Schlagwort: Journalismus

Lauschangriff und Lesestoff vom 13.11.2020

Es gibt eine neue Rubrik auf diesem Blog. Sie heißt „Lauschangriff und Lesestoff“. Das hatte ich schon lange vor. Der Lockdown light (he, das mit der doppelten Alliteration ist aber jetzt Zufall!) spielte mir da in die Karten: Ich habe ein bisschen mehr Zeit, mich um meinen Blog zu kümmern. Die Idee dazu hatte ich schon lange. Sie hat auch ein bisschen etwas mit meinem früheren Beruf als Journalistin zu tun. In „Lauschangriff und Lesestoff“ gebe ich euch Leseempfehlungen und Tipps für Podcastfolgen. Es geht dabei meistens um wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Ernährung, Gesundheit, Fitness und natürlich Yoga aber auch um solche Artikel und Interviews, die ich für besonders lesens- oder hörenswert halte, weil sie sich mit wirklich wichtigen Themen aus diesen Bereichen beschäftigen. Das heißt auch, dass dieser in Zukunft jeden Freitag früh erscheinende Blogpost nicht immer nur gespickt ist mit Themen, die Jubel, Trubel, Heiterkeit verkörpern. Aber manchmal halt auch. Und auf jeden Fall immer zum Schluss mit einem veganen Rezept, das dich hoffentlich so glücklich macht wie mich. „Lauschangriff und Lesestoff“ beschäftigt sich wirklich mit den Texten, Interviews und Beiträgen, die mich selbst beschäftigt haben und die ich für wichtig oder sehr informativ halte. 

Ausgerechnet in der vergangenen Woche machte dann die Yogaszene in den nationalen Medien mit einem unschönen Thema von sich reden. Vielleicht ahnst du schon, um was es geht. Der Artikel „Was ans Licht kommt“ der Journalistin Marlene Halser, die sehr lange und hartnäckig zum Thema Machtmissbrauch in der Yogaszene recherchiert hat, ist am vergangenen Freitag im SZ-Magazin erschienen und hat mich natürlich sehr berührt. Die Geschichte macht zunächst sprachlos. Dabei ist Swami Vishnu ja nicht der erste und bestimmt auch nicht der letzte Yogalehrer gewesen, der seine Position missbraucht hat. Was ich besonders makaber an der ganzen Story finde, ist, dass unter der Prämisse der Überwindung des Egos nahezu alles erlaubt scheint, also auch „Missbrauch zu einem notwendigen Mittel zur spirituellen Entwicklung umgedeutet“ wird, wie Halser schreibt. Bei all der Lust und Freude an Spiritualität ist es immer auch ganz praktisch, wenn beide Füße ganz fest auf dem Boden bleiben. Dass es in der Yogaszene nicht nur ehrliche und gewaltfreie Menschen gibt, ist klar. Und Macht wird leider sehr häufig da mißbraucht, wo sie zu groß wird. Marlene Halser hat über dasselbe Thema auch einen Radiobeitrag unter br.de/podcast veröffentlicht. Machtmissbrauch in der Yogaszene ist nicht neu: Vor vielen Jahren habe ich einen Artikel gelesen, der mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Das war bereits 2013 – vor einer halben Ewigkeit also. Der Text ist – wie die Geschichte um Swami Vishnu zeigt – sehr wichtig und ewig aktuell: Kimberly Lo schrieb auf elephantjournal.com einen klugen Text zum Fall Bikram Choudhury. 

Ein anderes Thema, ebenso wichtig, hat die deutsche Yogalehrerin Wanda Badwal diese Woche in ihrem Podcast Wandaful Podcast – Yoga beyond the Asana thematisiert. Es geht um den verantwortungsbewussten Umgang mit Kindern auf Social Media. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Einerseits weil ich selbst Mutter bin und durch mein Studium der Medienwissenschaften immer einen kritischen Blick auf den Umgang mit Social Media werfe. Weil ich mit Sorge in eine Zukunft blicke, in der Social Media einen immer größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft einnimmt. Schon jetzt sehe ich, dass junge Mädchen für Likes alles machen würden. Und andererseits weil ich selbst die Sozialen Medien enorm nutze. Da eine gesunde Balance zu finden, ist wirklich schwierig. Zu dem Thema passt übrigens der Text von Julia Hofgartner „Wo ist das echte Yoga auf Social Media“, den sie bereits im September auf happymnindmagazine veröffentlicht hat.

Dieser Podcast ist nicht lang und vielleicht hast du am Wochenende die 16 Minuten, um reinzuhören und dir eine Meditation zu gönnen. Die Meditation passt gut zur aktuellen Zeit und das, was Samarpan P. Powels von findyournose.com zu dem Begriff Vertrauen sagt, was das eigentlich ist, wie wir es häufig missverstehen und warum wir auch hier mal wieder von unseren Kindern lernen können, finde ich sehr inspirierend.

Und jetzt schreit es nach Soul Food. Das Rezept, das ich hier heute mit dir teilen möchte, muss natürlich von der Frau kommen, die mich eigentlich zu diesem Beitrag inspiriert hat. Als ich 2013 und 2014 in Kalifornien lebte, war ihr Blog einer der ersten, die ich regelmäßig gelesen habe. Damals hieß er noch Choosing Raw und jeden Sonntag postet Gena Hamshaw einen Artikel der „Weekend Reading“ hieß. Die Themen drehten sich meistens um gesunde Ernährung, und Veganismus sowie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu. Tolle Rezepte waren auch immer dabei. Heute heißt ihr Blog thefullhelping.com. Weekend Reading gibt es immer noch aber in unregelmäßigen Abschnitten. Ich hab auf jeden Fall große Lust dazu, ihre „Apricot, Almond and Vanille Snack-bars“ auszuprobieren. Hab ein schönes Wochenende.