Oktober, bevor du gehst …

Oktober, jetzt darfst du gehen. Aber nimm Corona doch gleich mit …

Der Oktober rast dem Ende in Schallgeschwindigkeit entgegen. Mit Vollgas drauf zu auf die nächste Corona-Welle … Oder so. Er ist so schnell vergangen dieser Oktober, der so ein sanftes Bindeglied zwischen Sommer und Winter ist. Er macht einem den Abschied vom Sommer ja wirklich leichter. Die Farben der Bäume, das großartige Licht, wenn der Himmel blau ist, der wilde Herbstwind, der einem hier in Kiel tatsächlich so richtig den Kopf freibläst … und gefühlt die Viren davon. Jetzt werden die Uhren umgestellt, und das bedeutet sonntagnachmittags, wenn ich Yoga unterrichte, kommen meine Schüler im Hellen an und ich zünde dann mitten in der Stunde die Kerzen an, weil es am Ende, wenn sie in Savasana liegen, schon richtig dunkel wird.

Fülle, Fülle

Der Oktober steht für mich für Fülle. Eines meiner liebsten Rituale ist der Gang zum Wochenmarkt – zwei Mal wöchentlich. Dort zeigt er sie, die ganze Bandbreite seiner Fülle, der Oktober. Immer, wenn es ein bisschen dunkler um einen herum wird, egal ob aufgrund der aktuellen Weltsituation oder des Wetters, ist es ganz gut, einen Moment mal inne zu halten, und sich der Fülle bewusst zu werden, in der wir eigentlich leben dürfen. Selbst in Pandemie-Zeiten! Da dieses Jahr für uns alle ein bisschen anders abläuft, als wir es uns vorgestellt haben, überlegte ich mir, wie ich die nächste Zeit gutgelaunt überstehe. Und da steht an allererster Stelle, Fülle erleben. Und deswegen sage ich: Geht auf den Wochenmarkt. Dort seid ihr beim Einkaufen nicht nur an der frischen Luft – meistens haben die Verkäufer wirklich Ahnung von dem, was sie da verkaufen und ich hole mir regelmäßig Tipps darüber, was gerade in der Saison ist und wie ich etwas zubereiten kann, um ein bisschen mehr Abwechslung in meine Küche zu bringen. Die Marktverkäufer haben nämlich auch noch Lust, sich mit ihren Kunden zu unterhalten. Was am Oktober wirklich so schön ist, ist die Vielfalt an Obst und Gemüse.

Experimente in der Küche

Meine Kinder freuen sich über Birnen und Trauben. ich bin leider die einzige in der Familie, die Kürbis so mag. Auch um mir den Rest dieses merkwürdigen Jahres etwas zu verschönen, habe ich mir vorgenommen, in diesem Herbst vieles auszuprobieren, was ich noch nie gemacht habe. Zum Beispiel: Quittenkompott. Mir sind nämlich diesen Sommer zwei Quittenbäume zugelaufen 🙂 Ich habe aber auch gesehen, dass es Quitten jetzt auf dem Markt gibt. Ausprobieren möchte ich auf jeden Fall dieses Rezept. Das klingt ja ziemlich leicht. Auch gerade erst entdeckt und schon verliebt, hab ich mich in Kohlröschen oder auch Flowersprouts. Ich röste sie kurz mit ein bisschen Öl und Salz im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Man muss nur höllisch aufpassen, dass die Dinger ihrem Namen nicht alle Ehre machen, denn es kommt mal leicht vor, dass sie „verkohlen“. Muss wohl daher seinen Namen tragen, das Köhlröschen – und nicht etwa, weil es ein Kohlgemüse ist 😉 Schmeckt aber auch toll kurz blanchiert und dann im Salat mit Buchweizen, Granatapfel und Sonnenblumenkernen.

Flowersprouts – mein neues Gemüse …

Alte Lieblinge sind endlich zurück!

Ich freue mich riesig darüber, dass ich auf dem Markt wieder Topinambur kriege. Das gibt es bei uns den ganzen Winter über bestimmt einmal in der Woche zum Abendessen. Zumindest war das letzten Winter so und ich hab mir diese Saison schon zwei Mal ordentlich was davon einpacken lassen. Auch dieses Sonnenblumengewächs mache ich am liebten im Backofen. Topinambur soll wahnsinnig gesund sein und so tolle Inhaltsstoffe in sich tragen wie beispielsweise Inulin. Auch die Menge an Grünkohl, die mein Bauer jetzt verkauft, hat wieder zugenommen und ich will in diesem Winter wirklich mal meinen Slow Juicer vermehrt in den Einsatz bringen. Bislang produziert er meistens nur Rote Beete-Saft – aus dem übriggebliebene Pulp gibt es dann Buletten. Auch toll.

Alles nur Gemüse?

Aber warum geht es hier eigentlich gerade nur um Gemüse? Fülle wird mir auch auf ganz andere Art und Weise im Herbst bewusst. Weil nämlich alle meine Kinder im Herbst Geburtstag haben. Die Große wird Mitte November fünf – ich bin mal gespannt, wie ich das hinkriege, aber ich habe mir vorgenommen, dass sie ein paar Freunde einladen darf und wir gemeinsam in der Garage Laternen basteln und dann eine kleine Runde durch den Wald drehen. Dort gibts dann ein Picknick und die Kinder können da dann gleich angezogen von den Eltern in Empfang genommen werden. So habe ich kein Chaos in der Wohnung, die Kids hoffentlich einen Supertag und die Viren bleiben auch an der frischen Luft …

Aktion Laternen Fenster – da mach‘ ich mit!

Da mach‘ ich mit!

A apropos Laternelaufen, auf Facebook bin ich auf die Aktion Laternen Fenster von Jennifer Brenzinger aufmerksam geworden. Und das will ich unbedingt machen. Im Frühling haben wir aus den Fenstern heraus mit den Nachbarn gesungen und Regenbögen haben wir jetzt auch zu Genüge gesehen. Deswegen hängt Deutschland ab dem 1. November Laternen in die Fenster. Da die meisten Martinsumzüge tatsächlich ausfallen werden, haben die Kinder dann eine schöne Alternative für die Laternen. Außerdem bringen wir so schon mal ein bisschen Licht vor der Adventszeit in die Fenster. Darauf habe ich wirklich große Lust in diesem Jahr. Und unseren Balkon will ich auch ein bisschen gemütlich machen. Der führt hier im Winter ein etwas stiefmütterliches Dasein, das kann sich ruhig mal ändern.

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