Schlagwort: Weihnacnhten

Lauschangriff und Lesestoff vom 11.12.2020

Diesmal brauche ich deine Hilfe. Denn diese Woche lief überhaupt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich habe kaum gelesen, kaum mitbekommen, welche Podcasts veröffentlicht wurden. Nachrichten? Was ist das? Daher freue ich mich, wenn du mir diesmal sagst, was ich verpasst habe. Von Sonntag an war ich damit beschäftigt, die Temperatur meiner hochfiebernden Fünfjährigen zu senken und habe – ehrlich gesagt – auch sonst nicht viel hinbekommen. Das hohe Fieber dauerte vier Tage und lies sich kaum regulieren. Der kleine kluge Körper machte, was er für nötig hielt – das ist ja eigentlich eine gute Sache, kann aber ein bisschen beängstigend sein. Vor allem dann, wenn alle fiebersenkenden Maßnahmen nicht funktionieren … Nun springen hier wieder zwei gesunde Kinder durch die Wohnung. Meine Güte, bin ich dankbar.

Kindergarten-Aktivismus

Vor ein paar Wochen habe ich der Kitaleitung meiner Tochter eine Mail geschrieben, in der ich fragte, ob in diesem Jahr irgendjemand auch mal gesagt hätte, was die Erzieher der Einrichtung alles gut machten. Oder ob immer nur gemeckert würde? Ich habe geschrieben, dass ich das auch gerne mal bei nächster Gelegenheit unter den anderen Eltern ansprechen möchte. Denn ich bin ein bisschen müde von dem „Kindergarten-Aktivismus“, der mir in diesem Jahr häufiger begegnete, obwohl doch allen klar sein muss, wie schwer das Jahr auch für Erzieher war. Die Einrichtung, in die meine Tochter geht, ist eine kleine Einrichtung, die sich sehr viel Mühe gibt. Meine Tochter geht gerne hin und vielleicht habe ich deswegen auch leicht reden. Aber wenn Eltern anfangen, zu maulen, dass sie sich mehr Aktionen wünschen, dass die Kinder zu viel freie Spielzeiten hätten und zu wenig gebastelt, trompetet oder was auch immer getan wird, sich dies und das gewünscht wird, kriege ich angesichts der Probleme, die es auf dieser Welt wirklich zu lösen gäbe, graue Haare. Und dann stolperte ich über diesen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Es ist ein Bericht, der beschreibt, wie überlastet die Erzieher/innen in Deutschland sind und welch hohem Stresspegel sie sich im Vergleich zu anderen Ländern ausgesetzt fühlen. Im Artikel von Edeltraud Rattenhuber geht es vor allen Dingen um die Ergebnisse der Studie „Talis Starting Strong“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Befragt wurde Kita-Personal in insgesamt neun Ländern, neben Deutschland auch in Dänemark, Norwegen, Island, der Türkei, Israel, Chile, Südkorea und Japan. Wir haben in unserem Land einen massiven Mangel an Fachkräften und auch Einrichtungen. Und obwohl Deutschland zu den Ländern zählt, deren Fachkräfte besonders gut ausgebildet sind, fühlten sich die Erzieher/innen hierzulande häufig nicht ausreichend gerüstet. Zum Glück hat die Pandemie dem ganzen Land vor Augen geführt, wie wichtig Einrichtungen sind und ich hoffe, dass auch deutlich geworden ist, was Erzieher so alles leisten. Denn wenn Eltern die eigenen Kinder schon nervig finden, könnte man sich ja manchmal fragen, wie anstrengend es für andere sein muss, auf diese Kinder aufzupassen …

Frohe Weihnachten??!!

Wenn ich zu nicht viel komme, dann lese ich – das ist ja sicher schon bekannt – vor allen Dingen zwei deutschsprachige Blogs besonders gern. Den einen, weil er sich eben mit dem Leben mit Kindern beschäftigt, den anderen, weil er so wunderbar auf die schönen und wichtigen Dinge des Lebens aufmerksam macht. Da klicke ich dann rein, während ich über Haare streiche, dem Atmen lausche oder einfach noch mal kurz bevor ich selbst die Augen zumachen möchte. Auf ohhhmhhh gab es in dieser Woche einen Beitrag von der fantastischen Autorin Mirna Funk, die uns Christen vorschlägt, mal nicht jedem Frohe Weihnachten zu wünschen, sondern stattdessen vielleicht die Frage: „Hey, was machst du eigentlich während der kommenden christlichen Feiertage?“ zu stellen. Als ich in den USA lebte, war meine engste Freundin dort eine Jüdin. Es war die Person, die uns als erstes fragte, wo wir Thanksgiving feiern würden und ob wir Lust hätten, gemeinsam mit ihrer Familie bei ihren Eltern zu sein. So feierten wir ein sehr besonderes Fest in Calabasas mit Menschen, die uns aufnahmen, als gehörten wir seit vielen Jahren zur Familie. Wenige Wochen später sassen wir bei meiner Freundin auf der Couch und durften Chanukka, das jüdische Lichterfest, miterleben. Wenn ich mit den Freunden von mir spreche, mit denen ich zur Schule gegangen bin, reden wir oft über die Vor- und Nachteile davon, an vielen verschiedenen Orten gelebt zu haben. Ich finde nämlich nicht alles daran besonders vorteilhaft. Viel mehr sehe ich in den letzten Jahren die Vorteile davon, wenn Menschen immer am selben Ort leben (Aber es ist ja immer leicht, in genau dem das Positive zu sehen, was man nicht hatte). Aber wenn ich eines daran besonders gut fand, viel Zeit in verschiedenen Ländern verbracht zu haben, dann dass man plötzlich eine Sichtweise dafür bekommt, wie sich Ausländer sein oder „aus einer anderen Kultur kommend“ eigentlich anfühlt. Und wie wohltuend es ist, wenn man mit Herzlichkeit Einblicke in eine Kultur erhält, die einem gerade noch fremd war. Das hat jetzt vielleicht nicht unbedingt direkt etwas mit dem Text von Mirna Funk zu tun, trotzdem verstehe ich ihren Anstoss und werde in den nächsten zwei Wochen darauf achten, was ich zu wem bezüglich der Weihnachtsfeiertage sagen werde.

Die beste Botschaft des Jahres: Iß Weihnachtskekse!

Wenn ich dir einen Podcast aus dieser wilden Woche ans Herz legen kann, dann ist es Prana up your Life. Dein Podcast für mehr Lebensenergie von Jasmin und Josephine Jeß. Weil: die Botschaft lautet: Iß Weihnachtskekse! Und das ist genau das, was ich in diesem Jahr hören will. Auch wenn du nach ayurvedischen Grundprinzipien leben möchtest, musst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich in der Weihnachtsbäckerei austobst. Was will man mehr? Nächste Woche gibt es hier auf dem Blog übrigens mein Last-Minute-Weihnachtsgebäck-Rezept, vegan, glutenfrei, superschnell und unfassbar gut.

Zuerst aber will ich Dir noch dieses Rezept von Daniela und Glücksgenuss zeigen. Ich wollte es eigentlich diese Woche ausprobieren. Es lacht mich seit Tagen an und die Medjool-Datteln stehen schon in den Startlöchern … aber tja, dann bin ich einfach nicht zum Backen gekommen.

Lichterwelle … machst du mit?

Zuletzt noch: Am kommenden Sonntag (immer am zweiten Sonntag im Dezember) ist das weltweite Kerzenleuchten. Dann werden weltweit um 19 Uhr Ortszeit Kerzen für verstorbene Kinder aufgestellt. Die Kerzen werden von außen gut sichtbar an ein Fenster gestellt. Die Idee ist, eine Lichterwelle entstehen zu lassen, die in 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert. Damit den Kindern, aber auch den Betroffenen weltweit zu gedenken, finde ich eine sehr schöne Sache. Ich habe keinen einzigen vernünftigen aktuellen Text dazu gefunden, vielleicht kommen die noch, aber ich wollte es hier nicht unerwähnt lassen. Auch in meinem engeren Familienkreis gab es im letzten Jahr ein Sternenkind. Vielleicht machst du ja auch bei der Lichteraktion mit. Und schickst du mir auch noch deine Leseempfehlung, damit ich aufholen kann, was ich diese Woche verpasst habe?