Heute schon bewegt?

In wieviele Richtungen bewegen wir eigentlich unsere Wirbelsäule? Foto: Margarete Singer

In den vergangenen Wochen ist mir noch einmal ganz deutlich bewusst geworden, wie wichtig Yoga ist. Damit meine ich jetzt ganz simpel Asanas. Wir dürfen Yoga ruhig zunächst einmal über das Körperliche erfahren, weil wir zu viel Sitzen, uns zu wenig bewegen und zum Teil ganz vergessen haben, wofür unser Körper eigentlich konstruiert ist. „Yoga verwandelt sich immer in das, was Menschen gerade brauchen“, hat der Kulturhistoriker Mark Singleton im Interview mit GEO Wissen gesagt. Wir brauchen ganz dringend ein Mittel zum Stressabbau aber auch eines, um unseren Körper wieder zu bewegen.

Entspannung bei den Tagesthemen?!?

Vergangene Woche habe ich zufällig in den yogaeasy-Podcast „Besser leben mit Yoga“ reingehört. Als Interviewpartner stand Kristin Rübesamen der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse zur Verfügung und er konnte recht eindrücklich erläutern, warum aktive Pausen so wichtig für unsere Gesundheit sind. Ja, Fernsehen mag im ersten Moment wie die ideale Entspannungstherapie aussehen. Doch wenn wir genauer darüber nachdenken, ist es in Zeiten von endloser Informationsbeschallung, Multitasking und Arbeitsverdichtung vielleicht auch ein bisschen zu viel. Medienkonsum könne niemals das richtige Regenerationsprogramm sein, sagt Froböse. Und so kommt man natürlich ganz schnell zum Yoga. Yoga ist die aktive Pause schlechthin. In der Asana-Praxis kommen wir selbst in der Bewegung zur Ruhe, spätestens am Ende können wir dabei sogar entspannen und loslassen.

„Bewegung? Aus dem Alter bin ich ‚raus!“

Zu dem Podcast passte ganz gut ein Erlebnis, das ich tatsächlich auch in der vergangenen Woche auf dem Spielplatz hatte: Ich saß zusammen mit einer anderen Mama auf einer Bank, unsere Kinder tobten lachend um einen Ball herum. „Ach“, sagte die andere Mama da zu mir, „wenn er mit anderen Kindern zusammen ist, bewegt er sich natürlich auch viel mehr. Ich renne ja nicht mehr. Ich finde, aus dem Alter bin ich einfach raus.“ Ich war so erstaunt über diese Aussage, dass ich gar nichts antworten konnte. Ich weiß, dass viele Menschen ihre Kinder als Entschuldigung dafür nutzen, dass sie außer Form gekommen sind. Für mich sind meine Kinder der beste Grund dafür in Form zu bleiben. Ich weiß ja rein zufällig, wie alt die andere Mama ist. Sie ist zwei Jahre älter als ich. Dass wir kleine Kinder haben, sagt eigentlich schon alles aus. Schließlich sollte unser Körper im gebärfähigen Alter absolut auf der Höhe sein. Dass sich das mit dem „idealen Gebäralter“ ein wenig nach hinten verschoben hat, ist halt so. Geht mir ja auch so … Aber es hört sich trotzdem für mich erschreckend an, dass viele kerngesunde Menschen ungefähr zur Halbzeit ihres Lebens entschliessen, dass sie sich von nun an nur noch in gehendem Tempo bewegen wollen. Als müssten sie sparsam mit ihrer Energie umgehen …

Acht Bewegungsrichtungen! Was? Ja, acht!

Genetisch gesehen ist der menschliche Körper darauf ausgelegt, täglich athletische Höchstleistung zu bringen. Das musste er nämlich mal zur Nahrungsbeschaffung. Die Zeiten haben sich geändert. Ist schon klar. Jetzt gibt es Nahrungsmittel an jeder Ecke und bewegen muss man sich eigentlich auch nicht mehr unbedingt, wenn man vom Fleck kommen will. Hm. Eigentlich vielleicht gerade doch ein Grund, manchmal auszuprobieren, wozu der eigene Körper eigentlich so im Stande ist. Man muss ja nicht gleich einen Marathon laufen. Unsere Wirbelsäule kann sich in acht Richtungen bewegen. Acht?!? Ja! Sie kann sich vor- und zurückbeugen, zur Seite nach links und rechts beugen, sich drehen und sie lässt sich sogar auseinanderdehnen und in sich zusammenziehen. Wann hast Du das zuletzt ausprobiert?

Übrigens hat Froböse auch noch gesagt: „Körperliche Aktivität ist der beste Motor dafür, das Immunsystem zu aktivieren.“ Ich erwähne es nur mal so, jetzt wo der Herbst kommt und das C-Wort irgendwie wieder häufiger zu hören ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.