Schlagwort: Ernährung

Neue Liebe: Buchweizen-Pfannkuchen ohne Zucker

Hier gab es schon lange kein Rezept mehr – vielleicht liegt es daran, dass sich kaum etwas hier fotografieren lässt bevor es in hungrige Mäuler wandert. Jetzt kommt aber ein Rezept für die leckersten Lockdown-Pfannenkuchen – gesund, vegan, glutenfrei und ohne Zucker. Kann nicht schmecken? Doch! Ich könnte sie täglich essen. Am liebsten wenn sie noch ganz warm sind …

Der Teig besteht aus der Basis Buchweizenmehl und dieses Mehl kann wirklich was. Buchweizen klingt zwar nach Getreide, ist aber keins. Er ist ein Pseudogetreide, genau wie Amaranth und Quinoa. In Frankreich und den USA werden Pfannkuchen häufiger und schon lange aus Buchweizenmehl gemacht – das ist also keine neumodische Erfindung.

Was ich an diesen Pfannkuchen besonders gut finde: sie schmecken wirklich süß genug und kommen ganz ohne zugesetzte Süßungsmittel aus. Ideal also, wenn du gerade etwas weniger Zucker essen möchtest aber mal ein leckeres Komfort-Food brauchst. Sie gehen schnell und lassen sich in der Pfanne auch einfach wenden. Lockdown-Volltreffer.

Kleiner Glücksmoment …

Rezept

Zutaten:

150 g Buchweizenmehl

200 ml Hafermilch

1 kleine Banane

1 EL Cashewmus

1 Messespitze Backpulver

1 Prise Meersalz

optional: gefrorene Blaubeeren

optional: eine Prise Vanillepulver

Kokosöl zum Backen

Zubereitung:

Die Banane mit dem Cashewmus zusammen zerdrücken und mischen bis eine klebrige, homogene Masse entsteht. Hafermilch unterrühren und dann Buchweizenmehl, Backpulver und Salz hinzugeben. Alles gut verrühren bis der Teig glatt ist. Optional kannst du auch noch ein paar gefrorene Blaubeeren hinzugeben.

Nun eine Pfanne mit Kokosöl auf mittlerer Stufe erwärmen und für jeden Pfannkuchen einen gut gefüllten Esslöffel Teig in die Pfanne geben. Nach etwa drei Minuten die Pfannkuchen wenden und noch eine kurze Zeit lang auf der anderen Seite nachbacken. Fertig.

Lauschangriff und Lesestoff vom 8.1.2021

Bis zum Dreikönigstag fühlte sich der Lockdown hier noch nicht so richtig wie ein Lockdown an. Nicht etwa, weil wir die Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten hätten, nee, nee. Es fühlte sich einfach an wie ein verlängerter Weihnachtsurlaub und die Kinder fanden es ganz gut, dass wir zuhause in unserer Adventswelt lebten. Sind die erst mal drinnen am Spielen, haben sie eigentlich gar keine große Lust hinaus in die Welt zu gehen.

2021 bringt jetzt auch nicht die Erleuchtung, oder?

Mir war auch vorher schon klar, dass das Leben am 10. Januar nicht normal weitergehen würde. Dass Silvester und der Jahreswechsel nicht die Erleuchtung und schon gar nicht die Vernichtung der Corona-Pandemie bringen würden. Auch keinen Frieden auf Erden. Das hat man ja am Königstag schön an den USA gesehen. Nichtsdestotrotz musste auch ich einmal tief durchatmen, nachdem ich die neuen Bestimmungen zur Eindämmung des Corona-Virus am Dienstagabend vernommen hatte. Aber so ist es dann eben auch: atmen, einmal den Kopf durchschütteln und weitermachen. Damit ich nicht ganz in meiner Mama-Blase verblöde, tragen mich Podcasts durch die Zeit. Sie begleiten mich beim Aufräumen und Kochen, abends höre ich sie, statt in die Glotze zu gucken. Und so habe ich mich besonders über den Artikel von Sheila Ilzhöfer auf FuckLuckyGoHappy gefreut, die dort ihre liebsten Podcasts vorgestellt hat. Musst du unbedingt lesen, denn dann weißt du auch, was du in den nächsten Wochen des Wahnsinns-Lockdown auf die Ohren packen kannst.

Besser leben – weniger Müll

Ich habe nicht viele Vorsätze für das neue Jahr. Aber mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, wie viel Müll hier bei uns immer durch die Haustüre getragen wird. Ich hatte Anfang des Jahres 2020 noch zwei Kinder zu wickeln und beim Gedanken an die Müllberge, die Windeln, Nasstücher und Co. produzierten, habe ich manchmal einfach die Augen verschlossen. Nun werden die Kinder größer und ich habe mir vorgenommen, die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch in die Erziehung mit einzubauen. Dazu werde ich in den kommenden Monaten sicher auch häufiger etwas schreiben. Bei der Reduktion von Müll kann man da glaube ich ganz gut anfangen, vor allem wenn man so nahe am Meer lebt wie wir. Einen neuen Podcast zum Thema Nachhaltigkeit gibt es vom Bayrischen Rundfunk seit Anfang Dezember. Er heißt „Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar“ und in der aktuellen Folge geht es um die Vermeidung von Mikroplastik in der Kosmetik.

Glaube ist kein Leistungssport

Einen Text, der mich sehr berührt hat, habe ich bereits vor Weihnachten gelesen. Weil er mich lange beschäftigt hat, will ich ihn hier gerne erwähnen. Das Interview mit dem Münchener Pfarrer Rainer Maria Schießler in der Süddeutschen Zeitung vom 21. Dezember hat mich über die Weihnachtstage zum Nachdenken gebracht. Yoga und Glaube – egal welcher, passen für mich sehr gut zusammen. Dazu werde ich in diesem Jahr wahrscheinlich auch noch etwas schreiben. Die erste Frage des Interviews lautete: „Ein Satz, den man immer wieder hört: »Ich würde ja gern an Gott glauben, aber ich schaffe es nicht.« So kurz vor Weihnachten – was raten Sie solchen Menschen?“ Und nachdem ich die Antwort auf die Frage gelesen hatte, war mir klar, dass ich dieses Interview auf jeden Fall in seiner ganzen Länge lesen würde. „Ich rate ihnen: Lass dich aufs Leben ein. Und hör auf damit, den Glauben unter einem Leistungsaspekt zu sehen. Setz dich nicht unter Druck. Glauben kann man nicht messen, man kann nicht besser oder schlechter, mehr oder weniger glauben“, sagte der Pfarrer. Den Glauben nicht unter einem Leistungsaspekt sehen – das ist ein schöner Satz, egal was und/oder an wen wir glauben, oder? Was mir besonders gut gefallen hat, ist Schießlers Einstellung zum Thema Tod. Wer Angst davor habe, dem würde er sagen: „Du brauchst keine Angst zu haben. Vor dir sind so viele gestorben, das schaffst du auch.“ Herrlich. Und egal was wir glauben, am Ende geht es immer um das, was auch Patanjali rät: Lebe bewusst. Lebe hier. Lebe jetzt. In diesem Interview sind noch viele weitere sehr kluge Sätze gefallen. Und dann, ganz zum Schluß kam die Aussage, die mich durch die Weihnachtstage getragen hat. In der Frage ging es natürlich um Corona, darum, dass wir jetzt dann ja endlich mal besinnlich feiern könnten, wo alles verboten wäre. Und da antwortete Schießler: „So ein Unsinn, Corona ist kein Glücksfall, ich hätte gern darauf verzichtet. Und ganz ehrlich, ich wäre auch gern mit ein paar Freunden zum Glühweintrinken gegangen. Wissen Sie was, die Leute reden immer von einem harmonischen Weihnachtsfest. Warum eigentlich? Als Jesus geboren wurde, war nichts harmonisch: Volkszählung, Militärtruppen, Wucherpreise, Guerilla-Anschläge, das war ein riesiges Durcheinander, und dann wird in einem Stall dieses Kind geboren, ein Wunder im Chaos, das ist Weihnachten.“ Ich glaube, davon mache ich mir ein Poster für den nächsten Adventskalender: „Ein Wunder im Chaos. Das ist Weihnachten“. 

Ein Wunder im Chaos …

Weniger Vorsätze, mehr Gefühle und immer genug Topinambur

Neu entdeckt habe ich den Blog ichmachdannmalsport von Nina-Carissima Schönrock. In dem Artikel „Gute Vorsätze 2021: Warum sie scheitern und wie sie gelingen“, schreibt sie darüber, warum wir unsere Ziele nicht zu hoch setzen sollen und uns nicht zu viel für das neue Jahr vornehmen sollen. Das ist genau meine Strategie: weniger Vorsätze, mehr Gefühle. 

Auf meine Podcast-Liste hat es übrigens nun auch der TCM-Podcast von Anna Reschreiter geschafft. TCM – dafür interessierte ich mich vor allem weil es beim Frühstücksbuffet im Hotel Alpenressort Schwarz – dort habe ich vor zwei Jahren meinen Yogaretreat „Fit in den Frühling“ angeboten – ein Müsli gibt, das auf dem Prinzip der 5-Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert. Es ist wirklich das beste Müsli, das ich jemals gegessen habe. Also dachte ich: TCM – muss in meine Küche. Und deswegen – also eigentlich nur wegen diesem einen bestimmten Müsli – höre ich jetzt TCM-Podcasts …

So kommt das Rezept diese Woche natürlich von Anna Reschreiters Blog. Topinambur hat sich schon im vergangenen Winter zu meinem liebsten Wintergemüse entwickelt. Wenn in meinem Gemüsefach kein Topinambur mehr liegt, ist irgendwas falsch gelaufen. Oder es ist Markttag.

Wozu denn Zucker?!

Fünf Tage vor Weihnachten kommt sie hier wirklich mit dem Vorschlag von Zuckerverzicht um die Ecke? Ehrlich? Geht’s noch!? Ja. Ich weiß, daß Ernährung ein emotionales Thema ist. Immer. Es gibt da so viel, was uns triggert. Es gibt so viele Ernährungsweisen, so viele angeblich „richtigen“ Wege. Dabei ist klar, dass man nicht alles jedem überstülpen kann. Es gäbe eigentlich so viel zu beachten. Alleine schon aus ethischen Gründen. Aus ökologischer Sicht. Und so weiter. Deswegen ist das mit der Ernährung und dem „richtig“ so schwierig. Ich bin auch überzeugt davon, wenn du die für dich richtige Ernährungsweise schon gefunden hast, musst du dich von niemandem belehren lassen. Bei mir ist das so: Jetzt gerade habe ich Lust auf weniger Zucker. Jetzt, da wieder die Zeit beginnt, in der wir uns Gedanken um gute Vorsätze machen und eine gewisse Vorstellung davon entwickeln, wie das neue Jahr aussehen sollte, will ich mit Vorsprung in dieses Jahr gehen. Letztlich ist ja seit März klar: Wir haben eh nichts in der Hand. Das Jahr macht was es will.

Das Gute ist: Es gibt Dinge, die haben wir eben doch in der Hand. Zum Beispiel unsere Ernährung. Ich komme gerade jetzt auch darauf, weil ich vor drei Jahren, im Herbst 2017, für ein Fitnessmagazin einen Artikel zum Thema Zuckerverzicht schreiben sollte. Also startete ich den Selbstversuch und begann sieben Wochen vor Weihnachten damit, industriellen Zucker komplett aus meinem Leben zu streichen. Die ganze Weihnachtszeit ohne einen einzigen Lebkuchen, ohne Selbstgebackenes. Ich fühlte mich so, als würden alle um mich herum denken: „Tickt sie noch richtig?“ Tatsächlich sagte das niemand. Aber es fühlte sich trotzdem so an.

Gute Vorbereitung ist alles

Ich erstellte mir mein eigenes Challenge-Programm. Ich entschied mich dafür, dass es keine Low-Carb-Diät werden sollte. Ich wollte meinen Körper von Zucker entwöhnen, dafür musste ich nicht auf sämtliche Kohlenhydrate und auch nicht auf frische Früchte verzichten. Ich rief Dr. Brigitte Bäuerlein an, eine Ökotrophologin, bekannt aus vielen Fernsehsendungen, und freute mich darüber, dass sie meine Strategie unterstützte: „Der Zucker in Früchten ist nichts Schlechtes, weil wir ihn im Verbund mit Ballaststoffen zu uns nehmen. Dadurch sickert er ganz langsam in unser Blut und zusätzlich nehmen wir Mineralstoffe und Vitamine auf.“ Anders ist das bei industriellem Zucker. Verboten war daher Haushaltszucker, egal ob weiß oder braun und auch jegliche Süßungsmittel wie Honig, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker, auch keine Süßstoffe, kein Stevia, kein Xylit. „Grundsätzlich sollten wir darauf achten, alles zu meiden, was auf den Inhaltsstoffen mit der Endung -ose oder -it gekennzeichnet ist“, sagte Bäuerlein. Die Schwierigkeit dabei: Es gibt fast 70 Begriffe für Zucker. Während meines Experimentes verzichtete ich sogar auf Datteln, mit denen ich sonst ganz gerne experimentiere, wenn es um das Süßen geht. Auch hierfür gab Bäuerlein mir im Übrigen grünes Licht. Datteln seien zwar sehr süß, aber sie enthielten eben auch sehr viele Ballaststoffe. Wenn ich in Zukunft statt zur Schokolade zu Datteln greifen würde, wäre das schon sehr gut. In den ersten drei Wochen wollte ich aber ganz auf Trockenfrüchte verzichten, um meine Geschmacksnerven auf natürliche Süße zu schulen. Zusätzlich dazu stellte ich mir eine persönliche Regel auf: Der natürliche Zuckergehalt eines Lebensmittels sollte pro 100 Gramm sechs Gramm nicht überschreiten – mit einer Ausnahme: Früchte.

Vegan ist nicht gleich zuckerfrei

Ich bin nicht der Meinung, dass es nur einen Weg gibt. Aber klar ist: Was für mich funktioniert, funktioniert vielleicht nicht für dich und umgekehrt. Vielleicht brauchst du einen harten Entzug und musst auch zu Beginn auf Obst und Weizen verzichten. Kann sein. Muss aber nicht. Meine Ernährung ist seit vielen Jahren schon „ziemlich gesund“. Ich gehe ohnehin sparsam mit Zucker um, beschäftige mich schon lange damit, wie Ernährung wirklich „nährend“ sein kann und tappe weil ich mich weitestgehend vegan ernähre, weniger schnell in die üblichen Fallen: Kuchen beim Bäcker, herkömmliche Schokoriegel und die Überraschungseier der Kinder – das alles gab es für mich sowieso nicht. Doch machen wir uns nichts vor: Seit vegan in Trend gekommen ist, alleine schon wegen dem Klimawandel und aus ethischen Gesichtspunkten, gibt es allerhand veganen Mist in den Supermärkten zu kaufen. Zusätzlich dazu, haben einige Nahrungsmittelhersteller vermutlich gedacht, wenn es schon vegan ist, dann muss es auch ordentlich gesüßt werden, sonst kann es ja nicht schmecken. Daher gibt es leider häufig gerade in veganen Produkten unfassbar viel Zucker. Es gibt heute jede Menge Infos und Erfahrungsberichte zu dem Thema zuckerfrei leben, beispielsweise auch hier und hier und hier. Unzählige Bücher sind auch auf dem Markt. Zum Beispiel: „Für immer zuckerfrei. Meine Glücksrezepte“ von Anastasia Zampounidis. „Raus aus der Zuckerfalle“ von Marion Selzer oder auch „Goodbye Zucker – Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen“ von Sarah Wilson.

Ich für meinen Fall recherchierte einen Vormittag lang im Internet, suchte mir Rezepte heraus, die für mich und meine Familie (mein Mann hat diverse Lebensmittelallergien) umsetzbar waren, schrieb mir auf, warum ich durchhalten wollte, mit welchen Experten ich darüber sprechen wollte und machte dann eine Einkaufsliste. Auf diese setzte ich für den Notfallplan eine Tafel Schokolade aus 100 Prozent Kakao.

Gute Motivation: Neugier!

Dann ging es los. Vor allem war ich neugierig darauf, was passieren würde. Wie mein Körper den Zuckerentzug verkraften würde, welche Veränderungen ich wahrnehmen würde. Es war der zweite Tag der Challenge, als ich nachmittags Kopfschmerzen wahrnahm. Ein Druck, der nicht nachlassen wollte. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch so naiv zu glauben, eine Erkältung sei im Anflug. In dieser Nacht träumte ich davon, Gummibärchen gegessen zu haben – dabei mag ich die nicht mal. Für mein Frühstück hatte ich im Bioladen einen Vollkornbrei gefunden – Müsli zu finden, ist sehr sehr schwierig –, dazu gab es immer frisches Obst, meistens Nussmilch, manchmal etwas Sojaquark dazu – ohne Zucker natürlich. Genau da liegen nämlich die Fallen. Sojamilch – beispielsweise – enthält häufig Zucker. Man muss schon explizit nach der zuckerfreien Version suchen, wenn man sich beim Zuckerfrei-Experiment nicht selber veralbern möchte. Wenn es schnell gehen soll, entscheidet man sich am besten für einen Porridge, dessen Zuckergehalt unter 1 Gramm pro 100 Gramm liegt. Den kann man dann mit Saaten, Nüssen und Früchten „pimpen“. Auch Hafermilch – besonders bei der heutzutage sehr beliebten Barista-Variante (hierzu empfehle ich diesen Artikel) sollte genau unter die Lupe genommen werden – nicht jede ist ungesüßt. Wer Milchprodukte mag und beispielsweise morgens sein Frühstück mit dem eiweißreichen isländischen Joghurt Skyr „versüßt“ muss ebenso aufpassen. Auch da ist Zucker zugesetzt. Diese Fallen lauern überall. Während man die Produkte in sich hineinschaufelt, kommt man nicht einmal darauf, dass man gerade Zucker zu sich nimmt. Das gilt auch für Soßenbinder, Fruchtjoghurt, verschiedene Brotsorten vom Bäcker, Fruchtsäfte, salzige Chips oder Wurst-Aufschnitt. Und das betrifft auch Bioläden. Erstaunlich, oder? Ich hatte mir für Heißhunger-Attacken ein zuckerfreies Knäckebrot gekauft. 

In die engste Jeans

Ich erinnere mich noch daran, dass ich während dieser „Challenge“ nicht wenig aß, trotzdem passte ich schon ziemlich schnell wieder in meine engste Jeans. Man kann ziemlich viel essen und nimmt trotzdem ab. Das liegt daran, dass Zucker von unserer Leber in Fett umgewandelt wird. Wenn wir Zucker essen, produziert unsere Bauchspeicheldrüse Insulin. Bei gesunden Menschen lässt es den Blutzuckerspiegel wieder sinken. Das Insulin der Bauchspeicheldrüse sorgt dafür, dass Zellen Fett einlagern und hemmt den Fettabbau. Wer wirklich abnehmen will, für den ist der Zuckerverzicht unumgänglich. Die Taktik, die mir geholfen hat, durchzuhalten, war auf jeden Fall eine gute Vorbereitung. Ich hatte in den Läden die Zutatenlisten der Produkte durchgelesen, die ich kaufen wollte, und mir Alternativen gesucht, falls es Lust auf Knabbereien geben sollte, oder falls andere vor meinen Augen Knallereien genießen würden. Nüsse, Karotten, Obst beispielsweise. 

Die Strategie, die für dich passt

Ich weiß noch, dass ich gegen Ende der ersten Woche für einen klitzekleinen Moment Lust auf Lebkuchen verspürt hatte. Ich hatte zusätzlich eine kluge Taktik: Treffe dich mit Freunden, die dich verstehen. Und nicht mit denjenigen, die sagen: „Ach echt? Verzichtest du jetzt wirklich auf Zucker? Gönnst du dir überhaupt noch etwas?“, und sich währenddessen genüsslich einen Donut reinschieben. Aktuell ist das Thema „andere treffen“ ja ohnehin etwas schwierig. Daher ist gerade jetzt vielleicht tatsächlich der ideale Anfang deines Lebens ohne Zucker. 

Ziemlich schnell hatte ich das Gefühl, dass Äpfel unfassbar süß schmeckten. Diese Erfahrung machen alle, die auf Zucker verzichten: Die Geschmacksnerven werden wieder umgepolt. Wahnsinn, wie schnell wir uns an etwas gewöhnen und uns aber auch wieder entwöhnen können. Nicht ganz einfach wurde es allerdings, als die Weihnachtsmärkte pünktlich Ende November des Jahres 2017 eröffneten. Nun konnte man nicht mehr durch die Stadt gehen, ohne dass einen der Duft von gebrannten Mandeln und Lebkuchen umgab. Und dann ging ich an all diesen Menschen vorbei, die mit strahlenden Gesichtern Crêpes und frische Waffeln auf Papptellern vor sich her trugen. Und was soll man auf dem Weihnachtsmarkt bitteschön trinken, wenn man sich gerade zuckerfrei ernähren möchte? Glühwein ist tabu (Die Kombination Zucker und Alkohol lässt den Zucker besonders schnell ins Blut schießen), Kinderpunsch geht auch nicht. Kakao ging auch nicht. Ich suchte nach einem Pfefferminztee. Heute bin ich schlauer und weiß: Im Grunde genommen, kann ich es auch komplett lassen, auf einem Weihnachtsmarkt herumzuturnen 😉

Zucker macht tatsächlich süchtig

Während dieser Zeit sprach ich auch mit einer Zuckerentzugs-Expertin. Marion Selzer hat den Blog inspiriert-sein.de gegründet. Sie ist Ernährungs- und psychologische Beraterin. Die diplomierte Juristin hat einen Zuckerentzug hinter sich, gegen den meine sieben Wochen Kinderkram sind. Ganze acht Monate verzichtete sie auf Zucker, sie mied sogar stärkehaltige Produkte. „Weil ich tatsächlich zuckersüchtig war. Ich musste einen richtigen Entzug machen.“ Wer süchtig nach Zucker sei – und diese Sucht gibt es wirklich, denn Zucker füttert die Darmbakterien an, das bestätigte mir auch Dr. Bäuerlein – habe verschiedene Trigger. Das könne beispielsweise Schokolade sein oder aber auch schon Pasta und Brot, also stark weizenhaltige Produkte, so wie in Marion Selzers Fall. „Deswegen musste ich so konsequent sein.Heute bin ich nicht mehr so streng mit mir selbst, weil ich nicht mehr süchtig bin.“ Aber was hatte sich nach acht Monaten noch geändert? „Meine Haut war reiner, ich hatte keine Regelschmerzen mehr und das wichtigste: keine Stimmungsschwankungen.“ Was Selzer für einen Charakterzug gehalten hatte, waren in Wirklichkeit die Auswirkungen ihres Zuckerkonsums.

Gift für die Zellen

Und sonst? Was ist jetzt eigentlich so schlimm am Zucker? „Für unsere Zellen ist er natürlich Gift“, sagt Selzer. Wenn zu viel Zucker gegessen wird, zu häufig Insulin ausgeschüttet wird und Entzündungsbotenstoffe in den Körper abgegeben werden, ist das nicht gut für unsere Gefäße. Für einen gesunden Menschen sei Zucker in Maßen aber in Ordnung, sagt sie. Es komme eben auf die Menge an. ErnährungsexpertinBäuerlein schlägt vor: „Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 50 Gramm am Tag, ich würde sagen, belassen wir es bei 40.“ Das sind, führt man es sich vor Augen, immer noch ziemlich viele Stücke Würfelzucker. Ein Würfel wiegt zirka drei Gramm, heißt es …

Ich bin bereit. Bist du es auch?

Warum ich das alles hier jetzt noch mal aufwärme? Ich habe echt Lust drauf. In den letzten Jahren war ich nicht streng mit mir. Das hatte sich nach einer weiteren Schwangerschaft und der Stillzeit einfach wieder so eingestellt. Und das ist auch völlig okay. Jetzt habe ich gerade das Gefühl, dass Zucker mir nicht mal fehlen würde. Und all die positiven Nebeneffekte – auf die habe ich richtig Bock! Na ja, jetzt könnte man meinen, der Lockdown wäre schon anstrengend genug, da müsse man sich nicht unbedingt mit Zuckerentzug quälen … Ich finde es gerade ganz passend. Ich mache jetzt gerne was für meine Gesundheit. Vieles ist für mich im Lockdown organisatorisch sehr schwierig, auf Zucker zu verzichten ist da eher ein Klacks. Und deswegen mach ich das jetzt wieder. Machst du mit? Die kommenden zwei Wochen bleibe ich mal im Offline-Modus. Deswegen sage ich jetzt: Hab schöne Tage. Mach es dir gemütlich und umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun. Genieße die Ruhe und die Gemütlichkeit. Nimm dir Zeit, für die Dinge, die oft liegenbleiben. Und dann lesen wir uns im neuen Jahr wieder. Gleich am 2. Januar, wenn du Lust hast.

Essen, Schlafen, Atmen

Auf vielen Blogs, die ich selbst gerne lese, wird zurzeit über Strategien berichtet, wie wir uns die  Pandemie-Zeit verschönern können. Oder auch: wie wir sie überleben können. Ich nehme mich da nicht aus, ich habe das auch in den vergangenen Artikeln schon mehrfach getan. Basteltipps, die Kinder beschäftigen, Rezepte, die gute Laune machen, Inspiration für Sport an der frischen Luft, der das Immunsystem stärken soll, Dinge, die uns glücklich machen und dann natürlich das, was sowieso immer hilft: sich bewusst machen, wofür man eigentlich dankbar sein kann – tolle Tipps. Sie helfen wirklich. Und machen wirklich gute Laune.

Es gibt aber drei Komponenten, die wir nicht vergessen sollten, und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir sie vergessen. Regenerationsspezialist Thorsten Ribbecke, der an der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes in Köln arbeitet, sagt: „Schlaf, Ernährung und Atmung – das sind die drei Bereiche unseres Lebens, die für bestmögliche Erholung sorgen. Und was für Leistungssportler gilt, sollte für jeden Menschen gelten.“

Ernährung ist immer emotional

Ich bin Yogalehrerin. Stimmt. Aber schaue ich mir die drei Bereiche in meinem Leben genauer an, dann tut sich mir die erstaunliche Realität auf: Die drei Komponenten lassen bei mir zu wünschen übrig. Ich glaube, der Bereich Ernährung ist noch der, der mir am besten gelingt. Immer noch nicht so gut, wie ich es eigentlich möchte, aber immerhin. Ich würde gerne mehr Ayurveda einbringen, gelingt mir noch nicht. Auch wenn ich hier auf dem Blog gerade jede Menge Komfort-Food feiere, achte ich sehr darauf, womit ich meinen Körper nähre. Ich kaufe nie Fertiggerichte, wir kochen immer bis auf ganz wenige Ausnahmen – wenn wir mal Thai-Food holen, weil es gerade organisatorisch nicht anders geht – selbst, kaufen ausnahmslos Bioprodukte und zwei Mal die Woche decke ich mich beim Ökobauer meines Vertrauens mit reichlich Obst und Gemüse ein. Sogar die Nüsse kaufe ich mittlerweile beim Demeter-Bauer. Ich süße wenn, dann meistens mit Honig, Datteln oder Ahornsirup und esse kein Fleisch. Ich trinke nie mehr als zwei Tassen Kaffee am Tag – mein Arzt behauptet übrigens, der zweite wäre so wichtig … Ich trinke nie Alkohol, keine Limonaden. An die letzte Cola kann ich mich nicht erinnern. Muss man so nicht machen. Ich sage damit nur, erstaunlicherweise ist die Komponente Ernährung vermutlich die, die am besten bei mir funktioniert. 

Schlaf wird nicht überbewertet

Schlaf?! Toll. Nehme ich. Glaubt man Ribbecke, ist das der Punkt, der am wenigsten für Diskussionen sorgt. „Das ist jedem, wenn es um Regeneration geht, klar. Das ist auch, im Vergleich zu Ernährung beispielsweise, kein Thema, das emotional schnell hochkochen kann, weil plötzlich auch noch so etwas wie Ethik oder Umweltschutz eine Rolle spielt und weil Ernährung generell ein sehr persönliches Thema ist.“ Die meisten Menschen schlafen ja auch gerne. Aber gut? Ich schlafe seit über fünf Jahren wirklich meistens schlecht. Ich habe seit über fünf Jahren nicht mehr durchgeschlafen. Angefangen hat das in meiner ersten Schwangerschaft; mir war da fünfeinhalb Monate lang so schlecht, dass ich mir morgens wünschte, es wäre Abend und nachts wünschte ich mir, es wäre Tag. Ich hatte nachts ständig Durst und musste demnach natürlich auch dauernd aufs Klo. Ich nahm es mit Humor, dachte mir: „Super, dann wird das mit dem Baby ja nachts ein Klacks.“ So war es auch. Natürlich schliefen meine Babys nicht durch, aber es störte mich auch nicht, sie nachts zu stillen. Morgens fühlte ich mich –spätestens nach einem Kaffee – total fit. Ich bin Langzeitstill-Mama, deswegen schlafe ich heute noch schlecht. Mein Körper hat sich nach zwei Stillkindern einfach daran gewöhnt, nachts mehrmals wach zu werden. Zusätzlich dazu ist immer was: Die Kinder haben schlecht geträumt, kommen garantiert an dem Tag morgens um fünf Uhr auf den Gedanken, aufstehen zu wollen, wenn ich mal abends ganz spät ins Bett bin oder sie haben sich mitten in der Nacht versehentlich geweckt. Ich habe mir nie so viele Gedanken darüber gemacht, doch in den letzten Tagen bin ich schon um 21 Uhr ins Bett. Ich dachte, ich müsse vielleicht mal Schlaf nachholen. Gerade hat übrigens Claudia Schaumann von Wasfürmich ganz süß darüber gebloggt. Sie hat auf Instagram ein Profil gefunden, das sich nur um das Thema Naps, Ausschlafen und Entspannung dreht: @thenapministry und findet es unheimlich angenehmen, einfach nur diesen Account zu scrollen.

Bezahlen um zu atmen …

Tja und Atmung? Hust. Hust. Was habe ich mir einen abgeatmet die letzten Jahre! Immer mit dem Anspruch effektiv zu atmen, den Sauerstoff in jede Zelle meines Körpers zu schicken, Kohlendioxid abzutransportieren und innere Ruhe zu bewahren. Hat nicht wirklich funktioniert. Ich sage es gleich: Yogalehrerin zu werden, bedeutet nicht, dass man auch direkt lernt, vernünftig zu atmen.

2016 habe ich ein Yoga-Buch veröffentlicht, ein Kapitel darin hieß: „Bezahlen, um zu atmen?“ Das sollte natürlich ironisch sein. Die Wahrheit ist: Auch ich gehe nun zur Atemtherapie. Da gebe ich richtig Geld für aus. Wir atmen rund 24.000  Mal am Tag und etwas, das wir so häufig machen, sollte optimiert werden. Das sagt auch Ribbecke. Er sagt auch, dass das Thema, wenn er mal wieder über Regenerationsstrategien referiert, bei den meisten Athleten erst auf Ablehnung stößt. Atmen und Meditation – da müsse er sich schon eine richtig gute Marketingstrategie einfallen lassen, bis die Sportler ihm zuhören würden. Hat er aber jetzt. Er hat sich ein paar amerikanische Badass-Athleten rausgesucht, die nachweislich meditieren und das ziehe immer, sagt er. Wenn er erzähle, das Sportstars wie LeBron James seit Jahren einer regelmäßigen Meditationspraxis nachgingen, dann kämen die Athleten nach seinem Vortrag zu ihm und würden sagen: „Du, gibt es da nicht eine App, die wir nutzen können?“ „Von einer richtigen Atemtechnik profitiert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Leistungsfähigkeit“, sagt Ribbecke. „Die Atmung erzeugt Reaktionen in unserem Nerven-, Muskel- und Fasziensystem, sowie Knochen- und Gelenksystem und hat Einfluss auf das autonome und das zentrale Nervensystem“, erklärt er.

Welche Muskeln helfen eigentlich beim Atmen?

„Du musst überhaupt erst mal wieder lernen, dein Zwerchfell zu entspannen“, sagte mir meine Pranayama-Lehrerin ganz unverblümt in unserer ersten gemeinsamen Stunde. Das Zwerchfell entspringt an den Rippen, dem Brustbein und den oberen Lendenwirbeln und ist unser wichtigster Atemmuskel. Bei einer ruhigen Einatmung übernimmt das Zwerchfell den Großteil der Atmung und in Teilen die Zwischenrippenmuskulatur sowie die schräge Bauchmuskulatur. Ein Teil des Zwerchfells steht in Kontakt mit den unteren Rippen und der Brustwand. Dieser Teil wird unter anderem von der Bauchmuskulatur kontrolliert. Wenn das Atmen ganz schwer wird, helfen auch noch Teile der Muskulatur des Schultergürtels und des Halses, die sogenannte Atemhilfsmuskulatur. Voraussetzung für eine effektive Atmung ist immer, dass die Atemmuskeln gut funktionieren. „Ist dieser Bereich gestört, kann es zu einer ineffizienten Atmung durch einen verminderten Zwerchfelldruck kommen, der querverlaufende Bauchmuskel, der für die Stabilisation im Lendenwirbelbereich und auch für die Atmung wichtig ist, wird nicht richtig eingesetzt und dadurch verändern die anderen Muskeln, die an der Atmung beteiligt sind, ihrerseits ihre Funktion und laufen Gefahr, zu überlasten“, sagt Ribbecke.

…ausgerechnet die Atmung können wir beeinflussen

So weit muss es natürlich nicht kommen, aber wir sollten uns dessen bewusst sein, dass wir ausgerechnet die Atmung im Vergleich zu allen anderen vegetativen Funktionen unseres  Körpers beeinflussen können. Verrückt, oder? Atmen wir effektiv, sinken Puls und Bluthochdruck. Ich bin schwer am Üben. Atme vor mich hin, spüre ganz bewusst meinen Bauch, der sich beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Und lerne, mein Zwerchfell wieder zur entspannen. Das hilft übrigens auch, wenn es zuhause mal wieder stressig wird, weil jemand keine Lust hat, im Winter Schuhe anzuziehen bevor wir dringend los müssen oder wenn sich zwei Kinder um irgendwelches Spielzeug streiten, während ich eigentlich kochen sollte… Einatmen. Ausatmen. Und zwar nicht nur automatisch. Ich gehe im Moment tatsächlich jeden Tag auf die Matte, um Pranayama, also Atemtechniken, zu üben. Die Asana-Praxis ist unwichtiger geworden. Oder auch, ich habe mehr und mehr verstanden, dass Asana dazu da ist, Pranayama zu üben. Im Moment gefällt mir das. Vielleicht liegt’s am Alter …

Golden Milk – was sie so kann

Ich hab mich noch nicht dazu entschieden, die Heizung einzuschalten. Warum, ist eine gute Frage. Es liegt jedenfalls nicht daran, dass ich denke, wir müssten an den Heizkosten sparen. Es ist vielmehr jedes Jahr so, dass ich – egal wie kalt es Anfang Oktober ist – das Gefühl habe, der Moment, in dem ich mich  dafür entscheide, die Heizung einzuschalten, markiert das Ende des Sommers und den Anfang des Winters. Ich habe ihn noch nicht so richtig losgelassen, den Sommer.  Ist also ein reiner Psychotrick. Die Heizung wird am Wochenende eingeschaltet. Punkt. Basta. Aus! Nein, ich meinte doch ein. In den letzten Tagen durchkroch mich morgens hier manchmal ein Frösteln. Und das ist der Moment, an dem ich  an Golden Milk denke. Heute hab ich mir gleich mal eine gemacht. Das Getränk aus Kurkuma und warmer Milch stammt aus der ayurvedischen Küche und ist seit einigen Jahren in aller Munde. Irgendwie kam es mir in den letzten Jahren so vor, als hätte gelb grün abgelöst und diejenigen, die bislang Matcha Latte tranken, würden nun lieber Golden Milk bestellen. Sie soll ja, genau wie der Matcha auch, so sagenhafte Superkräfte haben. Aber wie gesund ist sie denn nun wirklich? Eines ist mal klar: Golden Milk wärmt. Und deswegen ist es auch gar nicht so doof, sie zu trinken, wenn man, so wie ich, noch keine Lust hat, die Heizung einzuschalten.  Auf Matcha Latte habe ich übrigens aufgrund des hohen Koffeingehalts in den letzten Jahren verzichtet, da ich meine Kinder lange stillte. Als ich dann mal eine Golden Milk probierte, war ich ganz begeistert. Und dachte zunächst, sie könne den Kaffee ablösen. War aber dann doch für mich nicht die beste Idee …

Aber von vorne. Golden Milk oder Golden Latte ist warme Milch mit Kurkuma. Vom Kurkuma, einem Ingwergewächs aus Südostasien, hat die Milch dann auch ihre gelbe Farbe. Das Rezept basiert auf einer jahrhundertealten Tradition und kommt aus der ayurvedischen Küche. Ursprünglich reibt man ein Stück Kurkuma fein, verrührt es mit Wasser und gießt dann heiße Milch auf – das darf sowohl Kuhmilch sein als auch Pflanzenvarianten wie Soja-, Hafer- oder Nussmilch. Honig, Kokosöl und Gewürze wie Zimt, Pfeffer und Muskat oder Kümmel runden das Getränk geschmacklich ab. Heute nimmt man statt frischem Kurkuma das Gewürzpulver.  

Curcumin stärkt die Gesundheit

In der traditionellen Medizin Indonesiens und Indiens verwendet man Kurkuma seit vielen Jahrtausenden als Mittel gegen verschiedene Krankheiten und zur Stärkung des Immunsystems. Das liegt an Inhaltsstoffen wie Curcumin. Curcumin ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Auch die moderne Wissenschaft ist auf den Pflanzenstoff aufmerksam geworden. Die biologischen, molekularen Wirkungen werden zurzeit intensiv erforscht. In der traditionellen ayurvedischen Medizin wurde Curcumin vor allem zur Therapie bei entzündlichen Krankheiten und auch zur Stärkung der Gesundheit eingesetzt.

In den 80er-Jahren wurden Untersuchungen durchgeführt, die zeigten, dass die regelmäßige Einnahme von Curcumin zu einer Besserung der Beschwerden bei rheumatischer Arthritis führt. Ein Problem ist hierbei allerdings, dass die Bioverfügbarkeit von Curcumin sehr gering ist. Das heißt, Curcumin ist fettlöslich und in unserem Darm nur schlecht zu absorbieren. Daher sagt man, dass Curcumin zu 90 Prozent wieder ausgeschieden wird. Im Golden Latte behilft man sich daher mit kleinen Tricks: Pfeffer soll die Bioverfügbarkeit des Pflanzenstoffes erhöhen und wegen der Fettlöslichkeit wird Kokosöl in das Getränk gerührt. Die beiden Zusatzstoffe machen das Getränk durchaus schmackhaft und daher ist dagegen nicht viel zu sagen. Doch Experten bezweifeln, dass der Golden Latte therapeutischen Nutzen hat. Dafür ist die Menge des mit der warmen Milch aufgenommenen Curcumins wohl zu klein. 

Vorsicht, Nebenwirkungen

Dennoch müsse man aufpassen: Nicht jeder vertrage das Gewürz, sagte mir Sabine Ritter, eine Apothekerin und Heilpraktikerin aus München und Autorin des Ratgebers „Nebenwirkungen natürlich behandeln“. „Einerseits ist Kurkuma ein Gewürz, das in Ländern wie Indien oder Sri Lanka sehr häufig in der Küche verwendet wird. Auf der anderen Seite ist es aber eine Arzneipflanze. Das bedeutet, dass es auch immer Nebenwirkungen geben kann. In der chinesischen Medizin sagt man, dass Kurkuma eine warme Pflanze ist. Wem Hitze oder Trockenheit  nicht gut tun, sollte es daher nicht unbedingt einsetzen.“ Beispiele für Nebenwirkungen seien Magenbeschwerden, Blähungen und ein trockener Mund. Es sei völlig in Ordnung, Kurkuma ab und zu in der Küche zu verwenden, sagt Ritter, doch wer sich die Golden Latte jeden Tag selbst anrühre, müsse das erst einmal ausprobieren und vorsichtig sein. „Die trocknenden Effekte können durch Zugaben wie Mandelmus oder Agavendicksaft abgemildert werden, die Zugabe von Pfeffer und Ingwer verstärken sie hingegen wieder“, erklärte sie.

Der Herbst ist da. Deswegen wird es hier auf dem Blog jetzt warm. Foto: Anna Drews

Aufpassen müssten auf jeden Fall Menschen, die Blutverdünner nehmen. „Und wie bei so vielem haben wir auch für Schwangerschaft und Stillzeit keine fundierten Erkenntnisse“, sagte die Apothekerin. Sie musste sogleich schmunzeln, als ich ihr erzählte, dass ich noch stillte und dass ich mir manchmal nicht ganz sicher sei, wie meine Tochter auf die Golden Milk reagiere. Babies seien aus Sicht der chinesischen Medizin eher „warm“. Da Kurkuma eine wärmende Pflanze sei, könne es sehr gut sein, dass meine Tochter darauf reagiere. Ich habe daher während der Stillzeit die Golden Latte wieder weggelassen. Auf einen Kaffee am Morgen reagierte meine Tochter auf jeden Fall weniger.  „Wie bei jeder Arzneipflanze können eben Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. Und diese können sowohl positiv als auch negativ sein“, erklärte Ritter.

Wer das Gefühl hat, Kurkuma zu vertragen und Lust auf eine Alternative zu Kaffee oder Tee hat, darf ruhig mal Golden Milk ausprobieren. Wer Fertigpulver kauft, sollte  unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Meist werden hier Zucker oder künstliche Aromen verwendet. Wie beim grünen Macha Latte auch, sollten keine Wunderdinge von der Golden Milk erwartet werden. Sie schmeckt durchaus und wärmt unumstritten. 

Rezept:

etwas Kokosöl in einem Top erhitzen, 1/2 TL Kurkumapulver, 1/4 TL Zimt, 1/4 TL Ingwerpulver  oder 1 cm frischen Ingwer dazugeben. Bei Bedarf kannst du mit den Gewürzen experimentieren und 1/4 TL Kardamom oder Muskat dazugeben. 250 ml Pflanzenmilch zu den Gewürzen gießen. Wenn Du möchtest, kannst du noch zwei Medjool-Datteln schneiden und dazugeben und das Ganze dann fünf Minuten köcheln lassen. Wenn ich keine Datteln habe, süße ich mit 1 TL Ahornsirup oder Honig. Etwas Pfeffer, fertig.

Kaffeebegleitung: Vorsicht, gefährlich gut!

Meinen Kaffee liebe ich entweder zum Frühstück oder mit einer kleinen Leckerei. Und weil Raw Food gerade im Trend war, habe ich mal versucht, in der Weihnachtszeit Weihnachtsplätzchen zu machen ohne zu backen. Geht das? Kann das gutgehen? Ja! Auf der Suche nach einem veganen und nicht margarinehaltigen Rezept für Plätzchen zum Ausstechen habe ich dieses Rezept für rohe Kokosplätzchen gefunden. Ich war skeptisch ob es wirklich klappt und habe ein paar Änderungen am Rezept vorgenommen, mich mit Brigitte Bach von bbbakery über Optimierungen ausgetauscht und schon ist ein irrsinnig leckerer Weihnachtscookie herausgekommen. Geht einfach und schnell und bislang haben alle, die probieren durften, nicht genug davon bekommen. Mich erinnern diese Cookies ein bisschen an Raffaello, sie sind nur noch frischer, kokossiger und zum Dahinschmelzen! Brigitte nimmt übrigens Apfeldicksaft zum Süssen. Finde ich klasse. Eine gute Alternative zum Agavendicksaft und für alle Veganer die Lösung, wenn sie keinen Honig verwenden wollen.

Was du brauchst

  • 100 g Kokosraspel
  • 70 g Cashewnüsse
  • 1 EL Honig oder Agavensirup (ich nehme sogar eher weniger, Cashewnüsse, Kokosraspel und -öl geben schon ordentlich Süsse) oder Apfeldicksaft
  • das Mark einer Vanilleschote
  • 3 Esslöffel Kokosöl (geschmolzen)
  • 1 Esslöffel Kakao Nibs

Für den Schokoguss:

  • 80 g Kakaobutter
  • 1 EL Honig oder Agavensirup
  • 50 g Kakaopulver

In einer (guten) Küchenmaschine Cashewnüsse und Kokosraspel verarbeiten. (Praktisch an diesem Rezept finde ich alleine schon, dass die Cashews nicht eingeweicht werden müssen. Das spart Zeit und man kann spontan an die Arbeit 🙂 ) Die restlichen Zutaten bis auf die Kakao Nibs dazugeben und gut durchmischen. Ruhig eine Weile die Maschine arbeiten lassen, denn die Masse soll schön klebrig sein. Zum Schluss mit einem Löffel die Kakao Nibs dazugeben und unterrühren. Nun die ganze Masse in einen Behälter geben – ich habe ein Backblech genommen und die Masse zwischen zwei Schichten Frischhaltefolie ausgerollt, etwa zwischen 2 mm und 1 Zentimeter, je nach Belieben. Dann alles für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Nach der Kühlzeit mit den Ausstechformen vorsichtig die verschiedenen Figuren ausstechen. Dabei am besten die Formen zwischendurch immer mal wieder in heisses Wasser tauchen, so löst sich die Masse leichter von der Form. Es bleibt recht viel „Verschnitt“ übrig bei diesem Rezept und man muss sich ein wenig beeilen, alles wieder auszurollen, denn der Teig sollte eben nicht zu warm werden. Wenn alles verarbeitet ist, kommen die fertig ausgetochenen Cookies wieder für zwei, drei weitere Stunden in den Kühlschrank. Danach kann man sie mit selbst gemachter Schokosauce verzieren. Ist aber kein Muss! Für den Schokoguss die Kakaobutter mit dem Sirup bzw. dem Honig im Wasserbad schmelzen lassen. Das Kakaopulver dazugeben und sobald eine schöne dunkle, flüssige Schokoladenmasse entstanden ist, die Cookies verzieren. Fertig. Geniessen und einfach bis Weihnachten nicht mehr auf die Waage stellen.

Kaffeebegleitung: Glückskekse aus „Vegane Backträume“

Meine Kaffeebegleitung ist heute Brigitte Bach. Nicht Back, sondern Bach. Das war jetzt ein Witz, den Brigitte vielleicht schon ein paar Mal gehört hat in ihrem Leben.  Brigitte Bach – die Greenpeace-Aktivistin, hat nicht nur einen wundervollen Blog, sondern auch ein tolles Buch herausgebracht. Es heißt „Vegane Backträume“. Was ich an Brigittes Rezepten mag, ist, dass sie sich schon lange bevor vegan und gesunde Ernährung richtig trendig wurden, wirklich Gedanken um die Zutaten macht, die sie verwendet. Dabei geht es ihr nicht nur darum, rein pflanzliche Produkte zu verarbeiten, sondern Naschen auch ein wenig gesünder zu machen. Das Buch „Vegane Backträume“ beantwortet viele Fragen zum veganen Backen, gibt Tipps für die Verwendung saisonaler Produkte und erklärt ziemlich genau, wie Eier und Co. durch pflanzliche Zutaten ersetzt werden können. Im Interview erzählt die Autorin, warum Backen sie glücklich macht, wie sie trotz dem ständigen Kreiieren von Naschwerk so schlank bleibt und sie verrät das Rezept für ihre tollen Glückskekse.

Abgesehen davon, dass Deine Backwerke immer unheimlich toll und lecker aussehen, gefällt mir, dass Du Dir nicht nur Gedanken um die vegane Zubereitung machst, sondern auch weitestgehend auf industriellen Zucker verzichten möchtest. Was ist Dein liebstes Süssungsmittel?

Ich experimentiere sehr viel und letztlich kommt es auf das jeweilige Gebäck an, also auf die gewünschte Textur und was geschmacklich miteinander harmoniert. Wenn es passt, verwende ich sehr gerne Apfeldicksaft, weil er so fruchtig-süß schmeckt und ein heimisches Produkt ist.

Wann und durch welches Erlebnis ist Deine Entscheidung gefallen, Dich komplett vegan zu ernähren?

Ich habe sehr viele Jahre vegetarisch gelebt und diese Lebensweise auch nicht genauer hinterfragt, bis ich im Herbst 2009 durch einen veganen Freund so richtig auf den Veganismus aufmerksam wurde. Das kulinarische Neuland faszinierte mich schlagartig während eines Wochenendes, an dem wir komplett pflanzlich gekocht haben. Zudem blickte ich hinter die Kulissen der Milch- und Eiproduktion und sah darüber so viele schreckliche Filme und Bilder, dass ich wusste: von jetzt an nur noch vegan.

 Ebenso wichtig wie die rein vegane Ernährung sind Dir aber auch biologisch erzeugte und fair gehandelte Zutaten. Dein Mehl mahlst Du zum Beispiel selbst. Das finde ich persönlich sehr schön, denn auf vielen veganen Foodblogs fehlt mir das. Bei der ganzen veganen Bewegung vermisse ich manchmal den Hinweis, dass nur vegan nicht unbedingt immer auch gesünder bedeutet. Gibst Du mir Recht?

 Ja natürlich, man kann sich auch mit veganer Kost sehr ungesund ernähren. Man darf aber natürlich auch nicht vergessen, dass VeganerInnen unterschiedliche Beweggründe haben. Für viele hat der Gesundheitsaspekt Priorität, für andere spielen weitere Argumente, wie z.B. ethische, eine weitaus wichtigere Rolle. Ich persönlich habe mit dem Schritt zum Veganismus mein ganzheitliches Denken extrem erweitert. Wenn man an einem Punkt anfängt, kann man nicht mehr aufhören, weil die Zusammenhänge so komplex sind und es so viele „Baustellen“ gibt. Deshalb landete ich sehr schnell bei Themen wie „bio“, „fair“ aber auch „Konsumverzicht“. Ich versuche mein Bestes, bin aber natürlich alles andere als perfekt und habe viele Bereiche, in denen ich noch konsequenter sein könnte. Und was süßes Backwerk angeht: Ich sehe es vorrangig als kleinen Luxus, der Augen und Gaumen erfreut. Wenn es dann auch noch gesund ist…, umso besser. 🙂

Warum macht Backen eigentlich glücklich?

Ich denke, das liegt daran, weil ich mit meinen Händen etwas erschaffen kann, das am Ende schön aussieht, gut riecht und auch noch köstlich schmeckt. Ich freue mich nicht nur selbst darüber, sondern kann damit auch anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Wie ist die Idee zu Deinem ersten Buch entstanden?

Der Löwenzahnverlag ist an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob ich mich auf das „Abenteuer Buch“ einlassen möchte. Ich bin fast vom Stuhl gefallen und konnte es gar nicht glauben. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, ging es an die konkrete Ideensammlung und das exzessive Probebacken.

„Vegane Backträume“ ist ein voller Erfolg und so steht das nächste Buch schon in den Startlöchern.. Wie bleibst Du bei dem Hang zur Schlemmerei eigentlich so schön schlank?

Obwohl ich in meiner Küche fast täglich neuen Naschkram erschaffe, achte ich sehr auf eine ausgewogene Ernährung und habe auf meinem Speiseplan vornehmlich Gemüse und Obst. Zudem treibe ich viel Sport.

Und was passiert mit dem ganzen Zeug, dass Du als Foodblogger ständig ausprobieren und backen musst? 😉

Ich rechne alle Rezepte herunter und produziere immer nur kleine Mengen. Das ist auch der Grund, warum ich mich so in Kleingebäck, wie Muffins oder Tartelettes, verliebt habe – das sind überschaubare Mengen und optisch trotzdem vollwertige Kunstwerke. Und wenn ich doch einmal zu viel übrig haben sollte, dann verschenke ich mein Gebäck – ganz zur Freude von FreundInnen und KollegInnen.

Welches Rezept gehört für Dich ganz unbedingt zu Weihnachten dazu – und verrätst Du es?

Ich bin nicht auf ein bestimmtes Rezept fixiert, sondern eher auf bestimmte Zutaten. Dazu gehören beispielsweise Zimt, Gewürztee, Marzipan, Orangen und Äpfel. Was ich daraus mache, hängt ganz von meiner Stimmung und meinen Ideen ab :-).

Was machst Du, wenn Du nicht gerade in der Küche stehst?

Ich beschäftige und engagiere mich – sowohl beruflich als auch privat – intensiv mit/für Umweltschutzthemen. Wenn ich Ablenkung suche und nicht backe, bin ich (im Frühling und Sommer) sehr viel draußen und genieße die Natur, v.a. beim Skaten und in den Bergen. Ansonsten liebe ich Bücher, Filme und Musik „made in Germany“.

Gibt es irgendwann Brigitte Bachs Bakery in Wien, in der jeder Deine Backwerke geniessen kann? 😉

Bisher kam in meinem Leben alles, wenn es an der Zeit war. Das vegane Backen hat mir von Anfang an so viel Wunderbares und Überraschendes beschert, dass ich mich inzwischen über nichts mehr wundere ;-). Und klar, ein eigenes Café ist natürlich ein Traum.

Verrätst Du nun auch noch ein Rezept für gesundes Naschen?

Gerne. Für die Glückskekse braucht man:

  • 100 g ungeschälter Sesam
  • 100 g Mandeln
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Kokosraspeln
  • 100 g Kokosöl
  • 50 g Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • min. 4 Tropfen ätherisches Orangenöl
    (alternativ: abgeriebene Orangenschale)
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1 TL Kardamom, gemahlen
  • 1 TL Ingwer, gemahlen
  • 1 TL schwarzer PfeEer, gemahlen
  • 1 TL Muskatnuss, gemahlen
  • 1 TL Nelke (optional), gemahlen
  • ca. 1/8 Liter Wasser

Den Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Anschließend mit den Mandeln ebenso verfahren und diese dann grob hacken.
Alle Zutaten in einer großen Schüssel miteinander vermengen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Dieser sollte nicht
mehr bröseln, aber so fest sein, dass er sich gut formen lässt. Kleine Teigportionen zu Kugeln von ca. 3–4 cm Ø formen und
etwas -achdrücken. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Back -blech legen. Die Teigkugeln können nah zusammenliegen, da
sie die Form behalten und beim Backen nicht auseinanderlaufen. Im vor geheizten Backofen bei 180 °C ca. 15–20 Minuten backen,
bis die Kekse oben goldbraun sind und auf der Unterseite eine leichte Bräunung bekommen. Auf dem Backblech kurz
rasten lassen und dann auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Nach 1–2 Tagen „Durchziehen“ entfaltet sich
der Geschmack erst so richtig. In einer Blechdose aufbewahrt, halten sich die Kekse einige Wochen lang frisch.

Ein perfektes Rezept also für die Weihnachtszeit! Und zum Kaffee sowieso.

Achtung Rohkost! Pekannuss-Eiscreme!

Ich liebe es, meine Gäste mit Rohkost-Desserts zu verblüffen. Ich sage meistens nichts bevor nicht alle probiert haben. Meistens kommt dann ganz von selbst die Frage, wie ich das köstliche Eis, den grandiosen Kuchen oder die besten Brownies der Welt denn zubereitet hätte. Und dann sind die Gesichter dementsprechend überrascht, wenn ich erzähle, dass es sich dabei gerade um Rohkost handelte. Was ich vor allem mag, sind einfache Rezepte, bei denen man nicht viele Zutaten verarbeiten muss (wie beispielsweise bei den Row Food Brownies. Die gehen so einfach, dass ich sie mittlerweile meistens mache, wenn sich spontaner Besuch ansagt). Heute habe ich ein etwas komplizierteres Rezept, das ich von Amy Bachellor gelernt habe. Sie ist eine unglaubliche Rohkost-„Köchin“ und was Desserts betrifft, haben wir einen ähnlichen Geschmack und dasselbe Gefühl für die richtige Süsse. Wir mögen es beide nicht zu süss. Dieses Pekannuss-Eis hat mich komplett überzeugt, so dass ich den Mehraufwand (der sich einzig auf das Produzieren der Pekannuss-Milch bezieht) gerne auf mich nehme.

Zuerst also gilt es, Pekannuss-Milch zuzubereiten. So kompliziert ist das allerdings auch nicht. Man braucht aber einen Nussmilchbeutel.

Zutaten für die Pekannuss-Milch:

220 Gramm Pekannüsse, übernacht in circa 600 ml Wasser einweichen
400 ml Wasser

2 Datteln

1 Teelöffel Mesquite Pulver (gibt’s zum Beispiel hier)

eine Prise Meersalz oder Himalaya Salz

1/2 TL Vanillezucker

Die Peknannüsse abtropfen lassen und abspülen. Alle Zutaten in einem Hochgeschwindigkeits-Mixer pürieren. Um die Milch von der Breimasse zu trennen, muss die Masse durch das Nusssieb gepresst werden. Dies braucht etwas Geduld. Man kann sich das in etwa vorstellen, wie das Melken einer Kuh 🙂 Man melkt sozusagen den Nussmilchbeutel. Die Breimasse kann man übrigens wunderbar für weitere Rezepte verarbeiten, also einfach im Kühlschrank aufbewahren.

Für die Eiscreme:

circa 400 ml Pekannussmilch

etwa 100 g Cashewnüsse, etwa drei bis vier Stunden einweichen

100 g Kokosnussfleisch

50 ml Honig

50 g Kokosnussbutter (gibt’s zum Beispiel hier)

1 TL Mesquite Pulver

Mark einer Vanilleschote

eine Prise Salz

Die Cashews abtropfen lassen und abspülen. Dann alle Zutaten miteinander im High Speed Blender pürieren, bis die Masse cremig ist. Die Masse in einen Glascontainer geben und eine Stunde im Gefrierfach kühlen. Wer einen Eismaschine hat, ab in die Eismaschine damit. Wer keine hat, kann das Eis nach einer Stunde aus dem Gefrierfach nehmen und in den Kühlschrank stellen. Dann mindestens acht Stunden im Kühlschrank lassen, bevor es serviert wird. Schmeckt ganz grandios mit Kokosflocken-Kakao-Nibs-Topping.

Warum ausgerechnet Pekannüsse? Pekannüsse sind süsser als Walnüsse, allerdings auch kalorienreich. Dafür haben sie jedoch einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die wichtig für das Herz-Kreislauf-System sind. Sie sind unheimlich reich an Mineralstoffen und Spurenelementen, unter anderem enthalten sie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink. Sie haben einen sehr hohen Proteingehalt. Ausserdem sind sie reich an verschiedenen B-Vitaminen und an Vitamin A. Sie werden ab Oktober frisch geerntet, so ist dieses Rezept ein ideales Dessert für den gesamten Herbst und Winter.

 

Kaffeebegleitung mit fünf Zutaten

Für das perfekte Superfood braucht man gerade einmal fünf Zutaten. Es zählt offiziell zu meiner liebsten Kaffeebegleitung. Ich backe es wirklich häufig.  Dieses Bananenbrot ist gesund, völlig unkompliziert zuzubereiten und so lecker wie ein Muffin. Das Beste kommt jetzt: Es ist ohne Zucker! Die Süße der Bananen reicht aus und so eignet sich dieses Bananenbrot auch ganz wunderbar als leckerer Snack oder zum Frühstück für Kinder. Genau das richtige also für ein gemütliches Feiertags-Frühstück. Man braucht nichts ausser Bananen, Chia-Samen, Dinkelmehl, Backpulver und Wasser. Wem das nicht süß genug ist, der kann einen Teelöffel Honig zur Teigmasse geben. Ich habe dieses Brot kürzlich an einem Sonntagmorgen zubereitet. Ein paar Tage später habe ich das übrig gebliebene Brot getoastet. Ich fand es – so schön warm aus dem Toaster – fast noch besser. Es ist also ein Brot, das man auch noch einige Tage später essen kann. Warum ich dieses Brot als Superfood bezeichne? Chia-Samen enthalten im Schnitt doppelt so viel Eiweiss wie andere Samen oder Getreidesorten und liefern ein gutes Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren. Ihr Calcium-Gehalt übertrifft den von Milch um das Fünffache. Und damit das auch wirklich richtig Sinn macht, liefern Chia-Samen zusätzlich das Spurenelement Bor, welches die Calcium-Aufnahme im Körper noch unterstützt. Und Bananen… sind sowieso toll.

Und jetzt alles noch mal langsam, zum Mitschreiben oder Mitbacken:

Superfood-Bananenbrot

Zutaten:

  • 4 Bananen
  • 2 Esslöffel Chia-Samen
  • 6 Esslöffel Wasser
  • 2 Tassen Dinkelmehl
  • 1/2 Teelöffel Backpulver

Zunächst die Chia-Samen mit dem Wasser mischen und 15 Minuten lang ziehen lassen, damit sich Chia-Samen und Wasser zu einer klebrigen Masse entwickeln. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine Kastenform mit veganer Margarine einfetten oder eine Silikonform benutzen. Nun die Bananen in einer Schüssel mit einer Gabel zerquetschen und die Chia-Samen-Masse dazugeben. Alles gut verrühren. Anschliessend das Dinkelmehl und das Backpulver dazugeben. Rühren. Ab in die Form und ab in den Ofen. Nach 45 Minuten ist das Bananenbrot fertig. Wer es noch süsser will, kann es mit Mandelmuss und Mandelsplittern belegen, Cashewmuss und Erdnussbutter schmecken auch ganz toll dazu. Das Beste daran ist aber: Einfach ohne alles schmeckt es wie ein leckerer Muffin. Am besten zum Kaffee!