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Corona-Granola oder wie Granola meinen Corona-Alltag rettete

Granola hat mich durch die Corona-Zeit gerettet. Echt. Einmal in der Woche abends, wenn die Kinder im Bett waren, habe ich mich in der Küche an die Zubereitung meines Lieblings-Frühstücks gemacht. Das hatte etwas Meditatives. Generell war mein Backofen in dieser Zeit so etwas wie mein Anker. Ähnlich wie die Yogamatte eben. Dass es auch anderen so ging, habe ich jetzt schon öfter gehört. Ich weiß nicht warum, aber in dieser anfangs doch sehr wirren Zeit, die ja auch Ängste mit sich brachte, war meine Küche der Ort, der mir sehr viel Sicherheit gegeben hat. Der mir immer wieder sagte, in welch privilegierter Situation wir doch sind, weil wir so viel Gutes zu uns nehmen können, es uns so gut gehen lassen können. Wenn der Backofen in Betrieb war, dann hieß das gleichzeitig auch immer, dass es am nächsten Morgen etwas besonders Leckeres zum Frühstück geben würde. Seelenfutter. Manchmal habe ich den Kindern den Tisch im Kinderzimmer gedeckt und wir haben uns dort auf die kleinen Kinderstühle gequetscht, statt in der Küche zu essen, so wie sonst immer. Dann gab es selbst gebackenes Bananenbrot oder frische Waffeln. Das mochten sie besonders gerne.

In diesem Winter – schon vor dem Corona-Lockdown – habe ich selbstgemachtes Granola für mich entdeckt. Ich hatte mich bereits vor etwa fünf Jahren, als wir noch in Kalifornien lebten, daran versucht und das war irgendwie misslungen. Vielleicht hatte ich das amerikanische Rezept missverstanden, keine Ahnung, auf jeden Fall war mein Granola damals eine vertrocknete Masse, die kein Mensch geniessen konnte. Diesen Winter habe ich die Rezepte von heavenlynnhealthy ausprobiert und das Ergebnis war fantastisch. Mittlerweile habe ich es drauf und mache meine eigenen Mischungen. Rein kann eigentlich alles, was Nüsse, Kerne, Saaten oder Getreide ist. Wichtig ist, dass das Verhältnis aus flüssigen und trockenen Zutaten stimmt. Dann alles für 20 bis 30 Minuten in den Backofen und fertig ist das beste Müsli – und das gibt es so in keinem Supermarkt der Welt zu kaufen. Bei mir besteht die Basis immer aus Haferflocken und Nüssen – und zwar nehme ich dazu entweder Pekannüsse oder Paranüsse. Beide sind super gesund und enthalten neben vielen anderen Mineralstoffen auch das wichtige Spurenelement Selen.

Granola bleibt mir hoffentlich länger erhalten als diese wirre Corona-Pandemie. Zumindest mache ich es auch weiterhin etwa einmal in der Woche – viel länger überlebt es bei uns zuhause leider nicht, da es sehr rasch in unseren Bäuchen verschwindet. Ich esse es fast jeden Morgen, entweder mit Kokosmilch oder Hafermilch, im Sojajoghurt oder auf meinen Overnight-Oats als Topping. Im Mai und Juni habe ich es mit selbstgemachte Rharbaberkompott gegessen oder auf einem Berg voller Beeren und an kalten, nassen Tagen – die es in Kiel ja auch leider im Hochsommer gibt – kommt es auf den heißen Porridge. Ich bin wohl jetzt süchtig. Kann man so nennen. Das ist egal. Oder besser: Diese Sucht darf auch bleiben.

Mein „Corona-Granola“-Müsli

Zutaten:

200 g Haferflocken

100 g Paranüsse oder Pekannüsse

40 g ungesüsste Kokoschips

20 g Sesam

30 g Hanfsamen

20 g Sonnenblumenkerne

1 TL Zimt

1 Prise Meersalz

3 EL Kokosöl

1 EL Bio-Honig

Zubereitung:

Die Nüsse hacke ich grob mit dem Messer, der Rest der trockenen Zutaten wird einfach mit den gehackten Nüssen vermischt. Drei EL Kokosöl lasse ich in der Pfanne bei kleiner Hitze schmelzen, dann kommen Zimt und Honig dazu. Alles verrühren und im noch heißen Zustand zu den trockenen Zutaten geben, gut durchmischen und auf das Backblech. Für 20-30 Minuten in den 150° Grad heißen Ofen. Fertig. Auskühlen lassen und dann in einen luftdichten Behälter füllen.