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Lauschangriff und Lesestoff vom 16. April 2021

Vielleicht kennst du auch diese psychologischen Diagramme, die Freunde von dir auf Facebook posten: „Die ersten drei Wörter, die du findest, verraten etwas über dein Unterbewusstsein“, heißt es da in einem Wirrwarr an Buchstaben. Muss man nicht so ernst nehmen. Oder doch? Ich habe aus Spaß natürlich mal genauer hingeschaut. Na, was kam wohl raus? Connection, Gratitude und Love. Hm? Fand ich erst gar nicht gut. Ich wollte gerne: Money! Ha! Ernsthaft. Dann habe ich über die Wörter nachgedacht und fand es gar nicht mehr so schlecht. Connection? Brauchen wir alle wohl in dieser aktuellen Zeit. Gratitude – das ist eins meiner Lieblingswörter und ich versuche mich ständig daran zu erinnern. Auch wenn alles zusammenzubrechen droht. Und Love ist wohl generell das allerwichtigste. Definitiv wichtiger als Money. Ziemlich Yogalehrer-klischeehaft meine drei Wörter, was? Hab mich fast dafür geschämt. Ich habe keine Ahnung, was das wirklich über mein Unterbewusstsein aussagt, ich müsste mal einen vernünftigen Psychologen fragen, aber eines ist klar: Alleine weil ich mich kurz gedanklich mit den drei Begriffen beschäftigt habe, hat das wohl Auswirkungen auf mein Unterbewusstsein und hoffentlich auch auf mein Bewusst-sein.

TV-Tipp

Heute gebe ich dir hier übrigens neben einem Podcast-Tipp auch einen TV-Tipp. Heute Abend sitzt meine Co-Autorin und Freundin Katharina Bauer in der NDR-Talkshow und erzählt von ihrem spannenden und inspirierenden Leben als junge Frau, Leistungssportlerin und Yogini mit einem implantierbaren Defibrillator im Körper. Sie erzählt von unserem neuen Buch und ihrem Traum, der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokyo. Vielleicht hast Du ja Lust, reinzuschauen. 

Neuer Podcast

Zwei bekannte Yogalehrerinnen aus Deutschland haben sich zusammengetan und einen neuen Podcast auf die Beine gestellt. Frei.sein heißt er. Karo Wagner und Ranja Weis unterhalten sich künftig regelmäßig über Persönlichkeitsentwicklung, Heilung und alles, was inspirieren soll. Natürlich geht es dabei auch um Yoga. In der ersten Folge sprechen die beiden kurzweilig in knapp 14 Minuten über ihre persönlichen Alltagstipps „auf dem Weg zu innerer Freiheit“. Was mir dabei besonders gut gefällt, ist die Vielfalt, die durch die beiden vermutlich zwar ähnlichen aber dennoch auch unterschiedlichen Frauen entsteht. Wenn Karo Wagner beispielsweise davon berichtet, wie sie sich jeden Morgen erst mal Meditation und Stille gönnt und Ranja Weis dann sehnsüchtig lächelnd erklärt, dass das für sie ein wundervoller Gedanke ist, der aber praktisch als alleinerziehende Mutter nicht wirklich umsetzbar ist, denke ich sofort: Jaaaaa! Das ist das Leben. So geben beide – an ihre persönlichen Lebensumstände angepasst – Tipps und darunter ist sicher dann auch für jeden etwas dabei.

Schwierige Haltung

In der Süddeutschen Zeitung ist der Artikel „Schwierige Haltung: Corona und die Yoga-Szene“ erschienen. Ich habe ganz Yogaphilosophie-like 🙂 mein Dasein als Yogalehrerin zunächst abgeschüttelt und dann den Text gelesen. Ich sehe den Autor und seine Botschaft. Ich muss ehrlich gestehen, ich empfinde null Groll gegen den Autor, wenn ich das lese. Stattdessen wundere ich mich über Menschen, die sich während einer weltweiten Pandemie so benehmen, wie es der Autor beschreibt und dann auch noch von sich behaupten, besonders achtsam zu sein – das beinhaltet nämlich auch achtsam mit anderen umzugehen, egal woher sie kommen und egal, wie alt sie sind. Aber Fakt ist: Schwarze (oder nennen wir sie hier braune) Schafe gibt es überall. Wenn ein paar (medienwirksame) Personen, die zufällig auch Yogalehrende sind, Verschwörungstheorien anhängen, heißt das noch lange nicht, dass das etwas mit der allgemeinen Yogaszene zu tun hat. Dass Sinnsuchende auch immer narzisstisch sind, bezweifle ich stark. Vermutlich war es aber auch gar nicht so gemeint. Es wäre vielleicht ganz schön gewesen, wenn es einmal deutlich in dem Text rübergekommen wäre, dass Yoga Vidya oder einzelne Anhänger der Organisation nichts mit der gesamten Yogaszene zu tun haben … Für mich wäre es aber auch wichtig, dass Yogalehrende unabhängig von ihrer persönlichen, schwierigen wirtschaftlichen Situation die Lage betrachten könnten. Dass das schwierig ist, wenn die Existenzgrundlage weggebrochen ist und der Staat keine wirklichen Hilfen anbieten kann, verstehe ich auch. Ich persönlich sehe am Ende des Tunnels ein Licht. Ich bin in einem tiefen Vertrauen, dass wir auf das Ende dieser Pandemie zulaufen, auch wenn wir jetzt noch mal ein paar harte Wochen vor uns haben. Und ich habe auch kein Problem damit, mir ein Stäbchen in die Nase stecken zu lassen. Habe ich gerade gestern getan und das finde ich einfach in der aktuellen Situation nur respektvoll.

Im SZ-Magazin ist dieses geniale Interview erschienen. Du kannst es kostenfrei lesen. Das Thema beschäftigt mich zutiefst, da meine Kinder leider (noch) auf genau diesen Mist abfahren. Dieses Mädchen ist ein Knaller!

Mein Lieblings-Rezept für die kommende Woche findest du hier. Muss ich ausprobieren. Du auch?

Lauschangriff – kaum Lesestoff – vom 9. April 2021

Die Woche war kurz – und kalt. Ging dir das auch so? Ich hatte einen gewaltigen Auftrag Arbeit, der bis zum 9. April erledigt sein sollte und dachte dummerweise am Mittwoch, es sei noch Dienstag. Deswegen habe ich in dieser Woche hier auch nicht so viel zu sagen. 

Der längste Winter der Welt

Stattdessen haue ich in die Tasten und schiebe den Gedanken beiseite, dass kommende Woche ja auch schon Lockdown Nummer 3 beginnen könnte. Gefreut habe ich mich in dieser kurzen April-Woche allerdings darüber, dass ich obwohl ich es vorhatte, doch noch nicht die Winterjacken verräumt habe. Ist der Winter 2020/21 nicht irgendwie der längste, den wir je hatten? 

Die Angst vor dem Nichts und die Liebe für das Spiegelbild

Ich habe zwei Podcast-Empfehlungen. Die eine, weil ich am vergangenen Samstag einen Artikel zum Thema „Yoga und (christlicher) Glaube“ veröffentlicht habe. Vielleicht kennst du ja schon den Podcast „Unter Pfarrerstöchtern“. Die Schwestern Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT, und Johanna Haberer, Theologieprofessorin, sprechen über die Bibel. Sie räumen dabei auch gewaltig mit Klischees auf. Die aktuelle Folge heißt Protest gegen den Tod und beschäftigt sich mit den vielen Anstrengungen der Menschen, den Tod zu überwinden und dabei auch mit der Frage: Warum fürchten wir uns eigentlich vor dem „Nichts“? Spannend! Im Yogaeasy Podcast sprechen Kristin Rübesamen und Yogalehrerin Nina Heitmann, die ich persönlich für eine unfassbar schöne Goddess halte, über das Thema Body Positivity. Dass sie 1,58 Meter groß ist und damit „nur“ beziehungsweise „immer noch“ ganze fünf Zentimeter größer als ich, habe ich übrigens gar nicht gewusst. In dem Gespräch beschreibt Nina Heitmann einen schönen Trick, den sie ihrer achtjährigen Tochter beigebracht hat, wie man sich im eigenen Körper wohlfühlen kann …

Einfache Physik, schnelle Gnocchi

Hab ich eigentlich irgendwas gelesen diese Woche? Ich glaube kaum. Vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich. Ich habe mir Zeit für ein einziges Interview genommen, das ist allerdings schon von Anfang März. Mit Schrot & Korn spricht Meeresphysiker Stefan Rahmstorf über die Zusammenhänge von Grönlandeis, Golfstrom und Korallen und was wir tun müssen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten.

Eine schöne Rezeptidee kommt heute mal wieder von Bianca Zapatka. Weil eben alles so unheimlich schnell gehen musste, habe ich auf dieses Rezept zurückgegriffen. Und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich das gekocht habe.

Lauschangriff und Lesestoff vom 2. April 2021

Die Woche begann mit Sonne. Ich startete mit einer tiefen Yogapraxis am Montagmorgen in diese verrückte letzte März-Woche. Der März fühlt sich neuerdings unendlich lang an, oder? Schon der letztjährige hatte ja etwa 60 Tage. Zurück zu Montag, 29. März 2021: Ich konnte mich via Zoom zum Unterricht meiner früheren Lehrerin aus der Schweiz zuschalten. Jedes Mal ist Yoga üben mit ihr besonders; nie fühlt sich mein Körper so wie nach dieser Praxis. Früher sagte ich immer: Wenn sie in den Raum kommt, geht die Sonne auf. Sie ist auch der Grund, weshalb ich vor vielen Jahren beschlossen hatte, beim Yoga zu bleiben: Ich empfand pures Glück … und damals auch immer Muskelkater. Zoom-Yoga über 1400 Kilometer Entfernung hinweg also – ein schwacher Trost als Outcome einer Pandemie … Wie heilsam, denn diese Woche war auch geprägt von Déjà-vu Momenten anderer Art: Wann immer ich durch Nachrichten scrollte um zu lesen, was es aus dem Bundesland, in dem ich lebe, für Neuigkeiten gab, hätte ich mich am liebsten unter dem riesigen Berg Decken versteckt, mit dem meine Kinder Höhle spielen. Ich traf wieder die Entscheidung – genau wie Ende März 2020 – Nachrichten lieber nicht mehr täglich zu lesen. Stattdessen im Flow zu bleiben. Jeden Tag aufs neue beginnen, ohne zu wissen, was der nächste bringt. 

Ich weiß, dass ich hier in der letzten Woche den Podcast von Veit Lindau empfohlen habe, in dem er mit dem Autor und Lifecoach Lars Amend über die Liebe spricht. Die beiden haben den Spieß umgedreht: Nun hat Lars Amend in seinem Podcast „Auf einen Espresso mit Lars Amend“ den Lifecoach und Autor Veit Lindau interviewt. Auch das lohnt sich. Diesmal geht es vor allem um Schubladendenken, Persönlichkeitsentwicklung und die Geschlechter. Auch in diesem Gespräch geht es um die Macht der Worte. Veit Lindau erklärt, warum er glaubt, dass jetzt die Zeit gekommen ist, in der Männer und Frauen sich neu begegnen müssen und sich die Geschlechter endlich von den Fesseln ihrer Vergangenheit lösen sollen.

Von Sprache und wie sie Stereotypen entstehen lässt, erzählt auch Sprachwissenschaftlerin Susanne Olschewski in diesem Interview auf www.zeitpunkt.ch.

Und dann empfehle ich dringend den Podcast von Sophia Hoffmann und die Folge von Hoffmanns Küche, in der die vegane Köchin und Aktivistin mit Peter Duran, dem Betreiber des Berliner Cafés Isla Coffee, spricht. Es geht darin unter anderem auch um Kaffee. Ja genau. Das ist besonders wichtig, weil wir Kaffeetrinker beginnen müssen, zu verstehen, dass Kaffee ein Luxusprodukt ist. Wie erkennen wir, welche Unternehmen tatsächlich fair handeln, welche Unternehmen tatsächlich den Kaffeebauer nicht ausbeuten, was nötig ist, um Kaffee überhaupt auf unseren Tisch zu bringen und was wir selbst tun können, um dieses Luxusgut tatsächlich als solches wertzuschätzen. 

Am Mittwoch entschied ich mich dazu, die Kinder nicht in die Betreuung zu bringen, sondern mit ihnen zum Strand zu fahren. Wer weiß, wann wir hier oben wieder Temperaturen um die 20 Grad haben … im Mai? Es war ein wahnsinnig schöner Tag. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir stundenlang am Stück so viel Freiheit, so viel Spaß, so viel positive Energie aufgesaugt hatten. Alle waren glücklich. Die Kinder tobten durch den Sand. Stundenlang. Ich weiß, dass viele Menschen besonders in dieser Pandemie das Meer vermissen. Mir war nicht immer so schlüssig, warum. Denn das Bild von vollgestopften Stränden und Sonnenbaden war auch vor Corona nicht mein Ding. Aber diese Weite zu spüren, den Wind auf der Haut, den Sand unter den Füßen, das Wasser, dessen stechende Kühle sich bis in den hintersten Winkel meiner Muskulatur zog – das alles war so wohltuend. Wie Pranayama Praxis. Ich konnte meinen Kindern ansehen, wie sehr sie im Moment lebten. Abends spannte die Haut in meinem Gesicht, übermorgen habe ich bestimmt ein paar Falten mehr – egal. Der Tag war es wert. Ich habe natürlich auch schon im vergangenen Jahr die Nähe zum Meer schätzen gelernt. Diese Nähe zum Meer wiederum führt auch dazu, dass ich Opfer bringen muss. Meine Familie ist weit weg. Manchmal hätte ich in den letzten Jahren lieber in einem Haus in der Nähe meines Elternhauses gesessen und den Garten gejätet statt zum Meer fahren zu können … Ich wünsche mir, dass meine Kinder diese Nähe zum Wasser als besondere Erinnerungen ihrer Kindheit abspeichern. Und wenn das Meer gerade nicht in deiner Nähe ist, dann hilft dir vielleicht auch Yoga – mit einem besonders guten Lehrer – in den Bliss-Moment zu kommen …

In der Zeit habe ich diesen Bericht zum Thema Leben ohne Glauben gelesen. Es geht dabei um die Frage, ob der Mensch ohne Glauben leben kann. Wie die Suche nach dem Sinn des Daseins aussieht, wenn Religion keine Rolle mehr spielt. Um Glauben geht es übrigens auch am Samstag in meinem Beitrag hier auf dem Blog.

Mit dem wärmeren Wetter kommt bei mir wieder die Lust auf Overnight Oats. Dieses Rezept von greenkitchenstories.com hat mich dabei besonders überzeugt. Himmlisch, oder?

Wie auch immer – komm gut in dieses verrückte Osterwochenende.

Lauschangriff und Lesestoff vom 26. März 2021

Als es am Montagmorgen still in der Wohnung geworden war, dachte ich an den Frühling und daran, dass ein nächster Lockdown nur leichter werden könne … Weil ich ihn einfach zum größten Teil im Garten und draussen verbringen würde. Ich höre jedenfalls schon die Vögel singen. Das rettete mich über den Tag. Und ich fragte mich, ob ich so wie jetzt, während dieser Pandemie, in Krisenzeiten immer handeln würde? Ob der Mensch immer versucht, sein Leben möglichst normal weiterzuführen? Wie ist das, wenn man in einem Kriegsgebiet lebt, fragte ich mich. Bringt man auch dann die Kinder jeden Morgen zur Kita und in die Schule und die Hunde raus? Freut man sich über die Entwicklungsschritte des Babys, fährt man zur Arbeit, macht man einfach weiter? Wahrscheinlich schon. Ich weiß es nicht. Das besonders Verrückte an dieser Pandemie ist ja, dass wir nicht wissen, was danach ist. Bleibt das Leben „anders“? Ich finde gar nicht, dass es darum geht über richtig und falsch zu diskutieren, über zu wenig Impfstoff oder gar keine Impfung, über unsinnige, vernünftige oder nicht faire Beschlüsse der Regierung. Ich glaube, es geht darum, zu überlegen, was wir alle anders machen können, damit es überhaupt nicht mehr so weit kommt. „Man kann nicht alles haben“, ist ein blöder Spruch aber ich finde ihn je mehr ich darüber nachdenke, ziemlich gut. Irgendwann haben Menschen angefangen, zu glauben, sie könnten eben doch alles haben. Aber das stimmt nicht. Hier liegt das Problem. Irgendwas und somit auch wer bleibt immer auf der Strecke. Und so gilt es, für sich selbst festzulegen, was wirklich wichtig ist …

Auf der Internetseite https://www.zukunftsinstitut.de beschreiben Forscher vier mögliche verschiedene Szenarien, wie ein Leben nach der Pandemie aussehen könnte. Es ist interessant zu lesen und sich dann vielleicht ein Wunschszenario auszusuchen oder auch selbst auszumalen …

Pandemüde oder schlapp?

Das Süddeutsche Magazin hat ein Thema aufgegriffen, auf das ich vor zwei Wochen bereits hier in meiner Lauschangriff-und Lesestoff-Serie hingewiesen hatte. Da ging es um den Podcast mit Dr. Anne Fleck. Nun erzählt sie auch im Süddeutsche Magazin, ab wann wir bei Müdigkeit die Notbremse ziehen müssen. Sie sagt beispielsweise: „Wer sich pausenlos durch den Tag snackt, kommt nie in den wichtigen Prozess der Autophagie, in der der Körper Zellschrott recycelt. Wer dauernd isst, fordert Leber und Magen-Darm-Trakt zur ständigen Arbeit heraus. Der Körper kriegt keine Ruhe, es fehlt die Zeit der Regeneration.“ Das gilt übrigens auch für Kinder …

Unter Männern …

Dieser Podcast beinhaltet ein interessantes Gespräch unter Männern: Veit Lindau und Bestseller-Autor und Coach Lars Amend sprechen eineinhalb Stunden lang sehr offen und ehrlich über die Liebe, über Männer und darüber, wie die Liebe bleibt (vor allem was Veit Lindau dazu zu sagen hat, ist schön: Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber Liebe ist, wenn man das ehrliche Interesse daran nicht verliert, zu erfahren, warum die Meinung des anderen so ist, wie sie ist …) Lars Atmend stellt darüberhinaus die interessante Frage (ungefähr ab Minute 50), wie Männer in der heutigen Zeit eigentlich ihre männliche Energie beibehalten können, „ohne dass es gegen die Frau geht“. Ein aufschlussreiches Gespräch – bestimmt nicht nur für Männer. 

Auch dieses Gespräch ist eins unter Männern. Es geht um Rassismus. Die ehemaligen Nationalspieler Erwin Kostedde und Gerald Asamoah im Interview mit dem Zeit Magazin. Wichtig und berührend.

Exklusiv-Zeit

Jetzt kommt ein Bericht über zwei Mädels. Was Katja Kröger in ihrem aktuellen Artikel auf wasfürmich schreibt, kann ich gut nachvollziehen und diese Exklusiv-Zeit mit Mama ist für die Kinder wahnsinnig wichtig. Für meine Fünfjährige gibt es Exklusiv-Zeit in Nicht-Lockdown-Zeiten jeden Montag Mittag ab viertel nach eins. Da habe ich keine Termine, das Date mit ihr ist fest im Kalender eingetragen. Es tut ihr so gut. Und mir auch. Kürzlich war das Wetter mal besonders schlecht und wir haben einfach zusammen einen Film geschaut. Ich schaue kaum fern. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, dachte, das sei pädagogisch bestimmt jetzt totaler Mist – es war wunderbar. 

Wichtig aber nicht systemrelevant

Das hier ist nicht neu, sondern aus dem Februar, aber ich wollte es als kleine Erinnerung noch einmal hier erwähnen. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass manche Leute sich von dem Begriff „systemrelevant“ triggern lassen. Dabei heißt „nicht systemrelevant“ überhaupt nicht, dass der Job nicht wichtig oder gut ist. Kristin Rübesamen erklärt das sehr schön.

Ist Yoga systemrelevant? Nein, ist es nicht. Wir Yogalehrer können niemanden retten, bei dem die Lunge versagt.

Kristin Rübesamen, YogaEasy

Darum geht es bei diesem Begriff. Um nichts anderes. Und damit weiterhin Menschen gerettet werden können – übrigens nicht nur die, bei denen die Lunge versagt, sondern alle, die in ein Krankenhaus müssen, dort liegen oder Gefahr laufen, dort zu landen, sind auch beispielsweise Erzieher/innen systemrelavent, denn die Kinder der Menschen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten, müssen schliesslich betreut werden. Dann brauchen wir auch noch was zu essen, sonst läuft gar nichts. Punkt. Das ist es eigentlich. Ziemlich simpel. Das heißt aber nicht, dass deine Arbeit oder du nicht wichtig (b)ist. 

Quinoa-Eier?!?

Und jetzt kommt das, worauf ich mich schon freue, wenn die Osterfeiertage, neudeutsch: Ruhetage, äh oder jetzt doch nicht, eintreten. Danke Lynn, das Rezept kommt wie gerufen und ist endlich mal was anderes als all die Rezepte über vegane Osterideen, die es sonst so gibt. Ich habe gepoppten Buchweizen zuhause, klappt damit bestimmt auch. 

https://de.heavenlynnhealthy.com/knusprige-ostereier-mit-quinoa/

In den nächsten Tagen werde ich viel aufschreiben, Yoga üben, Gewichte stemmen (weil mir das gerade so gut tut) und Over Night Oats vorbeireiten. Und das Rezept dazu verlinke ich dann nächste Woche.

Lauschangriff und Lesestoff vom 11. März 2021

Am vergangenen Mittwoch war ich seit langem mal wieder mutig. Ich habe mich bei der DKMS als Stammzellenspenderin registrieren lassen. Das wollte ich schon lange machen, habe es, wie so vieles, was man eigentlich tun sollte, stets vor mir hergeschoben und dann durch einen Impuls aus dem Bekanntenkreis endlich die Internetseite aufgerufen. 2014 habe ich eine Freundin durch Blutkrebs verloren. Spätestens da war das Thema Stammzellenspende in meinem Leben immer wieder präsent. Blut spenden kann ich nicht – ich bringe das Mindestgewicht nicht auf die Waage. Bei der Stammzellenspende ist das allerdings anders. Ich habe trotzdem jahrelang die blödesten Ausreden gefunden, um das Thema vor mir herzuschieben. Diesen Winter habe ich das Buch „Der Chemoritter am Küchentisch“ gelesen. Es erzählt die wahre Geschichte einer Mutter, deren Sohn im Alter von fünf Jahren an Blutkrebs erkrankt. Da war es dann wieder ganz präsent. Vielleicht auch weil meine Tochter im gleichen Alter ist. Ich bin nicht immer mutig. Aber nun war ich es irgendwie leid, mir stets nur vorzunehmen, Gutes zu tun, um mich dann wieder in meinem geschützten Raum zu verkriechen und es auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.  Ich habe noch etwa 13 Jahre lang Zeit, einem Menschen durch eine Stammzellenspende das Leben zu retten. Dann bin ich zu alt dafür. Ich gehe davon aus, falls ein Anruf kommt und ich für eine Spende in Frage kommen würde, tut es auch nicht weh, den letzten Schritt zu gehen. Ein neuer Podcast ist auf dem Markt: Do your thing beschäftigt sich – wie sich vermuten lässt – damit, wie man eben sein Ding machen kann. Dabei waren in den ersten Folgen beispielsweise Basketballstar Dirk Nowitzki, Model Sara Nuru und in der aktuellen Folge mein langjähriger Freund, Speaker, Motivator und Autor Balian Buschbaum zu Gast. Balian Buschbaum erklärt im Gespräch mit Moderatorin Lisa Augenthaler, wie Ängste bei uns im Kopf entstehen, wenn wir uns auf den Weg zu etwas machen. „Zweifel entstehen dann, wenn das Umfeld uns mit deren Ängsten konfrontiert.“ „Da könnte was schiefgehen …“, durch diesen Satz nehmen wir Ängste an, die gar nicht zu uns selbst gehören. Im Gespräch geht es auch darum, wie es ist, wenn man sich die Penisgröße aussuchen kann und warum Mut der Weg zur Freiheit ist …

Yoga intensiv …

Falls du wie ich, Yogalehrer bist, aber doch meistens vergisst, mal auf der Seite des BDY, dem Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V., vorbeizuschauen, kann ich dir diesen Text von Yvonne Thillmann empfehlen. Sie hat das Konzept „Yogaintensiv“ erarbeitet, in dem es darum geht, eine individuelle, zum Alltag passende Yoga-Praxis im Einzelunterricht zu entwickeln, die den Teilnehmenden stärkt und die Fähigkeiten entwickeln lässt, mit Krisen besser umgehen zu können. Auch und vor allem in Pandemie-Zeiten; es ist also ein Konzept, das du im Online-Einzelunterricht anwenden kannst.

Feminismus konstruktiv

Natürlich kam ich in dieser Woche nicht daran vorbei, mich mit dem Thema Feminismus zu beschäftigen. Du weißt ja, Weltfrauentag … Ich gehöre auch zu den Menschen, die es traurig finden, dass so etwas wie ein Weltfrauentag überhaupt existieren muss, schließlich gibt es ja auch keinen Weltmännertag, Oder habe ich das einfach nur verpasst? Jedenfalls ist mir sehr klar und bewusst, dass Feminismus wichtig ist und dass es auf dieser Welt viel zu viel Gewalt und Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen gibt. Ich weiß auch, dass, hätte es keine radikalen Feministinnen gegeben, es mir heute nicht so gut gehen würde. Vielleicht hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, ein Studium wie das der Sportwissenschaften, zu absolvieren. Wer weiß das schon? Aber ich finde es wichtig, sich selbst die Frage zu stellen, was man eigentlich für den Feminismus tut, bevor man sich mit dem Titel Feministin schmückt, weil er einfach schick geworden ist. Ich sehe das ähnlich wie die Autorin Beate Hausbichler, die in ihrem Buch „Der verkaufte Feminismus“ darüber schreibt, wie es ist, wenn aus einer politischen Bewegung eine schöne Idee für die Vermarktungsmaschinerie wird. Auf Deutschlandfunk Kultur gab es bereits am 25. Februar eine Buchkritik dazu, du kannst hier immer noch reinhören. Am diesjährigen Weltfrauentag berichtete rbb über das Buch. 

Hausbichler beginnt das Buch mit der Beschreibung einer Szene beim W20 Gipfel in Berlin, als Christine Lagarde, Ivanka Trump, Königin Máxima, Chrystia Freeland und Angela Merkel die Frage gestellt wurde, ob sie Feministinnen seien. Alle hoben wie selbstverständlich die Hand, nur eine nicht. Angela Merkel zögerte und sagte: „Also ich habe keine Angst. Wenn Sie finden, dass ich eine Feministin bin – stimmen Sie ab. Ich möchte mich nicht mit dieser Feder schmücken.“ Damit war sie die einzige, die eigentlich verstanden hatte, was es bedeutet, Feministin zu sein. Nämlich unangenehme Kämpfe auszutragen für eine bestimmte Sache, die dazu dienen soll, dass gleiche Lebensbedingungen für alle hergestellt werden können. 

Wenn sich also Ivanka Trump und Beyoncé als Feministinnen bezeichnen, muss man sich doch eigentlich fragen, ob sie da etwas falsch verstanden haben oder ob sie den Begriff einfach nutzen möchten, weil es offenbar für die erfolgreiche Frau zum guten Ton gehört. „Was genau war nochmal deren Dienst an der Sache der Gleichstellung?“, fragt Hausbichler. Besonders spannend und aufschlussreich ist übrigens auch der Bericht „Feministischer Kampftag: Was gibt es da zu feiern?“ auf derstandard.de

Achtsamkeit intuitiv …

Einen tollen Beitrag zum Thema Achtsamkeit hat Was-für-mich-Autorin Katia Kröger in dieser Woche geschrieben. Es ist wirklich spannend, was sie durch ihr MBSR-Training gelernt hat, nachdem sie während der Corona-Pandemie im Familiendschungel irgendwann kurz davor war, die Nerven zu verlieren. Tja, das Thema Multitasking kommt auch darin vor. Irgendwann in der Neuzeit hat es sich plötzlich gut angehört, wenn man sagen konnte, man sei „multitasking-fähig“. In Wahrheit ist „Multitasking“ das Gegenteil von achtsamkeits-fähig und ein Riesen-Problem unserer Gesellschaft … Aber lest selbst.

Letzte Woche habe ich wahrscheinlich vor lauter Multitasking ganz vergessen, das Rezept zu verlinken. Hier gibt es eins von einer meiner liebsten Food-Bloggerinnen.

Lauschangriff und Lesestoff vom 19. Februar 2021

Ich überlegte kurz, ob ich die Woche unter das Motto „Hart aber herzlich“ setzen sollte – dann fand ich das ein bisschen übertrieben. Sie war definitiv anstrengend, ich hatte ein paar Aufträge, die mehr Zeit für sich in Anspruch nahmen, als erwartet, ich sass bis nachts am Schreibtisch, plötzlich gab es Termine einzuhalten und dann auch noch einen Geburtstag zu feiern. Zwischendurch immer wieder die Frage: Ist das unsere letzte gefühlte „Lockdown-Woche“ gewesen?

Regelbetrieb?!

Am Montag beginnt in Schleswig-Holstein der Regelbetrieb in den Kitas. Das ist definitiv ein Grund, aufzuatmen. Was ich mache, weiß ich noch nicht. Kita ja oder nein? Ich hatte dasselbe Gefühl schon beim ersten Lockdown. Plötzlich sollte alles wieder einigermaßen „normal“ ablaufen (dazu gleich mehr), und ich fragte mich, ob ich das schon aushalten würde … Sowohl meine Kinder als auch ich glauben, dass ein paar Stunden Kita in der Woche hier allen guttun würden. Also los. Ich bin gespannt, wie sich dieses halbwegs auf „normal“ getrimmte Leben dann wieder anfühlen wird. Und ob so etwas wie „normal“ überhaupt jemals wieder „normal“ sein wird. Und dann kam noch mal der Schnee. Total skurril. Wir haben hier oben lange auf ihn gewartet, während ganz Deutschland unter einer tiefen Schneedecke versunken war. Am Montag schneite es so, als wollte der Winter sich in all seiner Schönheit verabschieden. Es schneite und schneite. Von Montagnachmittag bis Dienstagmorgen. Den ganzen Dienstag war er da, der Schnee. Dann verabschiedete er sich. Und ich bin ganz sicher: Jetzt kommt der Frühling. Hier noch schnell ein paar wenige Lese- und Lauschtipps aus meiner Woche.

Wie definieren wir „sportlich“?

Schon am Samstag erschien der Artikel „Was ist ein sportlicher Körper“ von Sheila Ilzhöfer auf Fuck Lucky Go Happy und ich kann dazu nur sagen: Lest das. Sheila Ilzhöfer hat damit vielen aus der Seele gesprochen, sie hat ein Thema angestossen, dass mich als Sportwissenschaftlerin sehr beschäftigt. Ich weiß (noch) nicht, wie Sportunterricht heutzutage in Schulen abläuft, aber so wie das damals war, bringt es leider nichts. Würden sich Lehrer gegenteilig verhalten, könnten sie die Begeisterung für Bewegung bei nahezu allen Kindern wecken und somit einen massiven Beitrag zur Gesundheit leisten. Ich bin davon überzeugt, dass es für jeden Menschen eine Bewegungsform gibt, die ihr oder ihm Spaß macht. Auch als Sportwissenschaftlerin lese ich so einen Beitrag mit ganz viel Bauchschmerzen. Es ist unter anderem ein Grund dafür, warum ich jetzt Kinderyoga unterrichten will und Kindern vermitteln möchte, dass sie, wenn sie nur wollen, nahezu alles (sein) können. Allerdings finde ich grundsätzlich, dass Lehrer/innen Schüler/innen niemals bloßstellen dürfen. Egal in welchem Fach. Passiert das vor der Tafel, beginnen wir eine Angst vorm Sprechen vor Menschen zu entwickeln, passiert es im Sportunterricht, glauben wir, wir seien unsportlich. Pädagogisch kann das nicht wertvoll sein.

Yogis kennen Wanda Badwals Podcast Yoga beyond the Asana natürlich. Wandas Gespräche bleiben nie an der Oberfläche und in dieser Woche hat sie mit dem Erfolgstrainer und Speaker Maxim Mankevich gesprochen. Wandas Frage, wie wir eigentlich sensibler werden, mehr sehen, fühlen, feine Schwingungen wahrnehmen, ist mir dabei besonders aufgefallen. Die Antwort war einfach: In der Stille spricht das Universum zu uns. Aber auch: Wir brauchen Vorbilder, wir brauchen Inspiration. Traurig war die Antwort von Mankevich auf Wandas Frage, was wir brauchen, damit in unserer Gesellschaft ein Bewusstseinswandel stattfinden kann: Schmerz, sagte er.

Dazu passt dieser schöne Artikel, den der Schweizer Kolumnist und Bühnenkünstler Linard Bardill vergangene Woche in der Tageszeitung „Südostschweiz“ und auch auf seinem Blog veröffentlich hat. Alle wollen zurück zur Normalität, aber eigentlich doch nicht, oder? Denn die Normalität, war sie richtig?

Zurück zu „normal?“

Wie eine neue Normalität aussehen müsste, steht auch auf netzfrauen.org – der Artikel ist bereits im letzten Sommer erschienen. Darin erklärt Primatenforscherin Jane Goodell, was wir anders machen müssen, wenn wir aus der Corona-Krise lernen wollen. Sie sagt: „Wir haben uns das selbst zuzuschreiben, weil wir Tiere und Umwelt absolut nicht respektieren. Unsere Respektlosigkeit gegenüber wilden Tieren und unsere Respektlosigkeit gegenüber Nutztieren hat diese Situation geschaffen, in der Krankheiten auf den Menschen übergreifen und ihn infizieren können“.

Hier noch ein kurzer Text aus dem Zeit Magazin – ich bin nur darüber gestolpert, weil mir der erste Satz direkt ins Auge gesprungen ist: Wusstest du, dass der erste Unverpackt-Laden in Kiel eröffnet wurde?! Nun lebe ich ja seit knapp drei Jahren in Kiel und außer den Menschen, die ich wirklich hier sehr unaufgeregt und sympathisch finde, mag ich die Nähe zum Meer, meinen tollen Biomarkt und … dann fällt mir schon nicht mehr so viel ein, was andere Städte nicht auch zu bieten hätten. Und ich finde: das ist auch genug, um sich irgendwo wohlzufühlen. Aber jetzt also: Der erste Unverpackt-Laden! Ich war für zwei Sekunden tatsächlich ein bisschen stolz – dabei habe ich damit überhaupt nichts zu tun, das ist irgendwie lustig, oder? Und ich wette, Kiel hat noch viel mehr zu bieten – einen niedrigen Inzidenzwert auch übrigens. Aber trotzdem: Der erste Unverpackt-Laden in Deutschland! Knaller. Ich habe den ersten Unverpackt-Laden meines Lebens 2015 in San Francisco betreten. Unverpackt-Läden: ja, gerne mehr davon!

Her mit den Linsen!

Ich esse kein Fleisch, aber bei mir stehen mindestens einmal in der Woche Linsen auf dem Tisch – hier steht warum (inklusive Rezeptideen). Und dabei – ist ja klar – verlasse ich auch mal kurz das Regional-Prinzip. Aber auch das hat einen Grund: Hülsenfrüchte sind super-wichtig wenn es um die Bodenverbesserung geht. Über die Wurzeln binden sie Stickstoff im Boden, was den nächsten Kulturen in der Fruchtfolge zu Gute kommt. Und: sie zwingen den Landwirt zu einer abwechslungsreichen Fruchtfolge. Warum das so ist, steht hier. Und vielleicht werden sie ja auch irgendwann wieder zu einem regionalen Produkt.

Winter-Panzanella … klingt gut und schmeckt

Das Rezept dieses Winters heißt bei mir Winter Panzanella. Panzanella ist eigentlich ein Sommergericht. Und dementsprechend erfrischend sind im italienischen Original auch die Zutaten. Das geht natürlich nicht im Winter. Ich brauche Wärmendes. So gesehen hat meine Winter-Version also nicht wirklich etwas mit dem Original zu tun … wenn man einmal davon absieht, dass auch ich altes oder übrig gebliebenes Brot verwende. Aber weil mir der Name Panzanella so gut gefällt, habe ich ihn übernommen. Das Wichtigste ist: Dieser warme Wintersalat ist vegan, schmeckt auch Fleischessern, nährt und wärmt. Ich liebe ihn. Er steht fast jede Woche hier auf dem Tisch.

Panzanella ist eigentlich der Name für einen toskanischen Brotsalat. Im Original ist es ein Salat aus Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Gurken und Kräutern wie Basilikum. Dazu kommt altbackenes Brot, das eingeweicht wird bevor es zum Salat gegeben wird. Angeblich haben Fischer das Brot früher einfach ins Meer getunkt … Im Sommer ist die Variante mit den kalten Zutaten sicher super und ich werde das ganz bestimmt mal ausprobieren – allerdings ohne das Brot im Meerwasser einzuweichen ;-); aber meine Winter Panzanella mache ich mit Reis (damit auch wirklich alle satt werden), Grünkohl, Ofengemüse und altem, ganz dünn geschnittenem gerösteten Brot aus der Pfanne als Knusper-Topping.

Warmer Salat mit geröstetem Brot – so schmeckt das Wintergemüse

Dazu gibt es ein Dijon-Senf-Dressing. Die Kombination aus warmem Ofengemüse, Reis und Grünkohl schmeckt mir richtig gut. Ich verwende Süßkartoffel, Topinambur, gelbe Beete, Kohlrabi und Karotten. Die werden in ordentlich Olivenöl mariniert und kommen dann in den Backofen bis sie richtig knusprig sind. Der süssliche Geschmack der Süßkartoffel und der gelben Beete passt so toll zu dem Grünkohl und dem Dressing – du kannst aber natürlich nahezu jedes Gemüse nehmen.

Zutaten: (für 2 Personen)

200 g Vollkorn-Reis

2 EL Sonnenblumenkerne

1 Süßkartoffel

3 Knollen Topinambur

3 Karotten

2 Knollen gelbe Beete

100 g Grünkohl

1/2 Kohlrabi

altes Brot (Vollkorn oder Weißbrot nach Belieben)

Meersalt

3 EL Olivenöl

1 EL Kokosöl

Für das Dressing:

3 EL Olivenöl

1 EL Apfelessig

1 TL Dijonsenf

1 TL Ahornsirup

Zubereitung

Zuerst das Gemüse putzen, schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Alles mit Olivenöl und etwas Meersalz mischen und dann für etwa 45 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen rösten. In der Zwischenzeit wasche und massiere ich einmal den Reis etwas durch. Dann gebe ich die 1,5-fache Menge Wasser dazu und gare ihn schonend. Das dauert etwa genauso lange wie das Backofengemüse. Nun ist genug Zeit, den Grünkohl ebenfalls zu waschen. Auch den massiere ich einmal durch und gebe dabei etwas Salz hinzu. So wird er weicher. Stelle ihn dann in einer Schüssel zur Seite, damit du ihn zum Schluss mit den warmen Zutaten mischen kannst.

Danach röste ich Sonnenblumenkerne bis sie goldgelb sind. Auch die stelle ich zur Seite. Nun ist das Brot an der Reihe. Hier ist alles möglich, ich habe sowohl bereits dunkles Vollkornbrot genommen als auch Weißbrot. Ganz dünne Scheiben schneiden, mit viel Olivenöl oder Kokosöl beträufeln und gehacktem Knoblauch bestreuen. Bei mittlerer Hitze rösten. Ich röste es an bis es richtig knusprig ist. Nun ist Zeit, das Dressing zuzubereiten. Alle Zutaten hierfür einfach mischen. Dann kommt der Reis, das Backofengemüse und der Grünkohl zusammen in eine große Schüssel. Dressing dazu und alles gut vermischen. zum Schluss kommt das Topping: Geröstete Sonnenblumenkerne und Brot. Und dann: Buon Appetito.

Lauschangriff und Lesestoff vom 22.1.2021

Schon im Februar 2019 titelte das i-D Magazin: „Die Wellness-Industrie hat ein Problem mit Diversität“. „Wellness und Weißsein sind in der westlichen Gesellschaft zum Synonym geworden“, heißt es da. Der Artikel hatte mich hart aus meiner rosaroten Yogablase gerissen. Dabei war es mir in Kalifornien, wo ich meine Yogalehrer-Ausbildungen absolviert hatte, natürlich auch schon aufgefallen: Immer mal wieder begegnete ich auch Yogalehrern und -schülern mit dunkler Hautfarbe. Aber selten. Einer meiner Lehrer war Arturo Peal, er ist dunkelhäutig und ich habe mir natürlich nie Gedanken darüber gemacht. Dass heißt aber auch, dass ich ihn nie darauf angesprochen habe, dass es in der Yogaszene, die mir bekannt ist, doch recht wenige People of Color gibt und wie er sich eigentlich damit fühle. Eigentlich hätte ich das tun müssen. Dass ich es nicht getan habe, sondern dieses Thema verschwiegen habe, zeigt eigentlich nur, wie wenig Weiße über Rassismus wissen, auch wenn sie von sich selbst behaupten, es natürlich nicht zu sein. Stefanie Luxat hat das sehr schön in einem Artikel zum Thema Rassismus auf ihrem Blogmagazin Ohhhmhhh ausgedrückt: „Du stellst dich deiner Scham, doch nicht so viel zum Thema Rassismus zu wissen, wie du immer dachtest.“ Das ist es wohl. Wie so oft hatte sie ein Gefühl mit den richtigen Worten beschrieben. In dem Artikel aus dem i-D-Magazin schrieb Stacie Graham, die Gründerin von OYA: Body-Mind-Spirit Retreats: „Schwarze Frauen und Women of Color nehmen sich selbst nicht als die Zielgruppe von Wellness wahr.“ Dieser Satz hatte mich tief berührt. Und wahrscheinlich auch beschämt. Und die Frage, was ich als weiße privilegierte Yogalehrerin tun kann, um das zu ändern, ist immer noch unbeantwortet. In dieser Woche hat Yeama Bangali auf rosamag über das Thema geschrieben. Dass Wellness für jeden eine eigene Definition hat, ist ebenso wichtig zu erkennen. Bangali schreibt: „Es ist okay, wenn du nicht um 6:30 Uhr für eine Yoga-Einheit aufstehen, den gesunden Grünkohl-Smoothie schlürfen willst oder dich der Gedanke an Meditation eher stresst. Was dir gut tut, ist das Richtige für dich.“

Lockdown-Tipps? Her damit!

Der Podcast „Die friedvolle Geburt“ widmet sich in seiner neuesten Ausgabe dem Thema „Herausforderungen im Lockdown für Familien“. Kristin Graf interviewt dazu die Lerntherapeutin Jovita Bose. Tja, was soll ich dazu sagen, ein paar Tipps können wir sicher alle gut gebrauchen. Sehr spannend finde ich auch die Arbeit des Deutsch-Dänischen Instituts für Familientherapie. Ich habe den Podcast „Die friedvolle Geburt“ hier schon mal vorgestellt und erwähne ihn gerne wieder, weil ich vermute, dass Menschen, die nicht gerade kurz vor einer Geburt stehen, nicht immer daran denken, reinzuhören. 

Yoga und Aktivismus

In dieser Woche habe ich noch einen besonderen Podcast-Tipp. Die Yogalehrerin und Redaktionsleiterin von Fuckluckygohappy Ulrike Schäfer spricht im aktuellen Podcast von studio36 über ein wahnsinnig spannend und brennend heißes Thema: Was hat Yoga mit Aktivismus zu tun? Und wie verhilft uns Spiritualität dabei, positiv gestimmt ins neue Jahr zu gehen? Ulrike Schäfer erklärt, warum sie sich als Yogini natürlich Sorgen um die Klimakrise macht und warum es so wichtig ist, dass Aktivisten sich gut um sich selbst kümmern. Außerdem erzählt sie, was ihr während der Corona-Krise bis jetzt dabei geholfen hat, locker zu bleiben. Das war nämlich nicht immer unbedingt Yoga, sondern TRX-Training, High Intensive Training und Tanzen. Die Routinen aufzubrechen, helfe, um festzustellen, was man gerade eigentlich braucht.

Nicht mein Gemüse!

Gemüseabteilung made in America

Dieses Foto hier habe ich aufgenommen, als ich im Januar 2014 in die USA gezogen bin und dort dann das erste Mal in einen Supermarkt marschierte. Es hatte mich belustigt und schockiert gleichermaßen; ich schickte es meinen Freunden nach Deutschland als ersten Gruß und musste dabei schmunzeln. Wie grauenvoll es ist, wußte ich natürlich damals schon. Es war übrigens für mich der Beginn eines Lebens, in dem ich ausschließlich Obst und Gemüse in Bioqualität kaufen wollte – eine Konsequenz, die tatsächlich aus meiner Zeit in den USA entstanden ist und von einigen meiner Bekannten vermutlich als ein bisschen radikal eingestuft wird. Dieser aktuelle Artikel auf Schrot und Korn erklärt deutlich, warum ich diese Entscheidung getroffen habe und auch in Deutschland nicht davon abweichen möchte. Ich bin sehr froh und schätze es, dass ich – seit wir in Kiel leben – direkt bei einem wahnsinnig guten Biobauern einkaufen kann. Dort durfte ich das Gemüse sogar schon selbst ausbuddeln. Mir ist es ziemlich egal wie krumm und schief eine Karotte aussieht. Diese Erkenntnis sollte wirklich ziemlich schnell in jeden einzelnen Kopf kommen – vor allem in diejenigen Köpfe, die sich um  die Bestimmungen des Lebensmitteleinzelhandels kümmern.

Beim Lob übertreiben …

Nun aber schnell noch ein Thema, bei dem wir uns ein bisschen entspannen können: Im Interview des Süddeutsche Magazins mit dem Geschmacksforscher Maik Behrens geht es darum, wie wir gesunde Lebensmittel in unsere Kinder reinkriegen. Er sagt, wir sollten dabei bloss nicht die Geduld verlieren, niemals Zwang mit einem Lebensmittel verbinden aber durchaus hartnäckig dabei bleiben, wenn es darum geht, etwas zum Probieren anzubieten. Er sagt dabei so schön: „Es ist übrigens auch erlaubt, ein bisschen zu übertreiben mit dem Lob des Brokkolis, um so die Neugier der Kinder für Lebensmittel zu wecken, die zu einer gesunden Ernährung beitragen können.“ Darin bin ich tatsächlich ziemlich gut …

Ich bin ein Fan von selbstgemachte Granola und Frühstück mit Abwechslung. Hier also noch schnell ein Frühstückstipp, da kommst du aus dem Oh und Ah sagen gar nicht mehr raus. Übertreiben ist also nicht notwendig. Hab ein schönes Wochenende.

Neue Liebe: Buchweizen-Pfannkuchen ohne Zucker

Hier gab es schon lange kein Rezept mehr – vielleicht liegt es daran, dass sich kaum etwas hier fotografieren lässt bevor es in hungrige Mäuler wandert. Jetzt kommt aber ein Rezept für die leckersten Lockdown-Pfannenkuchen – gesund, vegan, glutenfrei und ohne Zucker. Kann nicht schmecken? Doch! Ich könnte sie täglich essen. Am liebsten wenn sie noch ganz warm sind …

Der Teig besteht aus der Basis Buchweizenmehl und dieses Mehl kann wirklich was. Buchweizen klingt zwar nach Getreide, ist aber keins. Er ist ein Pseudogetreide, genau wie Amaranth und Quinoa. In Frankreich und den USA werden Pfannkuchen häufiger und schon lange aus Buchweizenmehl gemacht – das ist also keine neumodische Erfindung.

Was ich an diesen Pfannkuchen besonders gut finde: sie schmecken wirklich süß genug und kommen ganz ohne zugesetzte Süßungsmittel aus. Ideal also, wenn du gerade etwas weniger Zucker essen möchtest aber mal ein leckeres Komfort-Food brauchst. Sie gehen schnell und lassen sich in der Pfanne auch einfach wenden. Lockdown-Volltreffer.

Kleiner Glücksmoment …

Rezept

Zutaten:

150 g Buchweizenmehl

200 ml Hafermilch

1 kleine Banane

1 EL Cashewmus

1 Messespitze Backpulver

1 Prise Meersalz

optional: gefrorene Blaubeeren

optional: eine Prise Vanillepulver

Kokosöl zum Backen

Zubereitung:

Die Banane mit dem Cashewmus zusammen zerdrücken und mischen bis eine klebrige, homogene Masse entsteht. Hafermilch unterrühren und dann Buchweizenmehl, Backpulver und Salz hinzugeben. Alles gut verrühren bis der Teig glatt ist. Optional kannst du auch noch ein paar gefrorene Blaubeeren hinzugeben.

Nun eine Pfanne mit Kokosöl auf mittlerer Stufe erwärmen und für jeden Pfannkuchen einen gut gefüllten Esslöffel Teig in die Pfanne geben. Nach etwa drei Minuten die Pfannkuchen wenden und noch eine kurze Zeit lang auf der anderen Seite nachbacken. Fertig.

Gesundes Snickers-Porridge

Ich habe es versprochen. Im November passiert hier ein bisschen mehr auf dem Blog. In Zukunft gibt es neben dem wöchentlichen Post, der das Wochenende bei einer Tasse Kaffee einläuten kann, zwei neue Formate. Ich bin kein Foodblogger und will auch keiner werden. Trotzdem werde ich nun auch öfter einige meiner Lieblingsrezepte hier posten. Sie sind gesund oder alternativ-gesund, meistens vegan (wenn sie nicht vegan sind, ist die einzige nicht-vegane Zutat Honig) und immer lecker – was logischerweise Geschmacksache ist. Das andere neue Format ist meine wöchentliche Leseempfehlung. Das Rezept gibt es einmal im Monat. Heute stelle ich Dir das vegane Snickers-Porridge vor. Klingt gut, oder? Ist es auch!

In der kalten Jahreszeit geniesse ich warmes Frühstück so richtig und auch wenn es manchmal etwas aufwendiger ist, lohnt es sich, denn ich geniesse dann jeder Bissen. Dieses Porridge hier ist gar nicht aufwendig und in etwa zehn Minuten zubereitet – wenn du am Abend vorher daran gedacht hast, die Datteln kleinzuschneidend und in etwas Wasser über Nacht einzuweichen… Für mich schmeckt es ein bisschen so wie Snickers – das letzte Snickers meines Lebens ist allerdings sehr lang her, daher würde ich es mal so sagen: Ich stelle mir vor, dass Snickers ungefähr so schmeckt. Wahnsinnig schokoladig, wahnsinnig erdnussig – eine Kombi, die eben einfach richtig gut ist. In diesem Fall sogar gesund. Irre, oder?

Rezept für Snickers-Porridge

45 g Haferflocken

180 ml Hafermilch oder andere pflanzliche Milchalternative

1 EL Cashewmus

1-2 Medjool-Datteln

1 TL Kakaopulver

Erdnüsse

etwas Wasser zum Einweichen der Datteln

Weiche die kleingeschnittenen Datteln am Vorabend über Nacht oder aber mindestens für zwei Stunden in etwas Wasser ein. Am nächsten Morgen mischst du das Cashewmus mit der Dattel-Pampe und pürierst alles zu einer glatten Masse. Haferflocken in 180 ml Milch zum Kochen bringen. So lange weiterköcheln lassen bis der Hafer die richtige Konsistenz erreicht hat. Das Cashew-Dattelmus unterrühren. Kakaopulver unterrühren und noch einmal kurz mitköcheln lassen. 

In der Zwischenzeit die Erdnüsse hacken und dann in der Pfanne kurz anrösten. 

Über das Porridge geben. Dazu passen: Granatapfelkerne, Bananenscheiben, Blaubeeren und Kokosraspel.

Nächsten Monat gibt es natürlich ein Rezept für die zuckerarme Weihnachtsbäckerei.