Schlagwort: Yoga

Selbstwert statt Kardashian

Dieser Text enthält unbezahlte Werbung für die gute Sache

Wie geht es eigentlich der Jugend? Gerade hat eine Frau als Kanzlerin abgedankt, die für Jugendliche ein ganzes Leben lang das Land regierte. Corona hält Jugendliche seit zwei Jahren zurück. Versprechungen werden gebrochen. Aufgehoben ist heute aufgeschoben. Und dann auch noch: Instagram. „Fotografie ist die größte Bewusstseinsmaipulationsmaschine der Welt, und es wird immer schlimmer“, sagte der Fotograf Thomas Ruff Mitte November im Interview mit dem Süddeutsche Magazin. „Jeden Tag werden Millionen von Bildern ins Netz geladen und damit auch Millionen von Lügen. Denken Sie an Millionen Mädchen, die jeden Tag verzweifelt versuchen, sich wie Kim Kardashian zu schminken.“ Ja. Ich denke daran. Schon länger. Jacqueline Draheim-Frank auch. Die passionierte Yogalehrerin studierte Biologie und Germanistik auf Lehramt sowie Psychologie. Sie besitzt die Zulassung als Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeitet in Berlin und Potsdam mit Jugendlichen. Sie kennt sowohl diejenigen, die behütet aufgewachsen sind, überschüttet werden mit Liebe und Erwartungen, aber auch diejenigen, die aus dem sozialen Brennpunkt in der Hauptstadt kommen. Sie kennt Jugendliche mit Burnout und welche, die nie Nestwärme kennengelernt haben. Und sie weiß: Yoga für Jugendliche hat nichts mit Kinderyoga zu tun. Ich wollte schon lange mit ihr reden. Denn sie hat ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Jugendlichen. Es heißt „Online mit mir selbst“

Wie ist sie darauf gekommen? Beim Yoga natürlich. Da gab es junge Leute, die sagten ihr plötzlich: „Das was wir durch Yoga kennengelernt haben, das sollten mehr Jugendliche kennenlernen.“ Und dann nahm das Projekt seinen Lauf.

Yoga für Jugendliche: Yoga meets Bodywork

Jacqueline sagt: „Im Yoga dürfen die Jugendlichen mal durchatmen.“ Aber bis sie an diesen Punkt kommen, dauert es meistens ein bisschen. Deswegen, sagt Jacqueline, selbst Mutter von Jugendlichen, dürfe Yoga für junge Menschen zunächst ruhig einem Fitness-Konzept ähneln. „Am Anfang muss eigentlich die Asana-Praxis im Vordergrund stehen. Ich mache dann so eine Art „Yoga meets bodywork“. Die Jugendlichen wollen sich bewegen, die Mädchen wollen Bauch-Beine-Po. Als Yogalehrer kann man dann entweder aufschreien oder man sagt: ‚Okay, komm, das ist gut; die müssen erst mal in ihren Körper kommen.‘ Ich habe es nicht gewertet, wenn die Jugendlichen gesagt haben: ‚Ich will den Sixpack.‘ Irgendwann später kann man das dann mal thematisieren und fragen: ‚Oder ist es die starke Mitte, die eigentlich wichtig ist?‘ Aber am Anfang wollen Jugendliche nicht zum Yoga kommen, um zu meditieren.“

Jugendliche wollen kein Kinderyoga

Die Realität ist: Für Jugendliche gibt es wenig Yogaangebote. Oder besser: wenig gute. Dabei brauchen gerade die Heranwachsenden einen Herzenskompass. „Wir müssen Jugendliche stärken. Ihnen Selbstwertgefühl geben. Alles, was in dieser Zeit nicht gut läuft, hat einen wahnsinnig starken Einfluss. Und hier kann Yoga so viel bewirken“, sagt Jacqueline. Sie unterrichtet seit vielen Jahren bei Spirit Yoga in Berlin. Kürzlich habe sie gelesen, dass ein Viertel aller Jugendlichen psychische Störungen habe. „Wie heftig ist das denn?“, sagt sie schockiert. 

Das Soziale Dilemma

Wir kommen natürlich schnell auf Social Media zu sprechen. Weil ich schon lange beobachte, was das mit einem macht. „Jugendliche haben heute eine ganz andere Aufgabe als wir noch damals. Sie müssen nicht nur eine Identität in ihrer Klasse entwickeln, in ihrem Freundeskreis, sondern auch eine digitale Identität. ‚Hast du Insta?‘, das ist heute die erste Frage, die Jugendliche einander stellen, wenn sie sich kennenlernen. Und dann ist da sofort ein enormer Druck.“ 

Zum Beispiel der Druck, sich so zu schminken, wie die Kardashians. Das Schwierige an der ganzen Sache ist: Schon Erwachsene haben oft kein Selbstwertgefühl. Und Selbstwertgefühl ist so wichtig, wenn wir uns in die Sozialen Medien begeben. Wie sollen Erwachsene es also Jugendlichen und Kindern vermitteln? Das ist ein bisschen so, wie dem gestressten Gymnasiallehrer zu erzählen, er müsse jetzt auch Achtsamkeit mit in den Lehrplan nehmen. „Instagram ist wie eine Bewerbungsmappe“, sagt Jacqueline. Und Instagram bedeutet, den ganzen Tag über Vergleiche zu ziehen. Und so kommt man automatisch ins Leiden. Gibt es einen Weg dort hinaus? „Alle löschen, die einem nicht gut tun“, sagt Jacqueline, „dann kann Instagram natürlich auch gute Seiten haben. Aber wer hat schon so viel Selbstwert, dass du immer damit umgehen kannst und es verstehst, im Moment zu leben?“ In ihren Yogastunden lehrt sie ihre Schüler/innen Achtsamkeit. „Kümmere dich um den Mensch der vor dir steht und nicht um irgendeinen schönen Bauch auf Instagram“, sagt sie. 

Sei dir selbst ein Freund

Als Eltern habe man die Aufgabe, den Kindern immer wieder zu zeigen, dass sie gut sind, wie sie sind. „Das ist unser Erziehungsauftrag“, sagt sie bestimmt. Den Jugendlichen zeigt sie, wie sie sich selbst ein eigener Freund, eine eigene Freundin sein können. „Das haben viele verlernt.“ 

In „Online mit mir selbst“ geht es um Felicy, ein Mädchen, das auf dem Weg ist, erwachsen zu werden. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend – vor allem, wenn man mit seiner durchgeknallten Ökomama in Berlin-Mitte lebt und sich unglücklich verliebt. Die Geschichte von Felice ist aber nicht nur eine Geschichte, sondern zeitgleich ein Ratgeber für die Pubertät. Promis, Mediziner, Psychotherapeuten, Influencer, Sportler, Yogalehrer, Unternehmer und eben die Jugendlichen selbst geben Tipps, Erkenntnisse und zumeist Antworten auf die Frage: Was hättest du deinem jüngeren Ich gesagt? Das Buch ist ein Werkzeugkoffer mit Tools für für das Selbstwertgefühl. 

Yogalehrer/in für Jugendliche

Jacqueline Draheim bietet übrigens bei Spirit Yoga auch eine Ausbildung als Yogalehrer für Jugendliche an. Denn Yoga für Jugendliche muss sich unbedingt von Kinderyoga unterscheiden. In dem Kurs vom 1. bis 3. April in Berlin lernst du unter anderem, welche Themen besonders relevant für die Unterrichtsgestaltung sind, warum nur wenige Jugendliche zum Yoga finden und wie wir das ändern können, auf welche Schwierigkeiten bei dieser Arbeit du vorbereitet sein solltest und vieles mehr. 

Berührung, Berührung

Endlich beginnt meine Thai Yoga Körperarbeit Ausbildung. Darauf warte ich schon lange. Als ich schwanger war mit meiner jüngsten Tochter wollte ich diese Ausbildung unbedingt machen. Da durfte ich nicht. Thai Yoga ist zwar für Schwangere besonders wohltuend, aber meine Ausbilderin fürchtete, dass ich als Gebende eventuell zu schwer heben müsse. Und dann, als ich mich bereit fühlte, die Ausbildung erneut anzugehen, kam Corona. Thai Yoga. Corona. Vielleicht klingelt es. Es geht um Berührung.

War da nicht was?

Berührung? Hä? War da nicht was? Ja genau. Eigentlich war da gar nichts. Jedenfalls nicht beim Yoga in den letzten 500 oder so Tagen. Weiß eigentlich irgendjemand was das überhaupt ist? Und nun wird also genau das stattfinden: Berührung on masse. Vier Tage lang. Ich freue mich wirklich. Ich werde so tief eintauchen, kannste glauben!

Entspannung auf einer tiefen Ebene kennenlernen – das bedeutet Thai Yoga. Achtsame Berührung üben und die Magie, die darin steckt, zu erfahren: Thai Yoga. Fühlen, Loslassen und stille Kommunikation. Ach, wie gut das klingt! Und ich freue mich auf eine tiefe Art von Verbindung, die, wie ich finde, in den letzten Jahren irgendwie verloren gegangen ist, weil wir alle glauben, wir müssten immer und überall mit anderen einer Meinung sein. Ich nehme mich da nicht aus. Ich kann mich sehr gut aufregen über andere Meinungen. Aber jetzt geht es vier Tage lang um Verbindung. Was für ein Glück!

Plädoyer für die Schusseligkeit

Ich freue mich auch darauf, wieder so tief in ein Thema einzutauchen, mich stundenlang mit nur einer Sache zu beschäftigen, viel zu meditieren und zuzuhören. Dass der Alltag wahnsinnig anstrengend für unser Gehirn ist, ist nichts Neues. Trotzdem war auch ich ganz dankbar, als ich Claudia Schaumanns neuesten Beitrag auf wasfuermich.de lesen konnte. „Ach guck mal“, dachte ich. Ich bin so gut darin, achtsam im Unachtsamen zu sein, hihi. Ich habe auch schon viele Sachen verloren und verlegt. Schaumann schreibt da eine Art Plädoyer für die Schusseligkeit. Das ist eine schöne Erinnerung daran, dass wir nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen sollen. Und ich darf mich vier volle Tage lang ganz auf diese eine Sache konzentrieren.

In den Flow …

Per Zufall – und ein bisschen auch aus gutem Grund – bin ich übrigens über diesen Text gestolpert. Sehr sympathisch fand ich den Hinweis zur Morgenroutine. Denn wer hat schon im normalen Alltag die Möglichkeit stundenlang zu meditieren? „Eine Runde Dankbarkeit, zehn Minuten Meditation und eine Atemübung – dann der Kaffee“ – das klingt, als lasse es sich einrichten, oder? Ist meiner neuesten Start-in-den-Workflow-Routine nicht unähnlich. Zwischen zehn und 16 Minuten Meditation bedeuten am Ende des Tages nämlich nicht, dass ich für irgendetwas anderes tatsächlich weniger Zeit gehabt hätte. Im Gegenteil. Ich mache das meistens gerade bevor ich mich an den Schreibtisch setzen möchte. Klingt klischeehaft, aber mir ist in den letzten Tagen vieles gelungen, was ich schon lange mal fertigbringen wollte …

Satsang gegen Sucht – Wie Yoga einer Freundin half, die Nikotinsucht zu überwinden

Ich bin mir über die Kraft des Yoga natürlich bewusst. Auf den ersten Seiten unseres neuen Buches steht: „Yoga muss im klinischen Therapiealltag ernster genommen werden“. Das meine ich auch so. Und auch wenn ich immer wieder betone, Yoga sei kein Allheilmittel, ist mir klar, was Yoga und insbesondere die tiefere Auseinandersetzung mit der gesamten Philosophie, bewirken kann. Yoga als Mittel gegen die Nikotinsucht – davon habe ich noch nicht so häufig gehört. Deswegen habe ich Nicole Jacob aka Yoga Purusha interviewt. Sie hat es nach 20 Jahren intensivem Rauchen geschafft, von einem auf den anderen Tag aufzuhören. Mit Yoga. Das ist keine erfundene Marketingstrategie für die Yogapraxis. Sondern das pure Leben. Nicole und ich gingen gemeinsam zur Schule. Heute verbindet uns unter anderem die Liebe zum Yoga und der Heimatort.

Bei den Recherchen zu unserem neuen Buch „Yoga für ein starkes Herz“ habe ich einen sehr emotionalen Bericht des GEO-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede in einer GEO-Spezial-Ausgabe gelesen. Er schrieb von seiner Nikotinsucht und davon, wie die Ärzte ihm immer erzählten, dass er aufhören solle, zu rauchen. »Man muss doch nur wollen! Der Satz klingt so mineralwasserklar. Und er wird komplett richtig sein. Gleichzeitig ist er ignorant. Millionen Raucher schaffen es, den Rat der Ärzte zu befolgen, Millionen schaffen es aber auch nicht.“ Das hat mich, einen lebenslangen Nichtraucher, zum Nachdenken gebracht. Kannst du bei Gaedes Worten mitfühlen?

Nicole Jacob: Ja, auf jeden Fall kann ich das. „Man muss doch nur wollen“ – das kann wirklich nur jemand sagen, der nie geraucht hat. Ich habe 20 Jahre geraucht. Das Nikotin war ein ständiger Begleiter. Du hast deine Rituale, nach dem Aufstehen, im Auto, beim Kaffee, und so weiter und so fort. Und wenn du das dann einfach mal lässt, dann geht es dir nicht gut. Du bist weniger konzentriert, du kriegst schlechte Laune. Man raucht ja beispielsweise auch, wenn es emotional wird. Das Nikotin macht etwas. Es dockt in deinem Gehirn an. Es setzt Glückshormone frei. Dann geht es dir einfach gut. Zu sagen, man muss nur wollen, ist sehr einfach gedacht. Und zusätzlich dazu haben wir ein Umfeld. Je nachdem unter wieviel Stress man aktuell steht, wie es einem geht, was einen gerade beschäftigt, können wir nicht einfach so eine lebensverändernde Maßnahme treffen. Es wäre ja leicht, wenn wir jede Sucht ohne Probleme abstreifen könnten.

Ich habe dich zum Interview gebeten, weil ich einen Facebook-Post von dir gelesen habe, da schreibst du darüber, dass du Kippen durch eine tiefere Yogapraxis ausgetauscht hast. Natürlich will ich wissen, wie du das nach 20 Jahren Nikotinsucht geschafft hast. Was genau hat dir beim Yoga geholfen, dieser Sucht zu entkommen?

Da muss ich ein wenig ausholen. Ich hatte 2018 neben meinem Vollzeitjob Sozialarbeit studiert und saß den ganzen Tag vorm Rechner. Durch diese Doppelbelastung hatte ich starke Rückenschmerzen bekommen und entschied mich so, nochmal mit Yoga anzufangen. Die Yogalehrerin, bei der ich dann praktizierte, nahm mich mit in einen Ashram. Sie war auch Raucherin und sagte mir, bevor wir zu dem Ashram reisten: „Die mögen das nicht so, wenn wir rauchen. Komm, wir lassen das jetzt einfach mal für eine Woche bleiben.“ Wir haben dann im Ashram gemeinsam noch die letzte Zigarette geraucht. Ich erinnere mich noch daran, dass meine Laune zunächst nicht so gut war – das war einfach das fehlende Nikotin. Da es morgens aber direkt schon los ging mit Pranayama, Meditation, Satsang, Yogapraxis, war das plötzlich wie weggeblasen. Der ganze Tag war durchorganisiert und da war der Drang nach der Zigarette einfach weg. Das lag aber sicher nicht nur daran, dass da Ablenkung war, sondern dass ich dort so viel Fülle erfahren habe. Diese Fülle kam in meinem Belohnungszentrum an, das Rauchen wurde sozusagen durch Yogapraxis ersetzt. Yoga hat mich da zum ersten Mal auf spirituelle Weise berührt. Früher war es für mich einfach eine Art Sport gewesen.

Nach zehn Tagen Ashram, was passierte dann Zuhause? War da gar keine Lust mehr auf Zigaretten?

Auf der Rückfahrt nach Hause habe ich meinen Freund angerufen und ihn darum gebeten, alles wegzuräumen, was mit den Zigaretten zusammenhing. Ich sagte ihm: „Ich rauche nicht mehr.“ Und er fragte: „Wie? Du rauchst nicht mehr?“ Ich habe jeden Tag 25 Zigaretten geraucht und er konnte sich natürlich nicht vorstellen, dass ich das jetzt einfach eben mal so ablegt hatte. Aber, wirklich, es war einfach weg. Dabei hatte ich schon häufiger probiert, aufzuhören. Sogar mit Hypnose – davon hatte ich mir viel versprochen, aber da war es mir nicht gelungen.

Wie ist das jetzt für dich, wenn du vor jemandem stehst, der gerade raucht? Ist dir das dann wirklich völlig egal?

Rauchen ist völlig aus meinem Gehirn rausgelöscht. Das macht mir also gar nichts aus. Ich bin im Übrigen sehr froh, dass ich nun auch nicht mehr den ständigen Geruch in der Nase habe. Das hat mich nämlich wirklich gestört, als ich noch selbst rauchte. Ich habe unzählige Kaugummis gekaut, um nicht unangenehm zu riechen.

Nicole, aka Yoga Purusha, ist leidenschaftliche Yogalehrerin, Sozialarbeiterin und – dank Yoga – Nichtraucherin.

Du hast in deinem Facebook-Post auch das Thema Gewichtszunahme angesprochen – auch damit bist du durch deine tiefe Auseinandersetzung mit der Yogaphilosophie besser klargekommen. 

Für mich war das zunächst tatsächlich schwierig. Ich hatte fast zeitgleich meine Yogalehrer-Ausbildung begonnen, dort waren alle natürlich rank und schlank. Und ich habe, nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört hatte, kontinuierlich zugenommen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, meine Mitstreiterinnen in der Yogalehrer-Ausbildung wurden fitter und fitter. Da habe ich natürlich sehr große Selbstzweifel gehabt. Ich habe innerhalb von zwei Jahren bestimmt zehn Kilo zugenommen. Jetzt, nach einer Meditationslehrer-Ausbildung und der tiefen Auseinandersetzung mit der Vedantaphilosophie, hat es irgendwann Klick gemacht. Da geht es ja darum, dass du nicht der Körper bist, nicht die Gedanken. Heute kann ich sagen: Es steckt viel mehr in mir drin, mein Körper macht mich nicht aus. Ich muss sagen, ich will nicht für immer so bleiben, sondern gerne wieder schlanker werden, aber ich weiß jetzt, dass ich vorher sehr hart zu mir war. Ich stand vorm Spiegel und sagte mir: „Du bist fett geworden“ So gemein wäre ich doch niemals zu jemand anderem. Ich war gemein zu mir selbst. Heute kann ich mich so annehmen wie ich bin. 

Wenn Du jemandem, der mit dem Rauchen aufhören möchte, es aber nicht ganz schafft, einen Rat geben dürftest, was wäre das?

Ich glaube, wenn man aufhören möchte, muss alles drumherum gerade stimmen. Wenn man wirklich zufrieden ist, dann ist das ein guter Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören. Zeitgleich empfehle ich aber auch, etwas zu suchen, was eine Lücke füllt. 

Was fasziniert Dich am meisten am Yoga?

Für mich ist Yoga eine Lebensweise. Durch diese Auseinandersetzung gelingt es mir manchmal, mir selbst nah zu sein. Das geht beispielsweise auch sehr gut, wenn ich Harmonium spielen. Da kommen mir manchmal einfach die Tränen. Gefühle kommen hoch, die vorher weggedrängt wurden. Und wenn die dann da sind, scheint alles plötzlich wie repariert. Das erfahre ich auch manchmal bei verschiedenen Asanas so. Yoga ist einfach unheimlich heilsam.

Wer in den Genuss einer Klangreise oder wunderbaren Kakaozermemonie mit Yoga Purusha kommen möchte, findet alle Termine dazu auf Facebook unter Yoga Purusha oder Instagram yoga.purusha

Lauschangriff und Lesestoff vom 26. Juni 2021

Im Sommer zeige ich gern Strand. Auch wenn ich das nie so richtig glauben wollte, im Herzen bin ich ein Beachgirl. Ich liebe den Wind, das Meerwasser, die Weite. Meine Beziehung zum Tauchen bleibt ambivalent, dabei halte ich Tauchen und Yoga für sehr ähnlich. Beim Tauchen lebe ich definitiv im Hier und Jetzt, ich habe dabei garantiert keine Zeit, einen Gedanken an irgendetwas anderes zu verschwenden, konzentriere mich extrem auf meine Atmung. Doch bislang hat mich wenig, was ich freiwillig tat, so sehr aus meiner Komfortzone geschleudert, wie Tauchen.

Sandkörner? Ja, bitte!

Sandkörner hingegen können mir nichts anhaben. Ich hatte mal einen Partner, der die Krise bekam, wenn wir nach einem Strandbesuch zu viel Sand mit in die Wohnung geschleppt hatten. Das habe ich nie verstanden. Ich bruzzele zwar nicht gerne tatenlos in der Sonne herum, aber am Strand kann man ja unheimlich gut aktiv sein. Oder meditieren. Der Strand ist so heilsam. Ich sehe meine Kinder am Strand mit ganz anderen Augen. Ich sehe, wie sie Weite und Freiheit geniessen. Und ich weiß seit gestern, warum der Strand so heilsam ist, auch wenn ich keine Lust habe, mich im Sand auszuruhen. Das stand nämlich in dieser Woche im Süddeutsche Magazin und hat etwas mit der Farbe Blau und ihrer Wirkung auf unser Gemüt zu tun. Das klingt für mich einleuchtend. Wenn ich, sobald im Norden die Sonne hervorkommt, ausschließlich Strandbilder in meine Instastories packe, liegt das nicht daran, allen, die sich nach dem Strand sehnen, eine lange Nase machen zu wollen, sondern daran, dass ich zeigen möchte, wie wunderschön die Ostseeküste ist. Und gerne – gerade in diesen Zeiten – daran erinnere, dass es nicht unbedingt Mallorca oder Dubai sein muss, wenn man zum Strand möchte. Ich persönlich habe die Ostsee nämlich fast mein Leben lang vernachlässigt. Heute, nachdem ich auch einige Jahre an einem der schönsten Flecken Kaliforniens gelebt habe, kann ich sagen, dass die Ostsee im Vergleich zum Pazifik so einige Vorteile aufweisen kann. Ich lebe gerne an der Ostsee. Sie hat meine gute Laune über die Pandemiezeit gerettet und gibt mir das Gefühl, dass meine Kinder, obwohl wir städtisch leben, unbezahlbare Kindheitserinnerungen haben werden. 

Dieser Lars, …

Außerdem kann ich mich jeden Sommer – während die Ostseestrände sich mit Touristen füllen – auf Heimaturlaub bei meinen Eltern freuen. Abseits jeglicher Strände. Ich verbringe dann guten Gewissens und ohne Sehnsucht Sommerferien ohne Strand. Ostsee, wir kommen zurück, wenn die Touristen weniger werden.

Während ich also faul im Garten meiner Eltern sitze und Kaffee trinke, habe ich dieses Interview gelesen und es ist ziemlich inspirierend. Beeindruckend auch. Sicher unterscheidet sich mein Leben in Gänze von dem des Lars Windhorsts. Ich möchte auch gar nicht tauschen, du lieber Himmel. Und auch ich, jemand, der in den letzten Jahren das Glück eher in der Langsamkeit als im Vollgasmodus suchte und fand, kann nachvollziehen, woraus Lars Windhorst seine Glücksgefühle zieht. Das Gespräch, das Unternehmer und Journalist führen, ist in jedem Fall bereichernd. Beide haben was zu sagen.

Leider aktuell

Dann bin ich über diesen Artikel hier im Elephant Journal gestolpert. Er ist bereits aus dem Jahr 2018 aber irgendwie auch aktueller denn je. Als weiße und damit wie ich weiß, privilegierte Yogalehrerin, regt er mich sehr zum Nachdenken an. Ich habe mich schon öfter mit dem Thema beschäftigt. Die Frage, wie ich alle in meinen Unterricht einladen kann, jeder und jedem Einzelnen die Möglichkeit geben kann, dort einen Raum für sich zu finden, der das bietet, was gerade gebraucht wird, ist nicht einfach zu beantworten. In meinem ersten Yogabuch habe ich zwei Yogalehrer dunkler Hautfarbe porträtiert, viele meiner „Yogavorbilder“ sind dunkler Hautfarbe. Einer der besten Yogalehrer, die ich hatte, Arturo Peal, ist es auch. Damals habe ich mir darüber kaum Gedanken gemacht, was ich zu dieser Zeit in jedem Fall als bestes Zeichen auf keinen Fall rassistisch zu sein, interpretiert habe. Heute weiß ich, dass das nicht ausreichend ist, dass ich gerade mit diesen Menschen viel mehr in den Dialog über genau dieses Thema hätte gehen müssen, sie aktiv dazu befragen müssen, was sie sich wünschen von einer Yoga Community, die für sich den Anspruch erhebt, Diversität zu leben. Ich kann nur versuchen, es jeden Tag besser zu machen. Und weiterhin mit Demut auf eine Lehre blicken, die in ihrem Ursprung für eine weiße Frau wie mich nicht zugänglich gewesen wäre.

Einfach leben ist nicht schwer, nachdenken dagegen sehr …

Heute unterrichte ich meine erste Stunde mit physisch anwesenden Menschen seit Ende Oktober. Über ein halbes Jahr lang spielte sich Yogaunterricht mal wieder ausschließlich virtuell ab. Heute nachmittag werde ich mit meinen Schülern/innen im Freien praktizieren. Auf einer grünen Wiese. Mit Hilfe eines Kopfhörers können die Schüler/innen meine Anweisungen verstehen, egal wie wild der Wind weht. Musik läuft im Hintergrund. Mann, ich freue mich so darauf! Einen Tag später öffnen die Studios dann offiziell in Schleswig-Holstein und Yoga – unter strengen Auflagen – wird auch drinnen wieder möglich sein. Und so sehr ich mich freue, dass viele in meinem Umfeld nun bereits zwei Mal geimpft sind, dass Restaurants, Hotels und Cafés öffnen, so geht es mir auch ähnlich wie wie im vergangen Jahr nach Lockdown 1. Ich frage mich: Wie wird unsere neue Realität eigentlich aussehen? Wie wünschen wir sie uns? 

Lieber Arm an Arm als Zahn um Zahn

Heute morgen hatten meine Kinder heimlich den Fernseher eingeschaltet. Das machen sie manchmal. Es ist eine Art Spiel. Denn sie verheimlichen es nie, sondern kommen lachend angelaufen, um zu beichten, dass der Fernseher läuft. Ich hielt meine Tasse Kaffee noch in der Hand, habe sie also kurz mal machen lassen und mir dann angesehen, was sie gerade eingeschaltet hatten. Auf MDR lief „Zahn um Zahn“ – das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Eine DDR-Serie aus den 80er-Jahren. Ich musste schmunzeln, weil die übertrieben freundliche Arzthelferin – mit Namen Häppchen – die Patienten am Arm berührte, wenn sie sie aus der Praxis geleitete. Was für ein ungewohntes Bild! Ich zuckte fast zusammen, angesichts des „Zuviels“ an Berührung. Wie schade, oder? 

Nach uns die Sintflut?

Aber dann gibt es auch Dinge, die will ich gar nicht haben. Dummerweise war ich über den Bild-Kommentar von Ralf Schuler gestolpert: „Haben denn alle einen Knall?“, stand da provokant in der Überschrift. „Tempolimit, Fleischverzicht, Flugscham, Böllerverbot – haben wir Deutschen eigentlich einen Knall?“, fragt der Journalist da. Und weiter: „Einfach mal leben ist nicht unsere Stärke …“ Komisch, dass ich genau das Gegenteil von den Deutschen denke. Mich bestürzte dieser Text – auch wenn mir klar ist, dass diese Zeitung natürlich gerne Klischees bedient und Provokation zum Konzept gehört – denn wieso findet Ralf Schuler, ein im Osten aufgewachsener Journalist, der sich selbst zu DDR-Zeiten zum Christentum bekannte (was mich wahnsinnig beeindruckt) solche Worte? … Worte, die man meiner Meinung ruhig schreiben kann, wenn man nach dem Prinzip: „Nach mir die Sintflut“ lebt. Ich kann ziemlich viel Spaß haben ohne Fleisch, ohne Böller, ohne Langstreckenflüge. Ich lebe so sehr nach dem Prinzip „einfach leben“, dass mich alleine das Wunder meiner fließenden Atmung manchmal schier umzuhauen droht. Ich genieße die Sonne an furchtbaren Regentagen, suche mit meinen Kindern nach dem Regenbogen und feiere schon seit meinem 18. Lebensjahr laut, lustig und ausgelassen ganz ohne Alkohol. Meine Freunde wissen das. Die fragten mich früher auf Partys ob es mein Ernst sei, jetzt noch Auto zu fahren, weil sie einfach nicht bemerkt hatten, dass ich gar nicht betrunken war – sondern einfach ich.

Leiser, sanfter, glücklicher

Tempo auf der Autobahn? Echt jetzt? Das macht glücklich? Silvesterknaller in die Luft böllern? Lebenswichtig! Vielleicht wäre es erstrebenswerter, sich zu wünschen, dass wir uns Silvester‘ 21 alle umarmen können ohne einen einzigen leisen Zweifel? Und dass sie in China keine Tiere mehr auf Märkten verkaufen, die dort einfach nichts zu suchen haben? Wären wir nicht viel glücklicher, wenn wir mehr im Einklang mit der Natur leben würden, verzichten könnten, auf das, was der Umwelt richtig weh tut, uns auf das Wesentliche besinnen würden, statt immer nur schneller, höher, weiter? Das war mal ein Prinzip, das für den Leistungssport galt. Da machte es Sinn. Heute geht es, so kommt mir das vor, in allen Bereichen des Lebens darum. Und lauter natürlicher. Bitte auch lauter. Wer am lautesten schreit, der lebt am besten. Echt jetzt?

Was für eine Vision!

Es war noch mitten im dicksten Corona-Winter, da besuchte mich eine Freundin in meiner Küche, wir tranken einen Kaffee zusammen und redeten darüber, wie die Zukunft unserer Kinder aussehen könnte. „Ach“, sagte meine Freundin da, „ich denke, die werden sich über uns totlachen, werden sagen: Echt? Wie konntet ihr denn 40 Stunden die Woche arbeiten, Kinder haben und dann auch noch für eure Ferien nach Dubai fliegen?“ War das eine Vision! Stell dir mal vor, unsere Kinder wollten gar nicht mehr in die Ferne reisen? Stell dir mal vor, sie würden deutlich weniger arbeiten, gesünder leben und ein ganz ausgeprägtes Umweltbewusstsein haben? Diese Vision rettete mich über den Winter. 

Und jetzt: Rettet die Yogastudios!

Lauschangriff und Lesestoff vom 23. Mai 2021

Da das Wochenende ja etwas länger ist, gibt es meine Lese- und Hörtipps mit Verspätung. Dafür bleibt ja aber auch genug Kaffee-Zeit, sie zu lesen und zu hören. Und: Dafür haben sie es natürlich auch in sich 🙂

Na ja, die Wahrheit ist: Es war eine intensive Woche. Am Mittwoch sass ich bei meiner Mental-Coachin in Hamburg, als mich über WhatsApp 17 Nachrichten erreicht hatten. Aufgeregte Eltern der Kindergarten-Freunde meiner Töchter schrieben von einem Amokläufer in Kiel, die Polizei habe ein Kieler Viertel umstellt – die Kita meiner ältesten Tochter befindet sich genau dort – und die Kindertagesstätten seien vom Jugendamt angehalten worden, alle Türen dicht zu halten, die Kinder könnten nicht abgeholt werden. Auf der Fahrt nach Hamburg trudelten weitere Nachrichten ein, irgendwann bat ich eine Mutter, mich doch telefonisch zu informieren, falls es was Neues gebe, schließlich sass ich im Auto. Bald kam der Anruf. Der vermeintliche Amokläufer war kein Amokläufer, sondern ein Mann, der morgens in einem Kieler Vorort zwei Menschen erschossen hatte – ein Eifersuchtsdelikt –, das Fahrzeug, das in dem Kieler Viertel aufgetaucht war, war gar nicht das verdächtige Fahrzeug sondern ein Mietwagen, der dem Wagen des Täters einfach ähnlich sah. Auf der Fahrt hatte mir natürlich was geholfen? Ein- und auszuatmen. Aber Atmen kostet eben auch manchmal Zeit und dann hatte ich auch noch große Lust, sehr viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen …

Unendlich wertvoll …

Thorsten Hermes, Ex-Google-Manager, Chief Groth Officer bei TheNextWe und Innovationsmanager beim Deutschen Fußball-Bund hat in dem Leadership-Podcast des DFB ein interessantes Gespräch mit dem Juristen und Autor Ferdinand von Schirach geführt. Es geht um die sechs Grundrechte, unter anderem, das Recht auf eine gesunde Umwelt. Ein Talk mit dem „Meister des Pespektivwechsels“, wie Hermes sagt, der inspiriert, bedächtig macht, zu bedenken gibt, dass es sich für Menschen lohnt, den Verstand einzusetzen und wie wir unser eigenes „richtig“ finden. Auch schön übrigens – gerade angesichts der Pandemie – der Satz von Immanuel Kant, den von Schirach zitiert: „Das Leben des Einzelnen ist unendlich wertvoll.“ Ein ruhiges, angenehmes Gespräch zweier beeindruckenden Menschen.

Gebt den Frauen das Kommando …

Wo wir gerade beim DFB sind – dieses Interview mit Katja Kraus und Gaby Papenburg hat mir als ehemalige Sportjournalistin und Frau natürlich gut gefallen. Eine spannende Initiative, die wir Frauen unbedingt im Blick halten sollten. Schön, dass Katja Kraus mal erklärt, worum es in Sportverbänden eigentlich gehen sollte („…wie man Kinder für Vereinssport begeistert oder wie man wieder mehr Identifikation mit dem Fußball ermöglicht“) statt um Macht und Kontrollverlust …

Rettet die Selbstheilungskräfte

Auf Businessinsider spricht der Neurobiologe Gerald Hüther darüber, wieso das beste Gesundheitssystem der Welt nichts nützt, wenn wir nicht damit aufhören, unsere inneren Selbstheilungskräfte daran zu hindern, ihre Arbeit richtig zu machen. Spannend. 

Ein Text aus dem Oktober auf fuckluckgohappy beschreibt die Rolle des Körpers und damit der Asanas im Yoga. Eine schöne Erinnerung, jetzt wo die Yogastudios in den Startlöchern für die heiß ersehnte Eröffnung stehen …

An dem besagten Mittwoch mit der großen Aufregung um einen vermeintlichen Amoklauf saß ich nachmittags mit den Kindern bei einer Freundin im Garten und habe diese selbstgebackenen Müsliriegel gegessen. Was soll ich sagen? „Das sollen Müsliriegel sein?!“ Schmeckten wie ein unfassbar gutes Stück Kuchen.

Genieß deinen Kaffee. Und hab schöne Pfingsten. Was kann uns schon Regen?

Lauschangriff und Lesestoff vom 16. April 2021

Vielleicht kennst du auch diese psychologischen Diagramme, die Freunde von dir auf Facebook posten: „Die ersten drei Wörter, die du findest, verraten etwas über dein Unterbewusstsein“, heißt es da in einem Wirrwarr an Buchstaben. Muss man nicht so ernst nehmen. Oder doch? Ich habe aus Spaß natürlich mal genauer hingeschaut. Na, was kam wohl raus? Connection, Gratitude und Love. Hm? Fand ich erst gar nicht gut. Ich wollte gerne: Money! Ha! Ernsthaft. Dann habe ich über die Wörter nachgedacht und fand es gar nicht mehr so schlecht. Connection? Brauchen wir alle wohl in dieser aktuellen Zeit. Gratitude – das ist eins meiner Lieblingswörter und ich versuche mich ständig daran zu erinnern. Auch wenn alles zusammenzubrechen droht. Und Love ist wohl generell das allerwichtigste. Definitiv wichtiger als Money. Ziemlich Yogalehrer-klischeehaft meine drei Wörter, was? Hab mich fast dafür geschämt. Ich habe keine Ahnung, was das wirklich über mein Unterbewusstsein aussagt, ich müsste mal einen vernünftigen Psychologen fragen, aber eines ist klar: Alleine weil ich mich kurz gedanklich mit den drei Begriffen beschäftigt habe, hat das wohl Auswirkungen auf mein Unterbewusstsein und hoffentlich auch auf mein Bewusst-sein.

TV-Tipp

Heute gebe ich dir hier übrigens neben einem Podcast-Tipp auch einen TV-Tipp. Heute Abend sitzt meine Co-Autorin und Freundin Katharina Bauer in der NDR-Talkshow und erzählt von ihrem spannenden und inspirierenden Leben als junge Frau, Leistungssportlerin und Yogini mit einem implantierbaren Defibrillator im Körper. Sie erzählt von unserem neuen Buch und ihrem Traum, der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokyo. Vielleicht hast Du ja Lust, reinzuschauen. 

Neuer Podcast

Zwei bekannte Yogalehrerinnen aus Deutschland haben sich zusammengetan und einen neuen Podcast auf die Beine gestellt. Frei.sein heißt er. Karo Wagner und Ranja Weis unterhalten sich künftig regelmäßig über Persönlichkeitsentwicklung, Heilung und alles, was inspirieren soll. Natürlich geht es dabei auch um Yoga. In der ersten Folge sprechen die beiden kurzweilig in knapp 14 Minuten über ihre persönlichen Alltagstipps „auf dem Weg zu innerer Freiheit“. Was mir dabei besonders gut gefällt, ist die Vielfalt, die durch die beiden vermutlich zwar ähnlichen aber dennoch auch unterschiedlichen Frauen entsteht. Wenn Karo Wagner beispielsweise davon berichtet, wie sie sich jeden Morgen erst mal Meditation und Stille gönnt und Ranja Weis dann sehnsüchtig lächelnd erklärt, dass das für sie ein wundervoller Gedanke ist, der aber praktisch als alleinerziehende Mutter nicht wirklich umsetzbar ist, denke ich sofort: Jaaaaa! Das ist das Leben. So geben beide – an ihre persönlichen Lebensumstände angepasst – Tipps und darunter ist sicher dann auch für jeden etwas dabei.

Schwierige Haltung

In der Süddeutschen Zeitung ist der Artikel „Schwierige Haltung: Corona und die Yoga-Szene“ erschienen. Ich habe ganz Yogaphilosophie-like 🙂 mein Dasein als Yogalehrerin zunächst abgeschüttelt und dann den Text gelesen. Ich sehe den Autor und seine Botschaft. Ich muss ehrlich gestehen, ich empfinde null Groll gegen den Autor, wenn ich das lese. Stattdessen wundere ich mich über Menschen, die sich während einer weltweiten Pandemie so benehmen, wie es der Autor beschreibt und dann auch noch von sich behaupten, besonders achtsam zu sein – das beinhaltet nämlich auch achtsam mit anderen umzugehen, egal woher sie kommen und egal, wie alt sie sind. Aber Fakt ist: Schwarze (oder nennen wir sie hier braune) Schafe gibt es überall. Wenn ein paar (medienwirksame) Personen, die zufällig auch Yogalehrende sind, Verschwörungstheorien anhängen, heißt das noch lange nicht, dass das etwas mit der allgemeinen Yogaszene zu tun hat. Dass Sinnsuchende auch immer narzisstisch sind, bezweifle ich stark. Vermutlich war es aber auch gar nicht so gemeint. Es wäre vielleicht ganz schön gewesen, wenn es einmal deutlich in dem Text rübergekommen wäre, dass Yoga Vidya oder einzelne Anhänger der Organisation nichts mit der gesamten Yogaszene zu tun haben … Für mich wäre es aber auch wichtig, dass Yogalehrende unabhängig von ihrer persönlichen, schwierigen wirtschaftlichen Situation die Lage betrachten könnten. Dass das schwierig ist, wenn die Existenzgrundlage weggebrochen ist und der Staat keine wirklichen Hilfen anbieten kann, verstehe ich auch. Ich persönlich sehe am Ende des Tunnels ein Licht. Ich bin in einem tiefen Vertrauen, dass wir auf das Ende dieser Pandemie zulaufen, auch wenn wir jetzt noch mal ein paar harte Wochen vor uns haben. Und ich habe auch kein Problem damit, mir ein Stäbchen in die Nase stecken zu lassen. Habe ich gerade gestern getan und das finde ich einfach in der aktuellen Situation nur respektvoll.

Im SZ-Magazin ist dieses geniale Interview erschienen. Du kannst es kostenfrei lesen. Das Thema beschäftigt mich zutiefst, da meine Kinder leider (noch) auf genau diesen Mist abfahren. Dieses Mädchen ist ein Knaller!

Mein Lieblings-Rezept für die kommende Woche findest du hier. Muss ich ausprobieren. Du auch?

Lauschangriff und Lesestoff vom 26. März 2021

Als es am Montagmorgen still in der Wohnung geworden war, dachte ich an den Frühling und daran, dass ein nächster Lockdown nur leichter werden könne … Weil ich ihn einfach zum größten Teil im Garten und draussen verbringen würde. Ich höre jedenfalls schon die Vögel singen. Das rettete mich über den Tag. Und ich fragte mich, ob ich so wie jetzt, während dieser Pandemie, in Krisenzeiten immer handeln würde? Ob der Mensch immer versucht, sein Leben möglichst normal weiterzuführen? Wie ist das, wenn man in einem Kriegsgebiet lebt, fragte ich mich. Bringt man auch dann die Kinder jeden Morgen zur Kita und in die Schule und die Hunde raus? Freut man sich über die Entwicklungsschritte des Babys, fährt man zur Arbeit, macht man einfach weiter? Wahrscheinlich schon. Ich weiß es nicht. Das besonders Verrückte an dieser Pandemie ist ja, dass wir nicht wissen, was danach ist. Bleibt das Leben „anders“? Ich finde gar nicht, dass es darum geht über richtig und falsch zu diskutieren, über zu wenig Impfstoff oder gar keine Impfung, über unsinnige, vernünftige oder nicht faire Beschlüsse der Regierung. Ich glaube, es geht darum, zu überlegen, was wir alle anders machen können, damit es überhaupt nicht mehr so weit kommt. „Man kann nicht alles haben“, ist ein blöder Spruch aber ich finde ihn je mehr ich darüber nachdenke, ziemlich gut. Irgendwann haben Menschen angefangen, zu glauben, sie könnten eben doch alles haben. Aber das stimmt nicht. Hier liegt das Problem. Irgendwas und somit auch wer bleibt immer auf der Strecke. Und so gilt es, für sich selbst festzulegen, was wirklich wichtig ist …

Auf der Internetseite https://www.zukunftsinstitut.de beschreiben Forscher vier mögliche verschiedene Szenarien, wie ein Leben nach der Pandemie aussehen könnte. Es ist interessant zu lesen und sich dann vielleicht ein Wunschszenario auszusuchen oder auch selbst auszumalen …

Pandemüde oder schlapp?

Das Süddeutsche Magazin hat ein Thema aufgegriffen, auf das ich vor zwei Wochen bereits hier in meiner Lauschangriff-und Lesestoff-Serie hingewiesen hatte. Da ging es um den Podcast mit Dr. Anne Fleck. Nun erzählt sie auch im Süddeutsche Magazin, ab wann wir bei Müdigkeit die Notbremse ziehen müssen. Sie sagt beispielsweise: „Wer sich pausenlos durch den Tag snackt, kommt nie in den wichtigen Prozess der Autophagie, in der der Körper Zellschrott recycelt. Wer dauernd isst, fordert Leber und Magen-Darm-Trakt zur ständigen Arbeit heraus. Der Körper kriegt keine Ruhe, es fehlt die Zeit der Regeneration.“ Das gilt übrigens auch für Kinder …

Unter Männern …

Dieser Podcast beinhaltet ein interessantes Gespräch unter Männern: Veit Lindau und Bestseller-Autor und Coach Lars Amend sprechen eineinhalb Stunden lang sehr offen und ehrlich über die Liebe, über Männer und darüber, wie die Liebe bleibt (vor allem was Veit Lindau dazu zu sagen hat, ist schön: Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber Liebe ist, wenn man das ehrliche Interesse daran nicht verliert, zu erfahren, warum die Meinung des anderen so ist, wie sie ist …) Lars Atmend stellt darüberhinaus die interessante Frage (ungefähr ab Minute 50), wie Männer in der heutigen Zeit eigentlich ihre männliche Energie beibehalten können, „ohne dass es gegen die Frau geht“. Ein aufschlussreiches Gespräch – bestimmt nicht nur für Männer. 

Auch dieses Gespräch ist eins unter Männern. Es geht um Rassismus. Die ehemaligen Nationalspieler Erwin Kostedde und Gerald Asamoah im Interview mit dem Zeit Magazin. Wichtig und berührend.

Exklusiv-Zeit

Jetzt kommt ein Bericht über zwei Mädels. Was Katja Kröger in ihrem aktuellen Artikel auf wasfürmich schreibt, kann ich gut nachvollziehen und diese Exklusiv-Zeit mit Mama ist für die Kinder wahnsinnig wichtig. Für meine Fünfjährige gibt es Exklusiv-Zeit in Nicht-Lockdown-Zeiten jeden Montag Mittag ab viertel nach eins. Da habe ich keine Termine, das Date mit ihr ist fest im Kalender eingetragen. Es tut ihr so gut. Und mir auch. Kürzlich war das Wetter mal besonders schlecht und wir haben einfach zusammen einen Film geschaut. Ich schaue kaum fern. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, dachte, das sei pädagogisch bestimmt jetzt totaler Mist – es war wunderbar. 

Wichtig aber nicht systemrelevant

Das hier ist nicht neu, sondern aus dem Februar, aber ich wollte es als kleine Erinnerung noch einmal hier erwähnen. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass manche Leute sich von dem Begriff „systemrelevant“ triggern lassen. Dabei heißt „nicht systemrelevant“ überhaupt nicht, dass der Job nicht wichtig oder gut ist. Kristin Rübesamen erklärt das sehr schön.

Ist Yoga systemrelevant? Nein, ist es nicht. Wir Yogalehrer können niemanden retten, bei dem die Lunge versagt.

Kristin Rübesamen, YogaEasy

Darum geht es bei diesem Begriff. Um nichts anderes. Und damit weiterhin Menschen gerettet werden können – übrigens nicht nur die, bei denen die Lunge versagt, sondern alle, die in ein Krankenhaus müssen, dort liegen oder Gefahr laufen, dort zu landen, sind auch beispielsweise Erzieher/innen systemrelavent, denn die Kinder der Menschen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten, müssen schliesslich betreut werden. Dann brauchen wir auch noch was zu essen, sonst läuft gar nichts. Punkt. Das ist es eigentlich. Ziemlich simpel. Das heißt aber nicht, dass deine Arbeit oder du nicht wichtig (b)ist. 

Quinoa-Eier?!?

Und jetzt kommt das, worauf ich mich schon freue, wenn die Osterfeiertage, neudeutsch: Ruhetage, äh oder jetzt doch nicht, eintreten. Danke Lynn, das Rezept kommt wie gerufen und ist endlich mal was anderes als all die Rezepte über vegane Osterideen, die es sonst so gibt. Ich habe gepoppten Buchweizen zuhause, klappt damit bestimmt auch. 

https://de.heavenlynnhealthy.com/knusprige-ostereier-mit-quinoa/

In den nächsten Tagen werde ich viel aufschreiben, Yoga üben, Gewichte stemmen (weil mir das gerade so gut tut) und Over Night Oats vorbeireiten. Und das Rezept dazu verlinke ich dann nächste Woche.

„Gesegnet sind die Unbeweglichen“

Richard Freeman, der Ashtanga-Yogalehrer des Westens, prägte diesen Satz: „Blessed are the tight people“, sagte er. Ich zitiere das gerne. Ich kenne so viele, die glauben, sie wären zu unbeweglich, um mit Yoga zu beginnen. Ich habe das schon öfter gehört: „Eigentlich sollte ich Yoga mal probieren. Aber …“ Komischerweise ist das beim Joggen ganz anders. Die wenigstens Menschen, die joggen, sind besonders schnelle Läufer. Niemand käme auf den Gedanken, nur weil er nicht schnell ist, erst gar nicht mit dem Laufen anzufangen. Dabei ist Joggen definitiv nicht der richtige Sport für jeden … Und wer schlapp ist, macht zwar auch (häufig) leider kein Krafttraining, weiß aber sehr wohl, dass es Sinn machen würde, damit zu beginnen. Das medial gezeichnete Bild von Yoga gibt uns aber leider vor, gelenkig sein zu müssen, um überhaupt damit anfangen zu können. Schwachsinn. Stattdessen sollten eher überbewegliche Menschen bei Dehnübungen vorsichtig sein.

Ungelenkig zu sein ist der beste Grund, mit Yoga anzufangen. Aber erst mal gibt es vielleicht etwas zu klären: Gelenkigkeit und Dehnbarkeit sind zwei unterschiedliche Begriffe. Gelenkigkeit ist die Fähigkeit, eines Knochensegments zur Ausführung des weitestmöglichen Bewegungsauschlags durch das dazugehörige Gelenk. Die Dehnbarkeit hingegen ist die Fähigkeit eines Muskels, seine optimale Länge zu erreichen, um den größtmöglichen Bewegungsausschlag auszuführen, und somit sein Kraftpotenzial voll zu nutzen. Aus beiden zusammen, Dehnbarkeit und Gelenkigkeit, ergibt sich unsere Beweglichkeit. Die Dehnbarkeit lässt sich dabei am einfachsten trainieren. Und das ist auch der Grund, weshalb fast jeder den Spagat lernen könnte. Deswegen erfreuen sich Deep Stretching Kurse gerade so großer Beliebtheit (aber: Yoga ist eben mehr als Deep Stretching 😉 ).

Es ist wichtig, unsere Beweglichkeit zu trainieren, da sie gerade mit zunehmendem Alter abnimmt. Wie wertvoll es ist, sich uneingeschränkt bücken, strecken, den Oberkörper drehen zu können, das merken wir meistens erst dann, wenn es schon zu spät ist … Sich die Fußnägel selbst schneiden zu können, rückwärts einparken – auch dabei ist Beweglichkeit von Nutzen. Beweglich zu sein bedeutet, dass wir unsere Gelenke mit größtmöglichem Radius mühelos und schmerzfrei bewegen können. Mit der Abnahme unserer Beweglichkeit steigt das Risiko, sich zu verletzen. Unsere Körperhaltung wird schlechter, unsere Wirbelsäule lässt sich nicht mehr so gut aufrichten, wir bewegen uns unsicherer …

Wer regelmäßig Dehnübung durchführt, wirkt diesem Prozess entgegen. Die Asanas haben in unserer westlichen Welt mit gutem Grund das Ziel erhalten, unsere Beweglichkeit, die Ausrichtung des Körpers und unsere Balance, also unser Gleichgewicht, zu verbessern. ´Sie dehnen und lockern die Muskulatur. Gleichzeitig stärken sie aber auch immer den Gegenspieler des Muskels, der gerade gedehnt wird. Yoga macht uns also nicht nur beweglicher, sondern auch stärker, ausdauernder. Wir lernen, uns besser konzentrieren zu können und wir lernen, zu entspannen. Auch das hängt ja letztlich mit unserer Muskulatur zusammen.

Warum übrigens auch Kraftsportler Dehnübungen machen sollten, erklärt hier in diesem Video Prof. Dr. Stephan Geisler, den ich selbst noch aus meiner Zeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln kenne, sehr gut. Und dessen kleine Videosequenzen ich generell empfehlen kann, wenn du dir bei Fragen, die das Thema Training betreffen, mal gerade unsicher bist.

10 Gründe, warum Männer Yoga üben sollten …

Hier kommen 10 gute Gründe, warum Männer Yoga üben sollten.

Wer hat’s erfunden?

  1. Männer haben Yoga erfunden. Das sollten sich die Männer, die Yoga beängstigend finden, einmal durch den Kopf gehen lassen. Es ist also etwas skurril, dass der Großteil der Menschen, die im Westen Yoga praktizieren, tatsächlich weiblich ist. Es hat ziemlich lange gedauert, bis Frauen überhaupt Yoga unterrichten durften. Demnach war Yoga sozusagen einmal Männersache. So stellt sich die Frage, weshalb es heute nur noch Frauensache sein sollte …?

    Harte Hunde
  2. Es gibt Männer, die glauben, Yoga sei für Weicheier. Das Gegenteil ist vermutlich der Fall, aber darum geht es hier gar nicht. Männer wie Keith Mitchell und Derrick Townsel haben bewiesen, dass Yoga für harte Hunde ideal ist. Beide waren einst Profis der amerikanischen Footballiga NFL. In einem Interview mit dem Yogaportal mindbodygreen.com wurde Keith Mitchell, heute ein bekannter Yogalehrer, einmal gefragt, ob er ein aggressiver Footballspieler war. „Ist das jetzt ein Witz?“, konnte Mitchell darauf nur antworten. Schließlich weiß eigentlich jeder, der ein bisschen was von Sport versteht, dass American Football gar nicht anders möglich ist. 
  3. Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat einen eigenen Yogalehrer. Der fährt sogar zu den großen Turnieren mit und das hat mittlerweile auch fast jeder Fußballfan mitbekommen. Jeder Yogapraktizierende auf jeden Fall – denn an dem Namen Patrick Broome geht in Deutschlands Yogaszene kein Weg vorbei. Broome begleitet die Nationalmannschaft seit vielen Jahren und war auch dabei, als die Mannschaft den WM-Titel gewann. In vielen anderen Sportarten ist Yoga als Trainingsergänzung nicht mehr wegzudenken. Basketball-Star Dirk Nowitzki soll bis zu fünf Mal die Woche auf der Yogamatte stehen, der mehrmalige Fecht-Europameister und zweimalige Olympiateilnehmer Max Hartung ist bekennender Yogaübender. Das sind nur einige Beispiele.

    Der beste Grund: weil’s guttut
  4. Broome kennt natürlich auch viele gute Gründe, weshalb Männer Yoga üben sollten. Der beste: „Es ist so gut für euch, Männer! “, sagt er im Interview mit Wanda Badwal für deren Podcast Wandaful Yoga – Yoga beyond the asana. „Ich kenne niemandem, dem es nicht gut tut.“

  5. Sogar in der machobeladenen Fußball-Medienlandschaft Großbritanniens bekennt sich ein berühmter Fußballer als Yogafanatiker. Ryan Giggs behauptet sogar, dass er bis ins Alter von 40 Jahren Profifußballer sein konnte, habe er Yoga zu verdanken. Der Waliser gewann mit Manchester United insgesamt 36 Titel, darunter 13 englische Meisterschaften und zwei Mal die Champions League. „Wenn ich eine Yoga-Sitzung am Tag nach einem Spiel habe, bin ich bei weitem nicht so steif und bin viel schneller wieder im Training bereit Vollgas zu geben“, sagte er einmal gegenüber The Telegraph. Gerade wird ihm allerdings Körperverletzung gegenüber seiner Exfreundin vorgeworfen. Giggs bestreitet das. Wenn es stimmt, hat er seine Yoga-Hausaufgaben wohl nicht ganz so gut gemacht, wie angenommen …

    Gesegnet sind die Unbeweglichen …

    6. Man muss nicht beweglich sein, um Yoga zu üben. Allerdings ist Unbeweglichkeit einer der besten Gründe, um mit Yoga anzufangen. 

    7. Dehnen hält fit, weil es die Muskulatur geschmeidig hält und das zu weniger Schmerzen führt und auch Verletzungen vorbeugt.

    8. Die meisten Männer betreiben Sportarten, die nicht für Symmetrie im Körper ausgelegt sind. Es gibt meistens eine stärkere Körperseite und eine schwächere. Yoga gleicht das Ungleichgewicht in unserem Körper (das wir im Übrigen alle haben) wieder aus. Auch das beugt Verletzungen vor. 

    Macht es männerfreundlich
    9. Michael James Wong ist ein großartiger Yogalehrer, Speaker und Initiator der Bewegung „Just breathe“, die in Großbritannien bereits Tausende von Menschen zu Massenmeditationen an ziemlich coolen Orten gebracht hat. Er ist auch der Mitbegründer von „Boys of Yoga“, einer coolen Jungs-Gang, die sich dafür einsetzt, dass Yoga Männern zugänglicher gemacht wird. Es sei kein Wunder, dass Männer Yoga irritierend fänden, wenn die Medienlandschaft im Zusammenhang mit der philosophischen Lehre nur schlanke Frauenkörper und grüne Smoothies abbilde. Er sagt: „Yoga beruhigt, macht deinen Körper frei und gibt dir die Möglichkeit, deinem Leben eine Perspektive zu geben.“ Damit meint er, Yoga schafft Platz in deinem Leben, wodurch du herausfinden kannst, was dir am meisten dient.

    10. Von Männern wird heute so viel erwartet. Gefühlsausbrüche sind tabu, sie sollen tolle Väter und Partner aber auch erfolgreich im Job sein und den Haushalt schmeissen. Eigentlich genau wie Frauen eben 😉 Männer sollen aber vor allem immer der Beste sein. Beim Yoga können Männer mal flüchten, hier gibt es keinen Wettkampf. Und viele von ihnen werden überrascht sein, wie praktisch starke Muskeln beim Yoga sind und wie schwer daher viele Yogahaltungen für manche Frauen sind.