Schlagwort: Gesellschaft

Lauschangriff und Lesestoff vom 4.12.2020

Schon am vergangenen Freitag bin ich durch den Newsletter von ohhhmhhh über den Artikel in der New York Times gestolpert, den Meghan Markle geschrieben hat. Er trägt den Titel „The losses we share“ (deutsch: Die Verluste, die wir miteinander teilen“) und erinnert uns daran, dass wir die Frage „Are you okay?“ – „Geht es dir gut?“, häufiger stellen sollten. Es ist ein sehr schöner und emotionaler Text der Herzogin, die darin erzählt, wie sie die Fehlgeburt ihres zweiten Kindes erlebt hat und warum es so wichtig ist, andere zu fragen, ob sie okay sind. „Geht es dir gut?“ – ich glaube, gerade in diesem Jahr hat diese Frage eine neue Bedeutung bekommen. Gerade weil wir uns nicht so viel drücken dürfen: Zuhören ist und war stets erlaubt.

Einen wichtigen Beitrag zum Thema Homosexualität habe ich in dieser Woche im Süddeutsche Magazin gelesen. Dabei ist mir aus dem Interview mit der Forscherin und Psychologin Dr. Claudia Krell und der Beraterin Irmengard Niedl besonders diese Aussage von Frau Dr. Krell in Erinnerung geblieben: „Wir sind noch nicht an diesem Punkt, aber eigentlich geht es doch um die Frage, wie man eine Gesellschaft so fit machen kann, dass ein Coming-out kein Drama mehr sein muss. Schließlich gibt es auch Jugendliche, die erzählen, dass sie einfach nebenbei mal erwähnt haben, dass sie nun eine Freundin haben und dass ihre Mama es sich eh schon gedacht hatte. In der Regel kennen Eltern ihr Kind ganz gut.“ Die Gesellschaft fit zu machen, damit ein Coming-Out – egal von wem – kein Drama mehr ist. Das klingt sehr schön. Fast so wie ein guter Neujahrswunsch.

Per Zufall gefunden und mit Erschüttern beäugt, habe ich diesen Beitrag auf Spiegel.de. Es ist ausnahmsweise weder ein Text noch ein Podcast sondern ein Video. Wer Kinder hat, sollte sich das anschauen. Spitzensport kann wunderbar sein, aber tiefe emotionale Verletzungen wie sie die Schäfer-Schwestern und mit ihnen viele andere Kinder immer noch tagtäglich erleben – und das ausgerechnet bei einem Hobby, das doch eigentlich Spaß bringen sollte – sind all den Ruhm, alle Reisen, allen Erfolg niemals wert. Übrigens ist es häufig so, dass Kinder, die Talent im Sport mitbringen, mehrere Wege gehen können. Es muss nicht dieser Sport sein. Es muss nicht dieser Trainer sein. Manchmal eröffnen sich neue Wege, neue Sportarten, wie das Beispiel meiner Freundin Katharina Bauer zeigt, die einst eine sehr talentierte Turnerin war, deren Mutter aber zum Glück irgendwann merkte, dass die Tochter lustlos zum Sport ging, und sie daraufhin ermutigte, etwas Neues auszuprobieren. Heute zählt Katharina zu Deutschlands besten Stabhochspringerinnen. Fragt eure Kinder, ob es ihnen gut geht.

Einen schönen, ausführlichen und äußerst informativen Beitrag zum Thema ökologische Landwirtschaft und was es eigentlich mit der biologischen Kreislaufwirtschaft auf sich hat, gab es diese Woche auf peppermynta.de zu lesen.

Seit heute gibt es einen neuen Podcast von Köchin, Autorin und Aktivistin Sophia Hoffmann. Er heißt Hoffmanns Küche und es ist ein „kulinarisch-politischer“ Podcast. In der ersten Folge spricht Sophia mit Monika Kanokova und Maximilian Mauracher vom New Standard Studio, die Nachhaltigkeit in Unternehmen umsetzen möchten. Dabei geht es den beiden darum, wirklich nachhaltiges Handeln in die Köpfe der Menschen zu bringen. Definitiv ein Thema, dass ich mir für das neue Jahr ganz besonders vorgenommen habe. Hoffmann lädt ihre Gäste übrigens in die eigene Küche ein und kocht für sie. Wie gerne würde ich mich mal von Sophia Hoffmann bekochen lassen … Hach … Aber jetzt möchte ich gerade in einer riesigen Dose gefüllt mir dieser veganen Lebkuchenvariante von ihr versinken.