Schlagwort: Erfolg

Guet gnueg

Gut zwei Jahre lang ist meine große Tochter in eine Kita gegangen, die nur bis 13.15 Uhr geöffnet hatte. Als wir vor zweieinhalb Jahren nach Kiel gezogen sind, gab man mir gleich zu verstehen, dass Kitaplätze hier rar sind (Warum ist das eigentlich so? Was läuft da falsch in einem Land wie Deutschland? In Kiel liegt es angeblich an der fehlenden Zahl von Gebäuden, die den Anforderungen entsprechen …? Ob das wahr ist …?). Ich kenne wirklich Familien, die wissen noch nicht, ob und wann ihre Kinder im kommenden Jahr einen Kitaplatz kriegen werden. Also war ich, nachdem wir uns in der Kita anmelden konnten, sehr dankbar. Ich war gerade wieder schwanger und war mir sicher, dass der Großen ein paar Stunden am Tag ohne eine Mama mit Säugling an der Brust ganz gut tun würden. Ebenso würde es mir und dem Baby natürlich gut tun, wenn wir uns ein paar Stunden am Tag ganz auf uns konzentrieren könnten. Hey, so ganz uneigennützig ist doch hier gar nichts, oder? 😉 Damals dachte ich: Komm, ist doch egal. An Arbeiten ist mit einem Baby ohnehin nicht wirklich zu denken, da macht mir die frühe Abholzeit nichts aus. Beide Kinder wurden älter (die Mutter auch) und seit August 2020 ist die Kita meiner Ältesten bis 16 Uhr geöffnet. Was ich an einem Tag plötzlich alles schaffen kann! Wie viel möglich ist im Vergleich zu vorher, erstaunt mich immer wieder. Dabei habe ich sie noch nie erst um 16 Uhr abgeholt.

Immer noch ertappe ich mich allerdings dabei, dass ich – sobald die Kinder aus dem Haus sind  – alles Mögliche ganz schnell und dringend in diesen Tag packen muss. Ich arbeite meistens von zuhause aus. (Im Lockdown light vor allem, denn Fitness- und Yogastudios sind geschlossen.) Ich nehme mir viel zu viel vor, rödele durch den Vormittag wie eine Irre, um dann um 13.30 Uhr festzustellen, dass ich immer noch nicht geduscht bin und noch nichts zu Mittag gegessen habe. Nur noch eine Stunde, und dann will ich eigentlich langsam die Jüngste in Empfang nehmen … Und die Küche sieht immer noch aus wie Sau … 

Erst seit Anfang November habe ich etwas gelernt: Ich muss nicht alles Mögliche in diese sechs Stunden packen. Ich kann auch ruhig mal weniger leisten. Weil gut immer auch gut genug ist. Warum ich das hier schreibe? Weil mir aufgefallen ist, dass es ganz vielen Mamas so geht. Das Paradoxe dabei ist: Gerade wenn die Kleinen anfangen, in die Kita zu gehen, die Eltern also plötzlich wieder einige Stunden am Tag ganz für sich haben, beginnt der Stress: Als hätte sich im ersten oder zweiten oder dritten Jahr zuhause mit Kind so viel Tatendrang in einem angestaut, dass man jetzt alles auf einmal anpacken muss. Eine Freundin von mir sagte mir kürzlich: „Ich werde dann schon nervös, wenn sie morgens trödelt und wir es nicht vor 9 Uhr aus dem Haus schaffen. Dann denke ich: Ich muss ja schon in fast drei Stunden wieder los, um sie abzuholen.“ Und die Moral von der Geschichte: Für viele Mamas war die Lockdown-Zeit im Frühling geradezu Entspannung. Weil der Druck auf einmal weggefallen ist, alles in einen Vormittag zu packen, in dem das Kind betreut ist. Plötzlich konnten wir auf Bring- und Abholzeiten einen Pups lassen. Normalerweise hatten die uns in den Wahnsinn getrieben, weil wir gerade begonnen hatten, wieder Arbeit anzunehmen, Dinge auch mal flexibel etwas mehr Zeit in Anspruch nahmen oder das Aufräumen der eigenen Bude einfach länger dauerte, als angenommen.

Sarah Louisa Iseli, Sängerin, Schauspielerin, Jodlerin, Ukulele-Spielerin, Angehörige der Kategorie Lieblingsmensch, erinnert mich manchmal daran, dass jeder „guet gnueg“ ist.

In dieser ersten Novemberwoche nach einem wirklich zehrenden Oktober mit Deadlines und wichtigen Terminen, stand ich irgendwann ungefähr gegen 12 Uhr mittags in meiner Küche. Ich hatte mir morgens eine Stunde Zeit für Pranayama und Asanas genommen, hatte am Computer gesessen und für diesen Blog geschrieben und wollte mich gerade darüber erschrecken, dass mir nur noch weitere zweienhalb Stunden Zeit blieben, bis ich die Kinder abholen wollte … Und da entspannte sich in mir irgendetwas. Einfach so. Einfach so habe ich plötzlich gedacht, dass ich gar nichts weitere in diesen Mittag packen müsse, dass es auch völlig in Ordnung sei, wenn nicht all das, was ich mir vorstellte, bis 14.30 Uhr erledigt wäre. Ich habe plötzlich verstanden, dass ich in fünfeinhalb Stunden nicht einen Artikel schreiben, das Abendessen vorbereiten und auch noch das Projekt „Balkonverschönerung“ erledigt haben muss. Sondern manchmal reicht es, nur eine Sache davon zu meiner Zufriedenheit vollbracht zu haben. Der Podcast einer Schweizer Freundin von mir heißt „Guet gnueg – der Podcast für mehr Liebe“. Er ist auf schweizerdeutsch, daher wird nicht jeder genau verstehen, was Sarah und ihre Interviewpartner erzählen. Egal. Die Kurzfassung ist: Sarah ist Sängerin und Schauspielerin, sie tut was sie liebt, das ist manchmal leicht, manchmal sehr schwer vor allem in einer Zeit, in der Kunst als nicht systemrelevant eingestuft wird.. Auf ihrem bisherigen Weg hat Sarah vieles gelernt. Vor allem aber das: Du bist immer gut genug. 

Im Jahr 2019 lief für mich vieles nicht so rund, wie ich mir das gewünscht hatte. Und natürlich hatte auch ich Ende Dezember 2019 nicht mal annähernd eine Vorstellung davon, was 2020 auf uns zukommen würde. Wie auch? Aber glücklicherweise hatte ich mir für das neue Jahr kleine Ziele gesteckt. Und die habe ich erreicht. Für manche mag das Prinzip nicht funktionieren, vielleicht sind manche glücklicher im totalen Vollgas-Modus zu leben und vielleicht ist auch deine Definition von „Erfolg“ nur mit dem Erreichen ganz großer Ziele verbunden. Dann ist auch das sicher gut so. Für mich habe ich festgestellt, dass ich besser mit kleinen Schritten umgehen kann. Dann vergesse ich auch nicht, zwischendrin mal Luft zu holen. 

Am Mittwoch gibt es hier übrigens eine weitere neue Rubrik. Kommst du ‚rum?

Selbstständig als Yogalehrer – Teil 2

Du hast schon mal ein tolles Produkt …

Evelyn Schneider ist Yogalehrerin, Beraterin und Ausbilderin. Ihr Buch „Der Leitfaden. Ihr Wegweiser für alle unterrichtenden, beratenden und therapeutischen Berufe“ habe auch ich leider viel zu spät gelesen. Beim BDY (Bund Deutscher Yogalehrer) und der IFAA gibt Evelyn Schneider regelmäßig Seminare zum Thema Selbstständigkeit als Yogalehrer. Meistens sitzen die Yogis dann weniger enthusiastisch im Raum als bei Pranayama oder Anatomie. Eigentlich erstaunlich, denn das Thema „Yogalehrer als Beruf(ung)“ ist doch unglaublich spannend und inspirierend. „Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Yogis mit ganz viel Herzblut an die Sache herangehen – was im Übrigen wunderbar und ehrenhaft ist – aber dann vergessen, was es bedeutet, wenn aus einer Leidenschaft ein Beruf wird und man plötzlich Geld verdienen muss.“ 

Im ersten Teil unseres Interviews habe ich mit Evelyn Schneider darüber gesprochen, wie wichtig der Gang zum Finanzamt ist und dass man sich vor den Themen Steuern und Versicherungen nicht scheuen sollte. Aber auch darüber, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen. Und heute reden wir über … Geld!

Darf Yogaunterricht die Miete bezahlen?

Ist es denn wirklich so, dass viele Yogis glauben, sie erfüllten nicht die yogischen Leitlinien, wenn sie mit Yogaunterricht Geld verdienen? „Ja, irgendwie schon“, sagt Evelyn Schneider. Dabei sei das Quatsch. Die Nyjamas beziehen sich auf den Umgang mit uns selbst und sind dafür da, dass wir lernen, darauf zu achten, dass es auch uns selbst gut geht. „Ich kann nur Gutes an andere weitergeben, wenn es mir gut geht. Und dazu gehört heute nun mal, dass ich meine Miete zahlen kann und keine Angst vor dem Finanzamt haben muss“, sagt Evelyn Schneider. Wenn Du zu den Yogalehrern gehörst, die Schwierigkeiten damit haben, Geld für ihren Yogaunterricht zu nehmen, dann höre doch mal in den yogaeasy-Podcast „Yoga und Geld. Wieviel darf ein Yogi verdienen?“ mit Rebecca Randak. Auch wenn Yogalehrer vor 100 Jahren vielleicht kein Geld für ihren Unterricht genommen haben, dann durften sie zumindest bei ihren Schülern für Kost und Logis leben. Das wird häufig vergessen. In unserer Gesellschaft funktioniert dieses Prinzip aber nicht mehr. 

Keine Angst vor Steuern

Als ich „Der Leitfaden“ gelesen habe, musste ich über den Titel eines Kapitels sehr schmunzeln. „Hilfe, ich mache Gewinn“, hieß der. Das kam mir irgendwie bekannt vor. „Wenn du viel Geld verdienen willst, dann mach es doch“, sagt Evelyn Schneider stets zu ihren Kunden. „Ich erlebe immer wieder die Angst vorm Steuern zahlen. Aber hey, wenn du viele Steuern zahlen musst, hast du auch viel Geld verdient.“ Und Umsatzsteuer zahlen zu müssen, sei beispielsweise nichts schlechtes. „Rechne einfach immer mit den Nettobeträgen, dann musst du dir auch keine Sorgen um die Steuern machen“, sagt sie. Unser Gewinn ergibt sich aus dem Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben. Weil wir natürlich als Selbständige immer viele Ausgaben haben, ist es gar nicht so einfach, viel Gewinn zu machen. Doch bevor man mit der Selbständigkeit starte, sollte man sich einmal über die eigene Definition von Erfolg Gedanken machen. Erfolg könne ja alles mögliche bedeuten. Es kann auch für den einen etwas völlig anderes sein als für den anderen. Beispielsweise kann Erfolg sich über viel Geld definieren, genauso gut kann Erfolg aber auch bedeuten, 450 Euro zu verdienen und dafür viel wertvolle Zeit mit seinen Kindern und der Familie verbringen zu können.

Evelyn Schneider ist selbst Yogalehrerin und berät außerdem Menschen, die sich mit beratenden, therapeutischen und unterrichtenden Berufen selbstständig machen möchten. Dabei hilft sie unter anderem auch bei so komplizierten Themen wie Versicherungen deines Yogaretreats …

Überzeuge!

Auch wenn es um das Thema Marketing geht, würden sich Yogalehrer häufig schwer tun. „Der Gedanke von ‚Klinken putzen‘ fühlt sich erst mal nicht gut an. Yogalehrer verwechseln Marketing oft damit, sich anzubiedern. Es liegt nicht in der Natur vieler Yogis sich in den Vordergrund zu schieben und laut zu sagen, was für ein tolles Produkt sie haben. Dabei ist Yoga ein ganz tolles Produkt.“ Viele glauben, sie müssten erzählen, wie toll sie sind und kämen sich dabei blöd vor. Dabei muss das niemand. Das Produkt ist toll. Es gilt, nach vorne zu stellen, welchen Nutzen der Kunde von dem Produkt hat und nicht von dem Yogalehrer. „Der Kunde erkennt schon selbst, dass wir ihm helfen können, ein Bedürfnis zu stillen und das macht uns dann für ihn toll – ohne dass wir das an die große Glocke hängen müssen“, sagt Evelyn Schneider.

Outsourcing lohnt sich

Und womit verdient man nun mehr, mit dem eigenen Yogastudio oder dem unabhängigen Unterrichten in verschiedenen Studios und Institutionen? Diese Frage liesse sich nicht pauschal beantworten, sagt Evelyn Schneider. „Es gibt da wohl keine Quote. Ich glaube, es ist am wichtigsten, herauszufinden, womit man sich wohlfühlt und was einem liegt. In meiner eigenen Situation ist es beispielsweise so, dass ich unter gar keinen Umständen an einen speziellen Ort gebunden sein möchte. Mit einem eigenen Studio müsste ich das sein. Aber so hat jeder seine eigenen Prioritäten.“

Vergesse nicht Shavasana!

Ich finde das gerade auch deswegen wichtig, weil viele Yogalehrer zu Beginn ihrer Selbstständigkeit unheimlich euphorisch sind und gerade weil sie ihre Arbeit so lieben, ganz schnell ausbrennen. Yogalehrer machen häufig den Fehler, die eigene Praxis plötzlich hinten anzustellen und weniger Pausen zu machen als sie es ihren Schülern raten. Irgendwann spüren sie dann, dass sie sich übernommen haben, oder Gefahr laufen, dies zu tun. Um so wichtiger, Dinge abzugeben, die einen nur aufhalten. Stattdessen erlaube es dir, deine eigene Praxis ernst zu nehmen, deine Matte auch als Zufluchtsort zu sehen und dich manchmal einfach mal nur in Shavasana zu begeben.

Wenn du dir gerade überlegst, dich mit Yoga selbständig zu machen, dann denke daran, dass du schon ein wahnsinnig tolles Produkt hast. „Mit Yoga Geld zu verdienen, ist etwas Gutes“, sagt Evelyn Schneider. „Mit Drogen oder Waffenhandel Geld zu verdienen – das ist etwas Schlechtes.“ 

Evelyn Schneider hat auf Facebook die Gruppe „Erfolgreiche Selbstständigkeit als Yogalehrer/in“ gegründet, in der sie ganz kostenlos Informationen zu den Themen Selbstständigkeit, Finanzamt und Steuern und Versicherungen gibt. Du musst nichts weiter tun, als der Gruppe beizutreten. 

Erfolgskonzept Savasana

Wenn Du so willst, enthält dieser Text unbezahlte Werbung für das Unternehmen yoga2b. Vor allem aber enthält er Werbung für Yoga.

Vor einigen Jahren habe ich in Hamburg mit den Mitarbeitern großer, renommierter Unternehmen in deren Mittagspause gesportelt. Meistens haben wir Yoga geübt. Dass es Großes bewirken kann, ist mir klar. Das sah ich alleine schon an den Gesichtern meiner Schüler, die mir von nachlassenden Rückenschmerzen berichteten, gesteigerter Konzentration nach der Bewegung und dem sinken Blutdruck, von dem mir sogar einer meiner Teilnehmer erzählt hatte.

Um Yoga machen zu können, haben wir gemeinsam in Seminarräumen Tische gerückt, uns auf Dachterrassen gequetscht oder auf Wiesen Matten ausgerollt. Es war eine tolle Zeit und ich hoffe, und wünsche mir, dass Yoga als aktive Pause in Unternehmen ernster genommen wird. Yoga als Erfolgskonzept in Unternehmen funktioniert, weil es ein Weg ist, motivierte Mitarbeiter zu bekommen und auch zu halten. Weil es dabei hilft, aus einem Potpourri von Einzelkämpfern und Individualisten ein Team zu bilden. Häh? Wie soll das gehen? Eine, die das nahezu perfekt vermitteln kann, ist Vanessa Hansch, früher Maempel. Im Dschungel der Yogalehrerinnen hatte sie früh eine gute Idee: Sie ist spezialisiert darauf, in Unternehmen Yoga-Philosophie zu unterrichten und gründete das Unternehmen yoga2b.

Yogalehrerin Vanessa Hansch integriert Yoga in die Businesswelt und behauptet dadurch Mitarbeiter fokussierter, belastbarer und motivierter werden zu lassen. Die Mitarbeiter eines Unternehmens sollen sich also gemeinsam verbiegen, um motivierter bei der Arbeit zu erscheinen? Klingt fast absurd. Es fängt an, Sinn zu machen, wenn man etwas tiefer in die Yogaphilosophie eintaucht. Echt? Nun mal nicht durchdrehen, oder? Vanessa Hansch schmunzelt, denn sie kann nachvollziehen, dass es sich zunächst verwirrend anhören muss, dass das gemeinsame Einnehmen von Yogahaltungen zum Erfolg im Business verhelfen soll. 

„Krieger 2“ zum Erfolg

Hansch, selbst einst klassisches Konzernkind und geförderte Nachwuchsführungskraft, ist überzeugt davon, dass Unternehmer, die yogische Werte leben, erfolgreicher sind. Was macht sie nun in ihren Workshops für Unternehmen? „Ich schaffe den Transfer von yogischen Verhaltensweisen zu alltäglichen Arbeitssituationen.“ Beispielsweise lässt sie als Teambildungsmaßnahme  die Teilnehmenden Balance-Übungen im Team machen. „Natürlich spüren alle schnell, dass alles einfacher wird, wenn man sich gegenseitig unterstützt.“ 

Theoretische Ansätze mit einer körperlichen Übung zu verbinden, führe häufig zu einem Aha-Effekt. Körperliche Übungen untermauern das, was man gerade gehört hat. Natürlich bringe auch Yoga keine neuen Erkenntnisse aber durch die körperliche Erfahrung werde vieles klarer. So wird beispielsweise versucht, zwischen den Teilnehmenden eine besondere Verbindung aufzubauen. „Eine klassische Übung: Zweierteams gemeinsam spazieren gehen lassen, ohne dass sie miteinander sprechen dürfen.“ Oder: lernen, Menschen zuzuhören, sie aussprechen zu lassen. „Für manche Menschen ist das total schwierig, andere finden es wiederum schwer längere Zeit zu sprechen ohne dass ihr Gegenüber etwas dazu sagt.“ Bei solchen Übungen geht es auch darum, mehr Mitgefühl füreinander aufzubringen. „Yoga stärkt unumstritten das Gemeinschaftsgefühl. Im Vergleich zu einem Firmenlauf, der das vielleicht auch schafft, hat Yoga aber keinen Wettkampfcharakter und das ist auch gut so. Es soll ja gerade nicht um Wettkampf gehen innerhalb des Teams. Als Einzelner krisenfest zu sein, sei nicht für alles die Lösung. 

Yoga heißt Verbindung

Erfolgreiche Menschen haben ein großes Ego. Das ist in Ordnung, aber es ist auch wichtig, dass alle wissen, dass sie miteinander etwas bewegen können – meist mehr, als alleine. Hansch behauptet: „Es gibt keinen Menschen, der nicht gemocht werden möchte. Und deswegen will auch kein Chef von seinen Mitarbeitern als Arsch gesehen werden.“ Mitgefühl sei einer der wichtigsten Bausteine für ein funktionierendes Team. „Wenn ich beginne, zu verstehen, warum mein Kollege oder mein Chef oder mein Mitarbeiter sich so verhalten hat, wie er sich verhalten hat, dann ärgere ich mich auch weniger darüber“, sagt Hansch. Dass Yoga dabei hilft, zeigt alleine schon der Name. Yoga heißt schließlich Verbindung. Und dabei geht es nicht immer nur um die Verbindung mit sich selbst, sondern auch um die Verbindung mit der Umwelt. 

Die innere Kündigung

Ein großes Problem für jegliche Unternehmen sei die „innere Kündigung“. So nennt Hansch das, wenn ein Mitarbeiter sich schon entschieden hat, lieber etwas anderes tun zu wollen, der letzte Schritt zur tatsächlichen Kündigung aber noch fehlt. Das sind die Mitarbeiter, deren Motivation bis in den Keller gesunken ist und die für ein Unternehmen schlichtweg keine großen Leistungen mehr bringen können. Daher sagt Hansch auch, fürchteten die Chefs die innere Kündigung. Vanessa Hansch behauptet, dass es möglich ist, Mitarbeiter dazu zu bringen, das Unternehmen als das eigene zu betrachten. Und das führe automatisch zum Erfolg. 

Dass Yoga zu Stressresistenz und mehr Gelassenheit verhilft, ist kein Geheimnis. Der Erfolg von Yoga ist dabei die Kombination aus körperlichen Übungen und Meditation. Yoga verhilft zu mehr Loyalität, verbesserter Produktivität und gestärkten Teamgeist. Weil diejenigen, die sich mit der Yogaphilosophie nachhaltig beschäftigen, mehr Kraft und Stärke in sich selber finden und beispielsweise lernen, dass man sich auf Dinge, die man nicht verändern kann, einlassen kann. 

Foto: Romy Geßner