Schlagwort: Backen

Kaffeebegleitung: Die Super-Waffeln

Wenn gar nichts mehr geht, mache ich diese Waffeln. Häufig sind sie Trostpflaster, für Kinder wie Erwachsene. Oder ich mache sie, um einfach das Leben zu feiern. Sie sind vegan, allerdings nicht zuckerfrei aber deswegen sind es ja auch die „Wenn-gar-nichts-mehr-geht-Waffeln“. Ich mache sie auch, wenn meine Kinder andere Kinder eingeladen haben, die vorher noch nie bei uns waren. Weil man die Waffeln supergut auch im Kinderzimmer servieren kann (im Gegensatz zu krümeligen Kuchen oder Obsttörtchen) und weil diese Waffeln der Eisbrecher sind. Dazu gibt es dann für die Kinder Puderzucker und für die Erwachsenen Ahornsirup und eine Riesen Portion Obst. Und manchmal mache ich sie sonntags zum Frühstück. Meine Tochter wollte sie zum letzten Kindergeburtstag, als ich sie fragte, welchen Kuchen sie sich wünsche und meine Nichte und mein Neffe zählen sie noch heute zu den unvergessenen kulinarischen Spitzenmomenten ihrer Ferien, als sie uns vor fünf Jahren in Kalifornien besuchten.

Zutaten:

250 ml Pflanzendrink (am besten funktioniert Sojamilch oder Hafermilch)

250 g Dinkelmehl

50 g Vollrohrzucker

125 g vegane Margarine

2 EL Apfelmus

1 TL Ei-Ersatzpulver

1 TL Backpulver

1 Msp gemahlene Vanille

6. EL Mineralwasser

Kokosöl für das Waffeleisen

Margarine mit dem Zucker schaumig schlagen und dann den Apfelkompott hinzufügen. Das Mehl siebe ich zunächst zusammen mit Backpulver und Ei-Ersatzpulver durch ein feines Sieb und mische es dann im Wechsel mit dem Mineralwasser und der Pflanzenmilch mit der Margarinen-Masse zusammen. Das Waffeleisen mit dem Kokosöl einpinseln, erwärmen und dann etwa eine Suppenkelle Teig einfüllen. Goldbraun backen und mit Obst (ich nehme am liebsten passend zur aktuellen Jahreszeit Himbeeren und Heidelbeeren) und einem kleinen Schuss Ahornsirup garnieren.

Ich habe kein klassisches Herz-Waffeleisen, sondern ein eckiges. Die Mengenangabe entspricht etwa sechs Waffeln, wie sie auf dem Bild oben abgebildet sind.

Kaffeebegleitung: Die besten Schokomuffins der Welt

Das Rezept für diese Schokomuffins fand ich, während ich gerade mein Neugeborenes stillte. „Äh, was? Schokomuffins ohne raffinierten Zucker?“, dachte ich. Her damit! Und zwar sofort. Kreiert hat sie die Münchener Yogalehrerin Flora Fink, die hoffentlich bald ihr erstes Backbuch herausbringt.  Im vergangenen Winter sind ihre Muffins zu meinem absoluten Lieblings-Snack geworden, ich konnte Berge davon essen. Der Rest der Familie war schon fast genervt, weil es ständig Muffins aus Datteln und Kakao gab.

Sie sind super einfach zu machen und man braucht nicht mal ein Rührgerät oder ähnliches.

So geht es: 10 Medjool Datteln kleinschneiden und mit Wasser bedecken. Circa zwei Stunden oder auch länger einweichen lassen. Einen Apfel grob reiben und mit den Datteln und dem Einweichwasser verrühren. Etwas Meersalz, einen Teelöffel Zimt, 3 Esslöffel Kakaopulver und 3 Esslöffel Kokosöl dazugeben und vermischen. 200 g Dinkel- oder Vollkornmehl und 100 g Haferflocken vermischen und unter die Masse rühren. Wenn man möchte, etwas Backpulver dazugeben. Ich habe sie aber bestimmt schon zig Mal ohne Backpulver gemacht. Gelingen immer. Der Teig sollte etwas fester sein. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Teigmasse in Muffinformen geben. Circa eine Stunde backen, abkühlen lassen. Fertig sind die gesündesten und besten Schokomuffins.

Kaffeebegleitung: Pecan Pie Bars oder mein Weihnachtsgebäck

2014 lebte ich in Kalifornien. Dort Weihnachten zu feiern war etwas gewöhnungsbedürftig, wir suchten händeringend nach echten Kerzen für den Weihnachtsbaum (keine Chance!), bastelten die Kerzenhalter selbst aus Draht und machten am 25. Dezember einen Strandspaziergang in der Sonne. Leichter gemacht haben mir das Fest in der Ferne die vielen Ideen zum Verarbeiten von Pekannüssen. In Kalifornien standen sie fast täglich auf meinem Speiseplan, beispielsweise habe ich sie oft für mein Granola am Morgen verarbeitet. Sie liefern jede Menge Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen. Ausserdem stecken die wichtigen B-Vitamine in Pekannüssen und sie haben einen hohen Proteingehalt. Und ja – auch sehr viele Kalorien, aber das sollte niemanden abschrecken, denn bei dem hohen Fettanteil handelt es sich um ungesättigten Fettsäuren. Aus der Weihnachtszeit habe ich ein besonderes Rezept aus Kalifornien mitgebracht, das zwar nicht zuckerfrei ist aber zumindest ohne raffinierten Zucker daherkommt. Die Pekanriegel sind richtig einfach zuzubereiten. Und schmecken unglaublich gut. Und in kleine Vierecke geschnitten eignen sie sich hervorragend für Weihnachtsgebäck. Ich möchte hier nicht behaupten, dieses Rezept sei mega-gesund. Aber immerhin glutenfrei und vegan.

Was man braucht:

Boden:

  • 240 g Mandelmehl
  • 4 EL Kokosöl (geschmolzen)
  • 1 EL Honig oder Agavensirup
  • 2 EL Apfelkompott
  • etwas vegane Margarine für die Form

Topping:

  • 120 g Pekannüsse
  • 2 EL Honig oder Agavendicksaft
  • 2 EL Kokosöl (geschmolzen)
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 EL Leinsamen, gemahlen
  • ½ TL Eggreplacer
  • 2 EL Mandelmilch (ungesüsst)
  • Meersalz

Zunächst für den Boden Mandelmehl, Kokosöl, Honig/Agavendicksaft und Apfelkompott mischen und eine Weile mit dem Handrührgerät durchrühren. Dann eine viereckige Form (nicht größer als ca. 20 x 20 – ansonsten einfach die Zutatenmenge erhöhen) mit Backpapier auslegen und mit veganer Margarine einfetten. Ein Backblech geht übrigens auch, denn die Mandelmehlmasse lässt sich leicht in eine viereckige Form bringen und läuft auch nicht im Backofen aus. Im auf 180 Grad vorgeheizten den Boden für 15 Minuten backen. Für das Topping die Pekannüsse in einer Pfanne rösten. Das dauert etwa 5 Minuten, sie dürfen nicht anbrennen sollen aber nach gerösteten Pekannüssen riechen. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Nüsse in eine Schale geben und mit Meersalz bestreuen. Honig, Kokosöl und Vanillezucker in einem kleinen Topf mischen und aufkochen lassen. Dabei stetig weiterrühren. Die Zuckermasse auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Leinsamenmehl, Eggreplacer und Mandelmilch miteinander mischen und einige Minuten durchziehen lassen. Wenn die Zuckermasse abgekühlt ist, dazugeben und alles zu einer cremigen Masse verrühren. Zuletzt die Pekannüsse dazugeben. Alles mischen und auf dem gebackenen Mandel-Boden glattstreichen. Für 20 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Nun abkühlen lassen und dann für eine Weile in den Kühlschrank stellen. Denn dann lassen sich die Pecan Pie Bars besser schneiden. Vor dem Servieren in kleine Rechtecke schneiden – fertig sind die Wahnsinns-Nuss-Riegel. Ich finde, sie gehen wunderbar als Weihnachtsgebäck durch. Und zum Kaffee sowieso.

Kaffeebegleitung: Glückskekse aus „Vegane Backträume“

Meine Kaffeebegleitung ist heute Brigitte Bach. Nicht Back, sondern Bach. Das war jetzt ein Witz, den Brigitte vielleicht schon ein paar Mal gehört hat in ihrem Leben.  Brigitte Bach – die Greenpeace-Aktivistin, hat nicht nur einen wundervollen Blog, sondern auch ein tolles Buch herausgebracht. Es heißt „Vegane Backträume“. Was ich an Brigittes Rezepten mag, ist, dass sie sich schon lange bevor vegan und gesunde Ernährung richtig trendig wurden, wirklich Gedanken um die Zutaten macht, die sie verwendet. Dabei geht es ihr nicht nur darum, rein pflanzliche Produkte zu verarbeiten, sondern Naschen auch ein wenig gesünder zu machen. Das Buch „Vegane Backträume“ beantwortet viele Fragen zum veganen Backen, gibt Tipps für die Verwendung saisonaler Produkte und erklärt ziemlich genau, wie Eier und Co. durch pflanzliche Zutaten ersetzt werden können. Im Interview erzählt die Autorin, warum Backen sie glücklich macht, wie sie trotz dem ständigen Kreiieren von Naschwerk so schlank bleibt und sie verrät das Rezept für ihre tollen Glückskekse.

Abgesehen davon, dass Deine Backwerke immer unheimlich toll und lecker aussehen, gefällt mir, dass Du Dir nicht nur Gedanken um die vegane Zubereitung machst, sondern auch weitestgehend auf industriellen Zucker verzichten möchtest. Was ist Dein liebstes Süssungsmittel?

Ich experimentiere sehr viel und letztlich kommt es auf das jeweilige Gebäck an, also auf die gewünschte Textur und was geschmacklich miteinander harmoniert. Wenn es passt, verwende ich sehr gerne Apfeldicksaft, weil er so fruchtig-süß schmeckt und ein heimisches Produkt ist.

Wann und durch welches Erlebnis ist Deine Entscheidung gefallen, Dich komplett vegan zu ernähren?

Ich habe sehr viele Jahre vegetarisch gelebt und diese Lebensweise auch nicht genauer hinterfragt, bis ich im Herbst 2009 durch einen veganen Freund so richtig auf den Veganismus aufmerksam wurde. Das kulinarische Neuland faszinierte mich schlagartig während eines Wochenendes, an dem wir komplett pflanzlich gekocht haben. Zudem blickte ich hinter die Kulissen der Milch- und Eiproduktion und sah darüber so viele schreckliche Filme und Bilder, dass ich wusste: von jetzt an nur noch vegan.

 Ebenso wichtig wie die rein vegane Ernährung sind Dir aber auch biologisch erzeugte und fair gehandelte Zutaten. Dein Mehl mahlst Du zum Beispiel selbst. Das finde ich persönlich sehr schön, denn auf vielen veganen Foodblogs fehlt mir das. Bei der ganzen veganen Bewegung vermisse ich manchmal den Hinweis, dass nur vegan nicht unbedingt immer auch gesünder bedeutet. Gibst Du mir Recht?

 Ja natürlich, man kann sich auch mit veganer Kost sehr ungesund ernähren. Man darf aber natürlich auch nicht vergessen, dass VeganerInnen unterschiedliche Beweggründe haben. Für viele hat der Gesundheitsaspekt Priorität, für andere spielen weitere Argumente, wie z.B. ethische, eine weitaus wichtigere Rolle. Ich persönlich habe mit dem Schritt zum Veganismus mein ganzheitliches Denken extrem erweitert. Wenn man an einem Punkt anfängt, kann man nicht mehr aufhören, weil die Zusammenhänge so komplex sind und es so viele „Baustellen“ gibt. Deshalb landete ich sehr schnell bei Themen wie „bio“, „fair“ aber auch „Konsumverzicht“. Ich versuche mein Bestes, bin aber natürlich alles andere als perfekt und habe viele Bereiche, in denen ich noch konsequenter sein könnte. Und was süßes Backwerk angeht: Ich sehe es vorrangig als kleinen Luxus, der Augen und Gaumen erfreut. Wenn es dann auch noch gesund ist…, umso besser. 🙂

Warum macht Backen eigentlich glücklich?

Ich denke, das liegt daran, weil ich mit meinen Händen etwas erschaffen kann, das am Ende schön aussieht, gut riecht und auch noch köstlich schmeckt. Ich freue mich nicht nur selbst darüber, sondern kann damit auch anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Wie ist die Idee zu Deinem ersten Buch entstanden?

Der Löwenzahnverlag ist an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob ich mich auf das „Abenteuer Buch“ einlassen möchte. Ich bin fast vom Stuhl gefallen und konnte es gar nicht glauben. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, ging es an die konkrete Ideensammlung und das exzessive Probebacken.

„Vegane Backträume“ ist ein voller Erfolg und so steht das nächste Buch schon in den Startlöchern.. Wie bleibst Du bei dem Hang zur Schlemmerei eigentlich so schön schlank?

Obwohl ich in meiner Küche fast täglich neuen Naschkram erschaffe, achte ich sehr auf eine ausgewogene Ernährung und habe auf meinem Speiseplan vornehmlich Gemüse und Obst. Zudem treibe ich viel Sport.

Und was passiert mit dem ganzen Zeug, dass Du als Foodblogger ständig ausprobieren und backen musst? 😉

Ich rechne alle Rezepte herunter und produziere immer nur kleine Mengen. Das ist auch der Grund, warum ich mich so in Kleingebäck, wie Muffins oder Tartelettes, verliebt habe – das sind überschaubare Mengen und optisch trotzdem vollwertige Kunstwerke. Und wenn ich doch einmal zu viel übrig haben sollte, dann verschenke ich mein Gebäck – ganz zur Freude von FreundInnen und KollegInnen.

Welches Rezept gehört für Dich ganz unbedingt zu Weihnachten dazu – und verrätst Du es?

Ich bin nicht auf ein bestimmtes Rezept fixiert, sondern eher auf bestimmte Zutaten. Dazu gehören beispielsweise Zimt, Gewürztee, Marzipan, Orangen und Äpfel. Was ich daraus mache, hängt ganz von meiner Stimmung und meinen Ideen ab :-).

Was machst Du, wenn Du nicht gerade in der Küche stehst?

Ich beschäftige und engagiere mich – sowohl beruflich als auch privat – intensiv mit/für Umweltschutzthemen. Wenn ich Ablenkung suche und nicht backe, bin ich (im Frühling und Sommer) sehr viel draußen und genieße die Natur, v.a. beim Skaten und in den Bergen. Ansonsten liebe ich Bücher, Filme und Musik „made in Germany“.

Gibt es irgendwann Brigitte Bachs Bakery in Wien, in der jeder Deine Backwerke geniessen kann? 😉

Bisher kam in meinem Leben alles, wenn es an der Zeit war. Das vegane Backen hat mir von Anfang an so viel Wunderbares und Überraschendes beschert, dass ich mich inzwischen über nichts mehr wundere ;-). Und klar, ein eigenes Café ist natürlich ein Traum.

Verrätst Du nun auch noch ein Rezept für gesundes Naschen?

Gerne. Für die Glückskekse braucht man:

  • 100 g ungeschälter Sesam
  • 100 g Mandeln
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Kokosraspeln
  • 100 g Kokosöl
  • 50 g Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • min. 4 Tropfen ätherisches Orangenöl
    (alternativ: abgeriebene Orangenschale)
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 TL Kardamom, gemahlen
  • 1 TL Ingwer, gemahlen
  • 1 TL schwarzer PfeEer, gemahlen
  • 1 TL Muskatnuss, gemahlen
  • 1 TL Nelke (optional), gemahlen
  • ca. 1/8 Liter Wasser

Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Anschließend mit den Mandeln ebenso verfahren und diese dann grob hacken.
Alle Zutaten in einer großen Schüssel miteinander vermengen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Dieser sollte nicht
mehr bröseln, aber so fest sein, dass er sich gut formen lässt. Kleine Teigportionen zu Kugeln von ca. 3–4 cm Ø formen und
etwas -achdrücken. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Back -blech legen. Die Teigkugeln können nah zusammenliegen, da
sie die Form behalten und beim Backen nicht auseinanderlaufen. Im vor geheizten Backofen bei 180 °C ca. 15–20 Minuten backen,
bis die Kekse oben goldbraun sind und auf der Unterseite eine leichte Bräunung bekommen. Auf dem Backblech kurz
rasten lassen und dann auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Nach 1–2 Tagen „Durchziehen“ entfaltet sich
der Geschmack erst so richtig. In einer Blechdose aufbewahrt, halten sich die Kekse einige Wochen lang frisch.

Ein perfektes Rezept also für die Weihnachtszeit! Und zum Kaffee sowieso.

Kaffeebegleitung: Sternekoch Siegfried Kröpfl verrät wie sein veganer Kaiserschmarrn geht

Der Österreichische Sternekoch Siegfried Kröpfl kocht privat nur noch vegan. Für ihn bedeutet vegan nicht nur Verzicht sondern vor allem Genuss. Gemeinsam mit seiner Tochter Melanie hat er ein Kochbuch veröffentlicht. „Wir kochen vegan“ ist im Hubert Krenn Verlag erschienen. Hier verrät er, dass sogar ein veganer Kaiserschmarrn gelingt.

Ihr berufliches Umfeld reagierte „amüsiert“, als sie beschlossen haben, sich nur noch vegan zu ernähren. Wie ist das heute?
Ja, vorerst haben viele gedacht, etwas stimmt da nicht. Da ich ja auch andere Kochbücher geschrieben und in der Vergangenheit natürlich auch hochwertige Fleisch- und Fischprodukte verarbeitet habe. Aber Gänseleber, Hummer, Thunfisch und Kaviar habe ich schon seit einigen Jahren von der Speisekarte genommen.

Was hat sie dann letztlich überzeugt, Veganer zu werden?
Unsere Tochter hat ihre Diplomarbeit über Veganismus geschrieben, und dies hat mich dann völlig überzeugt, dass ich persönlich diesen Schritt gehen will. Natürlich kamen immer wieder heiße Diskussionen zu Stande, warum, wieso und überhaupt, das ist ja nicht gesund, was ist mit Vitamin B12 und so weiter. Aber man sieht und hat gesehen, dass die Menschen und auch die Küchenchefs sich bis heute noch nicht wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Nach dem Erscheinen unseres Buches brodelte es in ganz Österreich, viele Medien berichteten, und es hatte den Anschein, als würde eine neue Idee geboren. Es war schön zu sehen, wie schnell alles gelaufen ist und läuft. Hotelketten setzten auf ihre Speisekarten nun auch mal ein veganes Menü, kleine Restaurants und Hotels erweiterten ihr Angebot. Und nun ist es so,  dass viele Umdenken und sich der Situation bewusst werden. Es führt halt kein Weg vorbei – und die Menschheit kann sich sicher nicht wie gehabt ernähren. Ein Umdenken muss sein, und es muss in allen Köpfen bewusst werden. So wird es in ein paar Jahren kein Problem sein, irgendwo vegan zu Speisen. Auch jetzt schon gibt es Heurige (Kneipen) die veganes Essen anbieten. Ich kann nicht mehr hinter dem stehen, was in der Tierhaltung passiert. Tiere sind auch Lebewesen, und wenn diese schon gehalten werden und dann geschlachtet, dann sollte der kleine Teil des Lebens irgendwie tierlicher sein. Wenn schon Fleisch gegessen wird, dann soll auch ins Bewusstsein der Menschen eingehen, dass Qualität seinen Preis hat. Ich vergleiche das öfters mit einem Autokauf. Hier kann man auch nicht fürs nichts einen Mercedes haben. Fleisch und Milchprodukte sollen ihren Preis haben. Was nichts kostet, kann auch nichts wert sein. Deswegen meine ich, dass hier an das Bewusstsein der Menschen appeliert werden muss. Ich ernähre mich seit letztem Jahr September vegan und es geht mir gut, ich fühle mich wohl und merke, wie gut es mir tut.

Sie selbst haben einmal gesagt, wir haben so tolle Bauern und Züchter in Österreich. Warum raten sie trotzdem – auch in Österreich – zu einer veganen Ernährung?
Ja das stimmt, das haben wir auch. Trotzdem ist das nicht die Lösung, obwohl ich hoffe, dass wir auf diese Bauern vertrauen können. Es gibt definitiv Vorzeige-Bauernhöfe in Österreich. Aber das hat nichts mit dem zu tun, dass ich mich geändert habe, und meine Einstellung jetzt eine andere ist. Ich muss ja auch hier im Hotel darauf achten, so gut ich kann, dass wir Produkte aus der Region kaufen. Zu diesen Bauern habe ich Vertrauen. Ich glaube aber auch, dass Bauern die Chance haben, sich etwas zu ändern. Warum bauen wir nicht mehr Soja an? Oder Lupinie oder Chia? Es gibt noch viel mehr, was wir anbauen könnten und die Bauern hätten wieder etwas mehr Profit. Man muss ja nicht Mengen von Tomaten oder anderes Gemüse einackern. Es gibt hier noch viele Möglichkeiten sich zu verändern, und damit würde man auch der Umwelt etwas Gutes tun. Man weiss ja, dass vieles angebaut wird und dann wieder vernichtet wird. Ist dass der Weg? Das bezweifele ich. Vegane Ernährung, auch wenn man nur in kleinen Schritten beginnt, dann ist es schon ein großer Schritt für unsere Umwelt. Man muss nicht jeden Tag Fleisch oder Fisch essen. Stattdessen solltte man sich bewusst werden, dass die Produkte irgendwo angebaut und aufgezogen werden. Leider leben wir in einer Wegwerfgesellschaft und vor allem dies tut mir sehr weh. Der Zugang zu den Produkten fehlt. Alles was man in der Küche verarbeitet oder zu Hause muss bewusster werden. Wir müssen lernen, das Produkt selbst zu schätzen. Dabei ist es jedem selber überlassen ob er sich vegan oder nicht vegan ernähren möchte, ob er kleine Schritte oder große Schritte gehen möchte.

Wie ist die Akzeptanz von Vegetariern und Veganern in Österreich heute?
Die Akzeptanz wird immer größer , und es ist in etwa so, wie es früher mit Bioprodukten und vegetarischem Essen war. Hier hat man auch erst geglaubt: „Jetzt ist es vorbei. Man kann ja gar nichts mehr essen, das Obst muss doch wurmig sein, die Karotten müssen runzelig aussehen“, und so weiter. Aber es ist halt nicht so. Die Produkte sind hochwertig und man sieht auch, dass in Spitzen-Restaurants sehr viel mit Gemüse und Kräutern gekocht wird. Also ist es doch nur noch ein kleiner Schritt bis zu Vegan.

Aber bedeutet das, ich kann als veganer Tourist auch in den ländlicheren Regionen auf meine Kosten kommen oder muss ich da immer zu den Pommes greifen?
A
ls wir mit der Familie das erste Mal Urlaub in Österreich machten, mussten wir schon lange suchen, bis wir ein geignetes Hotel gefunden hatten. Aber in der Zwischenzeit bieten immer mehr Hotels und Restaurants österreichweit vegane Speisen an. Natürlich ist die USA – unser ältere Tochter lebt schon seit einigen Jahren in Florida – Vorreiter in gewissen Regionen. Auch in England, Deutschland, Frankreich gelingt es schon. Aber jetzt sind wir in Österreich dran. Hier ist „Veganz“ der Vorzeige-Supermarkt was vegane Produkte angeht, geworden. Mittlerweile gibt es mit „Maran“ sogar den zweiten großen Laden, der ein tolles Angebot mit veganen Produkten hat. Ich hoffe, dass noch einige dazu kommen werden. Was die Pommes betrifft, finde ich es eigentlich schade, dass vergessen wird, was man alles aus Kartoffeln machen kann. Mit wenig Aufwand, man muss sich nur damit beschäftigen.

Würden Sie sagen, wenn ich als Vegetarier oder Veganer nichts Konkretes auf der Karte finde, sollte ich davon ausgehen können, dass ein guter Koch mir etwas zubereiten kann?
Das würde ich momentan nicht sagen. Es bedarf schon noch etwas Zeit und man muss diese Zeit auch eingestehen. Das Schwierigste ist momentan die Produkte zu bekommen, aber es werden täglich mehr, und ich bin mir sicher in einem Jahr sieht es in unseren Küchen anders aus.

Verraten Sie ein Rezept für einen veganen Kaiserschmarrn?
Sehr gerne. Im Übrigen erscheint in Kürze ein weiteres Buch mit dem Titel „Wir backen vegan“. Gemeinsam mit meiner Tochter habe ich ganz tolle Rezepte gebastelt.

Veganer Kaiserschmarrn

Zutaten:

  • 120 g Mehl
  • 2 EL Backpulver
  • 20 g Zucker
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • Salz
  • 250 ml Hafermilch
  • 30 g Rosinen

Zubereitung:

Mehl, Zucker, Bakcpulver, Vanillezucker und Salz mischen. Die Hafermilch dazugeben und alles zu einem Teig verrühren. Den Teig nun in einer heissen Pfanne backen und mit Rosinen bestreuen. Wenden und mit zwei Gabeln zerreissen. Klassisch serviert man den Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster. Mit frischen Beeren ist er allerdings auch toll. Rezepte für Zwetschkenröster gibt es beispielsweise hier.

Kaffeebegleitung mit fünf Zutaten

Für das perfekte Superfood braucht man gerade einmal fünf Zutaten. Es zählt offiziell zu meiner liebsten Kaffeebegleitung. Ich backe es wirklich häufig.  Dieses Bananenbrot ist gesund, völlig unkompliziert zuzubereiten und so lecker wie ein Muffin. Das Beste kommt jetzt: Es ist ohne Zucker! Die Süße der Bananen reicht aus und so eignet sich dieses Bananenbrot auch ganz wunderbar als leckerer Snack oder zum Frühstück für Kinder. Genau das richtige also für ein gemütliches Feiertags-Frühstück. Man braucht nichts ausser Bananen, Chia-Samen, Dinkelmehl, Backpulver und Wasser. Wem das nicht süß genug ist, der kann einen Teelöffel Honig zur Teigmasse geben. Ich habe dieses Brot kürzlich an einem Sonntagmorgen zubereitet. Ein paar Tage später habe ich das übrig gebliebene Brot getoastet. Ich fand es – so schön warm aus dem Toaster – fast noch besser. Es ist also ein Brot, das man auch noch einige Tage später essen kann. Warum ich dieses Brot als Superfood bezeichne? Chia-Samen enthalten im Schnitt doppelt so viel Eiweiss wie andere Samen oder Getreidesorten und liefern ein gutes Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren. Ihr Calcium-Gehalt übertrifft den von Milch um das Fünffache. Und damit das auch wirklich richtig Sinn macht, liefern Chia-Samen zusätzlich das Spurenelement Bor, welches die Calcium-Aufnahme im Körper noch unterstützt. Und Bananen… sind sowieso toll.

Und jetzt alles noch mal langsam, zum Mitschreiben oder Mitbacken:

Superfood-Bananenbrot

Zutaten:

  • 4 Bananen
  • 2 Esslöffel Chia-Samen
  • 6 Esslöffel Wasser
  • 2 Tassen Dinkelmehl
  • 1/2 Teelöffel Backpulver

Zunächst die Chia-Samen mit dem Wasser mischen und 15 Minuten lang ziehen lassen, damit sich Chia-Samen und Wasser zu einer klebrigen Masse entwickeln. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine Kastenform mit veganer Margarine einfetten oder eine Silikonform benutzen. Nun die Bananen in einer Schüssel mit einer Gabel zerquetschen und die Chia-Samen-Masse dazugeben. Alles gut verrühren. Anschliessend das Dinkelmehl und das Backpulver dazugeben. Rühren. Ab in die Form und ab in den Ofen. Nach 45 Minuten ist das Bananenbrot fertig. Wer es noch süsser will, kann es mit Mandelmuss und Mandelsplittern belegen, Cashewmuss und Erdnussbutter schmecken auch ganz toll dazu. Das Beste daran ist aber: Einfach ohne alles schmeckt es wie ein leckerer Muffin. Am besten zum Kaffee!

Kaffeebegleitung: Raw Food!

Mein Raw Food Frühstück am vergangenen Sonntagmorgen hat mich so begeistert, dass ich sofort begonnen habe, in Raw Food Rezept-Büchern zu stöbern. Also habe ich direkt etwas ausprobiert. Diese Raw Food Brownies können es locker mit „normalen“ Schokoladen-Brownies aus dem Backofen aufnehmen. Ich würde sogar behaupten, dass die Raw Food Brownies noch besser schmecken. Denn sie haben genau die Feuchtigkeit, die diejenigen aus dem Backofen meistens vermissen lassen. Als Zutaten braucht man nichts weiter als frische Datteln, Kokosöl, Walnüsse und Kakaopulver. Ich habe für meine Brownies 1 Kilo frische Datteln genommen – das war recht viel, ich würde vielleicht für den Anfang die Hälfte der Menge meines Rezeptes empfehlen, je nachdem, wie viele Menschen die Brownies probieren dürfen 😉

Die Datteln müssen entsteint werden und kommen dann mit 200 Gramm Kokosöl in den Mixer, damit sie püriert werden. Es soll eine cremige Masse entstehen. Ca. 100 Gramm Walnüsse hacken und zusammen mit 2 Esslöffeln Kakaopulver unterrühren bis alles schön vermischt ist. Dann kommt die Masse in eine viereckige Form und ab in den Kühlschrank. Die Form am besten so wählen, dass die Masse in der Form in viereckige Stücke geschnitten werden kann. Dann lassen sie sich sehr gut aus der Form entnehmen.

Mir schmecken die Brownies besser, wenn ich sie am Vortag zubereite und sie halten sich mehrere Tage sehr gut im Kühlschrank.

Kaffeebegleitung: Cranberry-Kekse

Auf „Tines (was für ein Zufall!) vegane Backstube“ habe ich ein leckeres Rezept für Cranberry-Vollkorn-Kekse gefunden und es sofort in meine vegane Weihnachtsbäckerei integriert. Cranberries sind total gesund und in den Keksen ist ganz wenig Zucker und ansonsten nur Vollkornmehl und Müsli, etwas Sojamilch und ganz wenig vegane Margarine. Ich habe das Rezept noch mit Kokosflocken verfeinert. Hier geht’s zum veganen Backblog meiner Namensvetterin.

Vegane Weihnachtsbäckerei

Der 1. Advent ist da und da beginnt auch bei mir Zuhause die große Weihnachtsbäckerei … Kekse müssen aber nicht unbedingt immer fett und ungesund sein. Eine gesunde aber trotzdem leckere Alternative für die üblichen Verdächtigen wie Zimtsterne, Spritzgebackenes und Co. sind Sesam-Kokos-Kekse.

Für ca. 30 Kekse braucht man:
4EL Kokosraspeln
4EL Agavensirup oder Honig
2EL Tahin, Mandelmus, oder anderes Nussmus
2EL Sesamkörner
2EL Kokosmehl
eine Prise Salz

Alle Zutaten werden miteinander vermischt und geknetet, bis eine gleichmäßige klebrige Masse entsteht. Mit Hilfe von zwei Teelöffeln kleine Häufchen formen und auf das Backpapier legen. Im vorgeheizten Ofen bei 140 °C etwa 10 Minuten goldbraun gebacken. Anschließend die Kekse abkühlen lassen. Sie werden dann automatisch fest.

Weshalb diese Plätzchen gesund sind? Kokosmehl ist fettarm, ballaststoffreich und kohlenhydratarm. Sesam gehört zu den selenreichsten Lebensmitteln überhaupt. Ein Esslöffel Sesam enthält mehr Calcium als ein halbes Glas Milch und auch jede Menge Eisen. Und Nüsse und Mandeln enthalten viel Vitamin E, Calcium und Magnesium. Damit wir stressfrei durch die Weihnachtszeit kommen, eigenen sich diese Plätzchen also hervorragend

Wer es lieber süßer mag, nimmt Mandelmus statt Tahin. Die Tahin-Version schmeckt etwas salziger. Ich persönlich finde sie machen süchtig! 😉

Auch vegan aber bestimmt nicht sehr gesund sind meine Lieblings-Lebkuchen. Das Rezept habe ich leicht abgewandelt aus dem Buch Vegan backen vom Berliner Neun Zehn Verlag. Es zählt zu meinen liebsten veganen Kochbüchern, denn bis jetzt waren alle Rezepte, die ich daraus nachgekocht habe, fantastisch.

Für ca. 40 Lebkuchen braucht man

500 g Roggenmehl
250 g Vollrohrzucker
50 g Agavensirup
100 g Margarine
1 TL gemahlener Zimt
½ TL gemahlene Nelken
¼ TL gemahlener Kardamon
1 TL Backpulver
1/8 L Sojamilch

Für die Glasur:

100 ml Sojasahne
100 g weiße Mandeln
100 g Erdnüsse

Agavensirup, Vollrohrzucker und Margarine in einem Kochtopf auf niedriger Stufe zergehen lasen und dabei immer gut umrühren. Vom Herd nehmen, die restlichen Zutaten hinzugeben, gut durchkneten und zu einem großen Laib formen. In eine mit Mehl bestäubte Schüssel geben, mit einem Geschirrtuch zudecken und über Nacht ruhen lassen. Am nächsten Tag portionsweise auf einem mit Mehl bestäubten Nudelbrett den Teig ½ Zentimeter dick ausrollen und mit Formen Plätzchen ausstechen. Auf das mit Backpapier belegte Backblech legen, Plätzchen mit Sojasahne bestreichen und mit Mandeln oder Erdnüssen verzieren. 10-12 Minuten bei ca. 200 C auf der mittleren Schiebeleiste backen.

Vegane Madeleines

Luftlöcher wie Schweizer Käse aber lecker schmecken sie, meine veganen Madeleines. Ich habe das Internet nach Rezepten für vegane Madeleines durchforstet und eines ist mir aufgefallen: Richtig zufrieden war kein Koch mit seinen veganen Madeleine-Versuchen. Das ultimative Rezept habe ich also noch nicht gefunden. So bin ich heute Morgen still und heimlich in die Küche geschlichen und habe mich ans Experimentieren gewagt. Aus den verschiedenen Rezepten, die mir im Netz begegnet sind, habe ich meine eigene Version zusammengereimt. Ich finde, sie schmecken lecker, sie sehen leider nur ein bisschen durchlöchert aus…

Da ich eine 9er-Form habe, rechne ich bei den Teigzutaten in 18 Madeleines:

150 g Mehl

1 EL Sojamehl oder Reismehl

1 TL Backpulver

mischen.

75 g Rohrzucker

1 EL Vanillezucker

1 EL Apfelmus

den Saft einer halben Zitrone

100 ml Kokosmilch

150 ml Sojamilch

mit dem Rührgerät schaumig schlagen und die Mehlmasse nach und nach dazu geben. Wenn der Teig zu wenig flüssig ist, einfach noch etwas Sojamilch dazugeben.

Übrigens siebe ich das Mehl meistens bei den veganen Rezepten und glaube, dass dies das eigentliche Geheimnis des veganen Backens ist …

Ich werde weiter experimentieren. Seidentofu ist mir noch eingefallen. Vielleicht stopft das meine Käselöcher…