kinder um mich herum, wir sind eine vierköpfige Familie. Manchmal treffe ich eine andere Mutter auf dem Spielplatz. Ich telefoniere mit meinen Freundinnen und meiner Familie. Ich arbeite, schreibe Mails, beantworte Fragen, manchmal sehe ich die Nachbarin kurz: „Hallo, wie geht’s bei euch?“ Freitagabends sitze ich vorm Laptop und nehme an einer Ausbildung für Yogalehrer teil. Da ist reger Austausch. Wenn es gar nicht anders geht und ich wichtige Aufträge zu erledigen habe, kommt die Babysitterin. Das habe ich erst vor kurzem eingeführt. Sie ist meine Rettung. Als ich diesen Montag kurz vor dem Laptop saß und durch SZ-Magazin-Schlagzeilen scrollte, wurde ich auf dieses Interview mit Psychologin Stefanie Stahl aufmerksam, in dem es eigentlich um Eifersucht unter Paaren geht. „Die Natur richtet kein sinnloses Gefühl ein, unsere Emotionen sind dafür da, dass wir in die richtige Richtung laufen“, sagte Stahl da. Da ging es mir schon ein bisschen besser. Später entdeckte ich den Instagram-Post von @kleinliebchen: „Bis auf ‚Ich bin müde‘ bin ich eigentlich niemand der gerne jammert. Ich sag schon auch ab und zu mal wie anstrengend ich gerade alles finde, aber dann ist es auch wieder gut. Heute aber muss es raus: Ich fühle mich trotz dass ich 3 Kinder von früh bis spät um mich herum habe einsam. Ich fühle mich isoliert und eingesperrt. Ich beneide meinen Mann wenn er morgens rausgeht und unter Menschen ist“, postet sie da. Ich fragte mich kurz, ob diese Influencer eigentlich in die Köpfe anderer Menschen gucken können … Manchmal tut es ja schon gut, wenn man spürt, dass man mit dem Gefühl, einsam zu sein, nicht einsam ist.

Rest and wait …

Am selben Tag hatte Sheila Ilzhöfer auf Fuck Lucky Go Happy diesen Text veröffentlicht: „Wir müssen aufhören, Probleme kleinzureden“, schrieb sie da. Wir dürfen uns scheiße fühlen, auch wenn wir wahnsinnig privilegiert sind, wenn es uns wahnsinnig gut geht, weil wir genug zu essen, eine warme, schöne Wohnung und gesunde Kinder haben. Ich fühlte mich scheiße. Ich spürte die Einsamkeit. Einsamkeit kann krank machen. Ich erinnere mich noch an meine erste Yogalehrerausbildung. Dort sagte die Ausbilderin Alanna Kaivalya einmal zu uns: „Wir fürchten uns mehr vor der Einsamkeit als vor dem Tod.“ Das glaube ich sofort. Ich will trotzdem Covid-19 nicht haben. Und vor allem niemand anderen damit anstecken. Dilemma. Tanya Markul, auch eine Yogalehrerin und Poetin, mit der ich früher in Kopenhagen Yoga üben durfte, schrieb am Dienstag auf Facebook: „Sometimes all we can do is rest and wait while we’re held between the ecstasy and ache. Don’t give it a name but perhaps a poem, a dance or clean living space. And put trust in its work for it’s the complex magic of being you. Sometimes that’s all we can do.“

Das ruhige Leben ist die Rettung

Was mir geholfen hat, meine gute Laune wieder zurückzugewinnen, waren gute Gespräche mit meiner Familie und die verschiedenen Podcasts eines einzigen Yogalehrers: Michael James Wong ist ein großartiger Lehrer und Sprecher, der mich auf meinem Yogaweg schon lange aus der Ferne begleitet. Für mein erstes Yogabuch durfte ich ihn 2015 interviewen. Er hat das Projekt „Just breathe“ ins Leben gerufen, sitzt bei Massenmeditationen zusammen mit Tausenden an Orten wie The British Museum, um den Wert gemeinsamer Stille zu erfahren. Als Gründer der Sunday School of Yoga begleitet er Yogalehrer in ihrer Entwicklung. Er schafft es auf sehr angenehme Art und Weise aufzuzeigen, wie angenehm Meditation und Nichtstun sein kann. Seine ruhige Stimme und die Interviews seiner letzten beiden Podcastfolgen aus „The quiet life“ haben mich diese Woche aufgerichtet. Zunächst einmal der Podcast mit der Ernährungsberaterin Rhiannon Lambert. Sie beschreibt sehr gut, wie verrückt es für sie war, zu Beginn der Pandemie ein Kind zur Welt zu bringen und die Freude darüber mit fast niemandem teilen zu dürfen. Sie erzählt, wie und wo sie sich am sichersten fühlt und wie sie es schafft, geerdet zu bleiben. Außerdem spricht sie auch über die interessante Tatsache, dass das, was wir essen, sehr wohl Einfluss auf unsere Emotionen haben kann. 

Sport und Schokolade

In der aktuellsten Folge seines Podcasts spricht er mit dem Notarzt, Allgemeinmediziner und Autor Rupy Aujla. Der Bestsellerautor, der sich dafür einsetzt, gesunde Ernährung bei gesundheitlichen Beschwerden ernster zu nehmen, spricht in diesem Interview mit Michael James Wong darüber, was Dankbarkeit für ihn bedeutet und warum wir die kleinen Dinge feiern sollen. Und da war er wieder: Der Moment, in dem ich den Wert meines Kaffees am Morgen wirklich schätzen konnte. Übrigens kann ich dir nur empfehlen, die Episoden von Wongs Kurz-Podcast Good Intentions zu hören. Die tun sooooo gut. Diese Woche beispielsweise die Episode: Eat a piece of chocolate.

Und dann war da der Sport. Laufen zu gehen, all den Ballast dabei abschütteln zu können, mich danach nicht nur geistig (wie jeden Abend) sondern körperlich müde zu fühlen – das hat mir gut getan.

Und das hier könnte eventuell mein Frühstück am Wochenende zu einem Gute-Laune-Fest machen. Was meinst Du?

Lauschangriff und Lesestoff vom 29.1.2021

Der erste Monat des neuen Jahres ist nun also schon so gut wie um. Für mich war diese letzte Januar-Woche etwas wild, ich hatte viele Aufträge – worüber ich wahnsinnig dankbar bin –, einen neuen Online-Yogakurs in einem Fitnessstudio, jede Menge private Herausforderungen in der Familie (Lockdown lässt grüßen, wer hat sie gerade nicht?) und auch noch eine neue Yogalehrer-Ausbildung begonnen. Darum habe ich meine so heiß geliebte Themen-Recherche einfach mal hinten anstellen müssen. Ich kam kaum dazu zu lesen, Podcasts waren weit weg von dem, was möglich war. Dabei gäbe es gerade ja wahnsinnig viele wichtige Themen zu diskutieren. Vielleicht fehlte mir diese Woche einfach mal die Kraft. Außerdem habe ich zu Beginn der Woche gleich einen Text gelesen, bei dem ich dachte: „Ach komm, das hier kann gleich für die ganze Woche an Leseinspiration reichen.“ 

Self-Care nervt

Ich habe in den vergangenen Monaten schon einige Texte von Teresa Bücker gelesen; sie schreibt unter anderem für das Süddeutsche Magazin, das ich ja schon einige Male hier auch erwähnt habe. Mir ist bewusst, dass es Texte sind, die bezahlt werden müssen. Heute aber kommt eine Empfehlung für Teresa Bückers Texte, die kostenfrei sind. Dieser eine Text  – übrigens eine Leseempfehlung auf die ich über das Instagram-Profil von Rebecca Randak, der Gründerin von Fuck Lucky Go Happy, aufmerksam wurde – war ein wundervoller Lichtblick meiner Woche. Ich weiß, es gibt gerade jede Menge spannende und wichtige Themen in der Welt, aber das hier war wirklich gut für mein Herz. Dabei erschien er schon am Samstag. Er ist so klug und so wundervoll und ich brauchte Zeit, mir all die Worte noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Vieles sprach mir so aus der Seele, weil mir das Thema Self-care, das gerade in der Yogaszene ja immer wieder und wieder propagiert wird, manchmal auf den Keks geht. Auch schon vor Corona. Weil ich während meiner ersten Schwangerschaft nämlich noch bemerkte, wie viele Menschen in der Bahn für mich aufstanden und in der zweiten, nur drei Jahre später, sich niemand mehr von seinem Allerwertesten erhob für eine Schwangere. Was nicht so schlimm war, jedenfalls in meinem Fall nicht. Es ist mir einfach aufgefallen. Vermutlich hatten die in diesen drei Jahren alle zu viel über Self-care nachgedacht. Ich habe schon tausend Mal gesehen, wie Menschen, die Hilfe viel dringender nötig gehabt hätten, als eine relativ fitte Schwangere, nicht geholfen wurde. Community Care – das brauchen wir viel dringender als Selfcare, schreibt Teresa Bücker und das ist gerade jetzt so wahnsinnig wichtig und richtig. Bücker schreibt: „Wenn man sich darauf besinnt, was Kinder gerade brauchen, wird plötzlich klar, was für ein hohles Konzept Self-care mittlerweile geworden ist. Denn Kinder brauchen kein Self-Care, Kinder brauchen andere, die sich um sie kümmern (…)“ Ich habe mich im ersten Lockdown sehr gewundert, als plötzlich vor allem die Wohlstands-Eltern aufschrieen, weil die Kitas zu waren. Ich erinnere mich an eine Diskussion, die ich mit einem Fernseh-Journalisten auf Facebook führte, der am ersten Tag vor dem Lockdown schrieb: „Gerade für Eltern von kleinen Kindern wird das richtig richtig ätzend.“ Ich bin innerlich ausgerastet, weil ich zu diesem Zeitpunkt vieles ätzend an Corona finden konnte aber nicht unbedingt, dass ich jetzt besonders viel Zeit mit meinen kleinen Kindern verbringen würde. Auch wenn ich darüber nicht jede Minute jubeln kann. „Richtig, richtig ätzend“ – das konnte nur jemand schreiben, der wahnsinnig viel Self-Care für sich in Anspruch nehmen wollte. Aber egal. Wenn auch du die tollen Newsletter von Teresa Bücker abonnieren möchtest, dann kannst du das unter diesem Link.

Gut im Yoga?!

Ganz witzig und auch nicht unwichtig fand ich übrigens den Text von Katharina Goßmann auf yogaeasygermany mit dem Titel: „Ich gestehe, ich bin voll schlecht im Yoga …“

Sie schreibt: „Seit 15 Jahren mache ich Yoga, beeindrucke aber weder mit schwierigen Asanas noch einem ausgeglichenen Gemüt. Funktioniert Yoga nicht?“ Ich musste sehr schmunzeln und finde diesen Text richtig sympathisch. Yoga funktioniert natürlich. Auch bei der Redakteurin von Deutschlands größtem Online-Yogastudio. Warum, erklärt sie natürlich in diesem Text. Ich erzähle meinen Schülern ständig, dass sie nicht nicht gut im Yoga sein können. Aber natürlich glauben mir das auch nicht alle. Deswegen empfehle ich an dieser Stelle auch noch mal diesen Text. 

Schreiben als Therapie

Gestern Abend habe ich noch schnell den neuesten Podcast von Katharina Döricht aka Tasty Katy gehört. Dabei geht es um das Thema Journaling oder wie Katharina Döricht selbst so schön sagt: „Tagebuch schreiben“. Ich habe meinen Blog im Juni 2020 wieder ins Leben gerufen und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Schreiben auch eine Art Psychotherapie ist – ein Mittel mit sich in Kontakt zu kommen, sagt Katharina Döricht. Meine eigene Erfahrung ist, dass es wirklich viel kraftvoller ist, Dinge auf Papier zu bringen als sie einfach nur im Kopf mit sich herumzutragen. Katharina Döricht berichtet auch, was die Wissenschaft zum Thema Journaling sagt und warum wir dabei wundervoll reflektieren, unsere Gedanken ordnen und uns mit uns selbst beschäftigen. Ich habe mich ein bisschen in diese Stimme verliebt und freue mich schon darauf, dass ich in den nächsten Wochen mit dem Hören ihrer vergangenen Podcastfolgen aufholen kann. Da finden sich nämlich jede Menge spannender Themen, die mich wirklich interessieren. 

Und das war es für heute. Punkt. Mehr gibt es nächste Woche. Hoffe ich jedenfalls.